22. Dezember 2014
midcaps

Großer Effekt mit kleinen Firmen

» Kleine und mittlere Unternehmen steigen in der Gunst der Anleger. Sie überzeugen mit hohen Renditen und profitieren vom konjunkturellen Aufschwung.

Da ein Investment in solche Unternehmen auch mit einem vergleichsweise höheren Risiko einhergeht, empfiehlt sich aus Diversifikationsüberlegungen der Weg über ETFs. «

Large Caps, Mid Caps und Small Caps

Aktien werden häufig nach ihrer Marktkapitalisierung unterschieden, wobei der Begriff „Cap“ die englische Kurzform für die Kapitalisierung (Capitalization) beschreibt. Zu den Large-Cap-Aktien, also den Unternehmen mit dem höchsten Börsenwert, werden meist solche mit einer Marktkapitalisierung von zwei Milliarden Euro und mehr gezählt. Etwa 40 Prozent der Unternehmen weltweit gehören zu dieser Kategorie, repräsentieren dabei jedoch rund 80 Prozent der globalen Marktkapitalisierung. Als Mid Caps gelten Unternehmen mit einem Börsenwert zwischen 500 Millionen und zwei Milliarden Euro, während die Small Caps eine Marktkapitalisierung unter einer halben Milliarde Euro aufweisen. In Deutschland gibt es mit den Börsenindizes DAX, MDAX und SDAX jeweils ein Segment für Large-, Mid- und Small-Cap-Aktien. Small- und Mid-Cap-Unternehmen stehen naturgemäß weniger im Fokus der Öffentlichkeit. Doch seit einiger Zeit haben US-amerikanische wie europäische Unternehmen des Mid- und Small-Cap-Bereichs deutlich an Beliebtheit gewonnen. Hintergrund dieser Entwicklung ist in erster Linie die Fortsetzung der konjunkturellen Erholung. Dies dürfte vor allem kleinere Unternehmen favorisieren, die sich während Phasen einer konjunkturellen Erholung häufig besser entwickeln als der Gesamtmarkt.

Size-Effekt

Dieser sogenannte „Size-Effekt“, nach dem kleine und mittlere Unternehmen auch langfristig eine bessere Performance als Large Caps aufweisen, gilt auch in der Wissenschaft als belegt; dabei können Small Caps als die Aktienkategorie mit der höchsten Renditeerwartung angesehen werden. Diese Aktien haben in den USA nach Berechnungen des Kapitalmarkt-Forschers Jeremy Siegel über knapp vier Jahrzehnte hinweg durchschnittlich eine nominale Rendite von 14,8 Prozent im Jahr erzielt, wobei sich unterbewertete Small Caps noch deutlich besser entwickelt haben. Im Vergleich dazu legten US-amerikanische Large-Cap- Aktien in diesem Zeitraum jährlich um zwölf Prozent zu.

Untersuchungen verschiedener weiterer Wissenschaftler, so etwa der Behavioural Finance Group der Universität Mannheim, zeigen, dass es diesen Performancevorteil kleiner Werte langfristig zwar durchaus gibt, dieser jedoch im Zeitablauf nicht kontinuierlich besteht. So gab es während der vergangenen Jahrzehnte immer wieder Phasen, in denen die Entwicklung kleinerer Unternehmen hinter der von Large Caps zurückblieb. Insgesamt betrachtet scheinen Large Caps dabei in rezessiven oder konjunkturell schwachen Phasen besser abzuschneiden als Small Caps.

Investment leicht gemacht

Selbstredend ist es nicht sinnvoll, dem „Size-Effekt“ zu viel Bedeutung beizumessen und ausschließlich auf diese Unternehmen zu setzen. Vielmehr kann eine gezielte Beimischung von Titeln mit mittlerer und kleiner Marktkapitalisierung zu einer Reduzierung des Gesamtrisikos eines Portfolios beitragen; eine

Grafik1 Grosser Effekt

Gewichtung der Werte in einem Portfolio in der Größenordnung von zehn bis 15 Prozent wird seitens der Wissenschaft häufig genannt. Besonders deutlich wird der Diversifikationseffekt, wenn man Small- und Mid-Cap-Unternehmen aus verschiedenen Ländern miteinander kombiniert. Hier werden Diversifikationseffekte besonders deutlich, während sich Large Caps aus unterschiedlichen Regionen weitestgehend gleichförmig bewegen, wie die sehr hohe Korrelation zwischen beispielsweise dem DAX, dem EURO STOXX 50 und S&P 500 belegen. So bietet beispielsweise Lyxor Anlegern eine breite Auswahl an Small- und Mid-Cap-ETFs, die einen einfachen Zugang zu diesem Anlageuniversum ermöglichen.

Die Auswahl reicht dabei von länderspezifischen ETFs für französische, deutsche, spanische und italienische Mid-Cap-Aktien, Produkte auf europäische Unternehmen sowie solche der Eurozone bis hin zu US-amerikanischen Nebenwerten. Bei der Auswahl der Produkte sollten Anleger gewisse Eigenheiten berücksichtigen. So sind europäische Small-Cap-Barometer stärker binnenorientiert, während die Mid-Cap-Indizes aufgrund der globalen Ausrichtung vieler Unternehmen weniger von den Entwicklungen in Europa abhängen. Während bei den europäischen Indizes Industrieund IT-Werte tendenziell eine übergeordnete Rolle spielen, besteht bei US-Barometern ein Übergewicht der Finanzbranche. Anleger sollten die unterschiedlichen Gewichtungen abgleichen, um starke Klumpenrisiken zu vermeiden.