Halbleiter-Mangel – so nutzen Sie mit einem ETF die lukrative Investment-Chance

Nach Prognosen der Wirtschaftsprüfer von PWC winkt dem Halbleitersektor ein goldenes Zeitalter. Was steckt hinter dem Halbleiter-Boom? Und mit welchem ETF können Sie daran partizipieren?

Aktuell herrscht ein weltweiter Mangel an Halbleitern. Was zunächst wie ein Treppenwitz anmutet, ist in vielen Industrien ein schwerwiegendes Problem. Denn „Halbleiter sind Kernbestandteil aller elektrischen Systeme. Sie machen auch Daten zum begehrten Rohstoff der Zukunft“, betonte hin längst Harald Kröger, seines Zeichens Geschäftsführer von Bosch.

Immer häufiger ist bereits aus der Autoindustrie zu hören, dass Bänder in den Produktionen stillstehen, da es an den begehrten Halbleiter-Chips fehlt. Allein der Volkswagen-Konzern mit Marken wie Audi oder Porsche konnte 100.000 Fahrzeuge nicht fertigstellen. Aber nicht nur in der Autoindustrie sind Halbleiter ein rares Gut.

Halbleiter sind knapp – und begehrt

Auch in den Bereichen der künstlichen Intelligenz, Cyber-Sicherheit, Smartphones oder des Smarthomes werden die Chips dringend benötigt. Die Liste könnte man sicherlich noch lange fortführen. Und ein Ende der Misere ist nicht in Sicht.

Der geschäftsführende Direktor des drittgrößten Chipherstellers Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC), C. C. Wei, erwartet dass die Nachfrage weiter hoch sein wird. Weiter betont Wei: „Die Knappheit wird das Jahr über andauern und sich vielleicht in das Jahr 2022 hineinziehen.“

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Doch was sind die Gründe der Knappheit? Ursprung der Krise war die Corona-Pandemie. Viele Werke der Chiphersteller standen still. Aber auch einer der größten Absatzmärkte der Herstelle, die Autoindustrie, sah sich gezwungen ihre Produktion zurückzufahren. So konzentrierten sich die Chiphersteller zunächst auf die große Anfrage aus dem Bereich der Verbraucherelektronik und der Telekommunikationstechnik. Denn Geräte für das Homeoffice waren so gefragt wie noch nie.

Nach der ersten Unsicherheit fing jedoch auch die Autoindustrie wieder an zu produzieren und durch die Konzentration auf die Elektromobilität waren Halbleiterchips gefragt wie noch nie. Die Produktionsstätten der Chiphersteller konnten nicht im Gleichschritt mit der Nachfrage nach ihren Produkten wachsen. Zudem gab es weitere Probleme in der Chipindustrie. In Japan brannte die Chipfabrik von Renesas Electronics ab.

Der Geschäftsführer Hidetoshi Shibata gab zwar das Ziel aus, dass im Mai schon wieder produziert werden soll, doch in der Zwischenzeit wird sich der Mangel verschärfen. Zudem legten unteranderem Schneestürme in Texas die Produktionsstätten amerikanischer Hersteller lahm. Zu allem Überfluss stand mit dem Suez-Kanal eine der Haupttransportstrecken für Warentransport für einen ganzen Monat still. So erhielten die Chiphersteller wichtige Komponenten nur mit großer Verzögerung.

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Des einen Leid, des anderen Freud

Den Chipherstellern winkt ein goldenes Zeitalter. Die letzten Quartalszahlen von der TSMC ließen darauf schließen, dass die Halbleiterindustrie stark von der großen Nachfrage profitieren wird. TSMC verkündete einen Gewinnsprung von knapp 20 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Umsatz stieg um 16,4 Prozent.  

TSMC verkündete, dass die Anlagen bereits auf voller Kapazität laufen und dass sie in den kommenden drei Jahren 100 Milliarden Dollar in die Erweiterung der Produktion und Entwicklung investieren. Auch der weltgrößte Chipkonzern Intel teilte Ende März mit, die Produktionskapazitäten in den USA stark ausbauen zu wollen. 20 Milliarden Dollar würden in zwei neue Fabriken in Arizona investiert.

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Weiter prognostizierten die Wirtschaftsprüfer von PWC in einer Studie, dass sie davon ausgehen, dass der globale Halbleitermarkt ein Umsatzwachstum von 4,6 Prozent pro Jahr einfahren könne. Der weltweite Chipmarkt soll von 481 Milliarden Dollar im Jahr 2018 bis auf 575 Milliarden Dollar im Jahr 2022 wachsen. Im Jahr 2026 soll er sogar um die 730 Milliarden Dollar betragen.

Sie sehen, dass in der Halbleiterindustrie noch sehr viel Potential steckt. Die Digitalisierung wird weiter voranschreiten, sodass die Nachfrage nach Halbleitern die nächsten Jahre nicht abflachen dürfte. Doch wie können Sie von diesem Wachstum profitieren?

Profitieren mit einem Halbleiter-ETF

Sie könnten mit dem VanEck Vectors Semiconductor UCITS ETF (WKN: A2QC5J) gezielt in die Halbleiterindustrie investieren. Der ETF enthält derzeit 25 Hersteller und Zulieferer, die mindestens 50 Prozent ihres Umsatzes mit Halbleitern generieren. Anfang Dezember 2020 hat VanEck den ETF aufgelegt und die laufenden Kosten auf 0,35 Prozent pro Jahr festgesetzt. Der ETF bildet die Performance des MVIS® US Listed Semiconductor 10% Capped Index nach. Wie aus dem Namen des Index bereits zu schließen ist, ist die Gewichtung eines einzelnen Unternehmens auf 10 Prozent begrenzt. Die Gewichtung wird halbjährlich angepasst.

Das Interesse an Investitionen in Halbleiter-Unternehmen zeigt sich deutlich durch diesen ETF. Im Zeitraum von der Auflage Anfang Dezember 2020 bis Mitte April 2021 wuchs das Volumen des ETFs auf 260 Millionen Euro. Es bleibt natürlich abzuwarten, ob sich die Prognosen der Analysten und Experten erfüllen. Mit dem ETF umgehen Sie zumindest die Konzentration auf nur ein bestimmtes Unternehmen und können den Halbleitermarkt insgesamt abdecken.

VanEck Vectors Semiconductor UCITS ETF

WKN: A2QC5J ISIN: IE00BMC38736
Kurs 20,89 €
Kosten (TER) 0,35 %
Fondsvolumen 561 Mio. €
Indexabbildung Physisch
1 Monat +4,45 %
Lfd. Jahr +24,53 %
Mehr Infos zum: VanEck Vectors Semiconductor UCITS ETF
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Über den Autor:

Max Paprotny ist freier Mitarbeiter und schreibt auf extraETF.com Beiträge zum Thema Geldanlage. Der examinierte Jurist hat sich bereits während des Studiums in den Themen Wirtschaft und Finanzen weitergebildet und die Instagram-Finanzplattform Maxximieren gegründet.