Green Wallet aus Bad Banks gibt es wirklich

In der 2. Staffel der TV-Serie Bad Banks steht mit Green Wallet ein fiktiver nachhaltiger Robo-Advisor im Mittelpunkt. Diese gibt es in der Realität wirklich. Wir werfen einen Blick auf die realen, nachhaltigen digitalen Vermögensverwalter. 

Die Fernsehserie Bad Banks soll den Alltag der vermeintlich schillernden Bankerwelt in die heimischen Wohnzimmer bringen. Was daran Wirklichkeit ist und was Klischee ist, soll sich jeder Zuseher selbst zusammenreimen. In der 2. Staffel steht nun das Thema Nachhaltigkeit auf der Agenda. Im Zentrum steht dabei der nachhaltige Robo-Advisor Green Wallet. Emotionslose Computer sollen bei der Erzielung der Rendite  auch noch an die Umwelt und das Sozialwesen denken? Ja, das ist nicht der Fantasie eines Regisseurs entsprungen, es ist bereits heute Realität – es gibt sie wirklich, die nachhaltigen Robo-Berater.

Nachhaltig und digital

Die filmische Auseinandersetzung mit dem Thema Nachhaltigkeit ist nicht weiter verwunderlich. Denn auch in der Finanzwelt ist es bereits seit einigen Jahren auf der Agenda angekommen. ETFs beispielsweise, die Unternehmen mit schlechter CO2-Bilanz ausschließen, gibt es schon seit Jahren. Vor etwa zwei Jahr hat schließlich dieser Trend auch die Welt der Robo-Advisors erreicht.

Viele der digitalen Vermögensverwalter bieten bereits nachhaltige Anlagemöglichkeiten an. Dabei orientieren sie sich an den ESG-Kriterien. Diese Abkürzung steht für Umwelt (Environment), Soziales (Social) sowie Unternehmensführung (Governance).

ETFs und aktive Fonds, die diese Kriterien erfüllen, schließen Unternehmen aus, die in den Bereichen Waffenindustrie, Erwachsenenunterhaltung, Tabak, Spirituosen, Gentechnik, Atomindustrie, Kohlebergbau und Tierversuche aktiv sind. Diese Bereiche sind für entsprechende Anleger tabu. (ETF-Liste mit allen nachhaltigen ETFs)

Nachhaltige Robo-Advisors-Strategien

Auch Robo-Advisors bieten längst ESG-konforme Strategien an. Dazu zählen etwa Visualvest, Liqid, Vividam, Oskar, Peaks, Investify und Solidvest.

Dabei gibt es Anbieter, die rein auf Nachhaltigkeit setzen und solche, die daneben noch herkömmliche Portfolios anbieten. Die digitalen Vermögensverwalter Liqid und Visualvest bieten so etwa eine Doppelstrategie an, sie haben neben konventionellen Strategien auch nachhaltige Anlagemöglichkeiten im Portfolio.

Vividam setzt dagegen ausschließlich auf Nachhaltigkeit. Auch bei Solidvest sind die Macher auf nachhaltige Titel umgestiegen. In den Portfolios von Oskar sind fünf von zehn ETFs nachhaltiger Natur. Bei Investify setzt bei der Umsetzung auf die kirchliche Pax-Bank.

Green Wallet: Ein Überblick der realen Anbieter

Vividam hat derzeit vier verschiedene Strategien im Angebot. Diese unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Aktienquote. So bietet der digitale Vermögensverwalter Strategien mit einem Aktienanteil von 30, 50, 70 und 100 Prozent an. Vividam nutzt zur Portfolio-Zusammenstellung aktiv gemanagte Fonds. Die Mindestanlage beträgt 3.500 Euro, ein Sparplan kann ab 75 Euro pro Monat eingerichtet werden. Die Servicegebühr beträgt 1,08 Prozent pro Jahr, die Produktkosten werden zwischen 1,35 und 1,82 Prozent veranschlagt.

DJE Kapital, der Betreiber von Solidvest, hat seine Portfolios auf Nachhaltigkeit umgestellt. Bei Solidvest kommt ebenfalls ein aktives Konzept zum Einsatz. Zwischen 10.000 und 100.000 Euro fallen für die Vermögensverwaltung 0,9 Prozent zuzüglich zehn Prozent Gewinnbeteiligung an. Für die Depotbank werden 0,5 Prozent fällig. Diese Sätze sinken ab 100.000 Euro auf 0,8 bzw. 0,3 Prozent. Die Gewinnbeteiligung liegt auch hier bei zehn Prozent.

Bei Oskar ist man bestrebt, mehr und mehr Nachhaltigkeit in die Portfolios einfließen zu lassen. Bereits die Hälfte der darin befindlichen ETFs basieren heute auf diesen Grundsätzen. Der Aktienanteil beträgt im konservativsten Portfolio 50 und im offensivsten 90 Prozent. Die Servicevergütung sowie die Kosten für den Wertpapierhandel liegen insgesamt bei 0,8 Prozent für Anlagebeträge von 10.000 Euro oder mehr und bei einem Prozent für Anlagebeträge von weniger als 10.000 Euro. Hinzu kommen externe Produktkosten für die Finanzinstrumente in Höhe von 0,14 Prozent. Diese sind aber bereits in den ETFs eingepreist und werden nicht separat berechnet. Sparpläne lassen sich ab 25 Euro führen.

Peaks ist eine Finanz-App, mit der man kleine Beträge in ein Portfolio aus nachhaltigen ETFs investieren kann. Die Überwachung und Steuerung des Vermögens erfolgt über die App. Einzahlungen und Auszahlungen sind ebenfalls über die App möglich. Einzahlungen sind auch automatisch möglich, dazu werden entweder Kontobuchungen aufgerundet oder man legt tägliche Sparbeträge zwischen ein und zehn Euro fest. Einmal wöchentlich werden die Beträge in die gewählte Anlagestrategie investiert. Der Kunde kann aus vier Anlagestrategien mit Fokus auf Nachhaltigkeit wählen, die ein unterschiedliches Risikoprofil aufweisen. Das Sparen ist bereits ab einem Euro möglich. Allerdings ist es zu empfehlen mit einem höheren Anlagebetrag anzufangen, denn nach den ersten drei Monaten kostenlose Testphase fällt bei Anlagebeträgen unter 2.500 Euro monatlich eine Gebühr von einem Euro an. Erst darüber fällt die variable Peaks-Gebühr in Höhe von 0,50 Prozent auf die Anlagesumme an.

Der Anbieter Visualvest wartet neben seinen sieben klassischen Anlagestrategien auch mit sogenannten „GreenFolios“ auf. Dabei können sich Anleger zwischen drei verschiedene Anlagestrategien entscheiden, die sich in ihrem Aktienanteil und somit ihrer Risikostufe unterscheiden. „GreenFolios“ werden aktiv gemanagt, was sich allerdings wiederum auch in den Produktkosten niederschlägt. Diese liegen um etwa 0,45 Prozentpunkte höher als beim klassischen Visualvest-Produkt. Die Servicegebühr beträgt 0,60 Prozent. Mindestens müssen Anleger eine Summe von 500 Euro anlegen, auch Sparpläne sind möglich. Hierbei liegt der Mindestsparbetrag ebenfalls bei 25 Euro monatlich.

Auch der digitale Vermögensverwalter Liqid bietet eine nachhaltige Anlagestrategie an. Seit Juni 2018 ist die Strategie „LIQID Global Impact“ für Anleger investierbar. Diese basiert auf der länger bestehenden „LIQID Global Strategie“. Die Mindesteinlage liegt bei 100.000 Euro, auch ein Sparplan kann eingerichtet werden. Bei der Servicegebühr nimmt der Anbieter eine Staffelung gemäß angelegtem Kapital vor. Legt beispielsweise ein Anleger die Mindestanlagesumme von 100.000 Euro an, so fallen Gebühren in Höhe von 0,50 Prozent auf die Anlagesumme an. Investiert ein Anleger eine Million Euro, sinken die Gebühren auf 0,35 Prozent. Die neben der Servicegebühr anfallenden Produktkosten für ETFs, ETCs und Fonds belaufen sich bei „LIQID Global Impact“ auf 0,43 Prozent.

Eine weitere nachhaltige Strategie stammt von Investify. Seit Ende 2018 können Privatkunden auf das Angebot von Pax-Investify zurückgreifen. Die in Zusammenarbeit mit der kirchlichen Pax-Bank ins Leben gerufene Vermögensverwaltung ist ab 10.000 Euro zugänglich und trägt ethischen und nachhaltigen Kriterien Rechnung. Die Prüfung der Produkte erfolgt durch die Pax-Bank. Die Kosten für den digitalen Service belaufen sich auf ein Prozent des verwalteten Vermögens pro Jahr. Für Kunden mit einem Anlagebetrag von mehr als 100.000 Euro sinken die Kosten auf 0,80 Prozent.

Auch für Selbstentscheider macht eine Umstellung auf ein nachhaltiges ETF-Portfolio Sinn. Welche Konsequenzen diese auf ein ETF-Portfolio hat, wurde von  Markus Jordan, Gründer des Anlegerportals  extraETF.com kürzlich untersucht.

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