Investieren mit ETFs: Diese 5 Lehren habe ich aus der Coronakrise gezogen

Die Zeiten an der Börse waren noch nie so spannend und lehrreich wie aktuell. Welche Lehren Anleger aus den letzten Monaten ziehen konnten. Ein Resümee!

2020 war ohne Zweifel ein Jahr mit vielen Höhen und Tiefen. Die Covid-19-Krise hat jeden Lebensbereich beeinflusst – insbesondere die Finanzmärkte haben die Auswirkungen zu spüren bekommen. Wie bei allen historischen Krisen gilt es, stärker wieder aus ihr herauszukommen.

Auch wenn ich optimistisch in die Zukunft blicke, ist es an der Zeit, das vergangene Jahr unter die Lupe zu nehmen und Lehren aus den Geschehnissen zu ziehen. Wichtig: Hierbei handelt es sich um persönliche Ansichten. Sicherlich wird es Anleger geben, die gewisse Punkte anders sehen. Ein Abgleich der Meinungen und Lehren, die man persönlich aus dem Erlebten gezogen hat, kann dennoch niemals schaden.

Entspannter mit Volatilität umgehen

Erfahrene Investoren kennen sie – die sogenannte Volatilität bzw. Kursschwankung. Finanzmärkte unterliegen konstanten Bewegungen, mal fallen sie größer aus, mal kleiner. Die Covid-19-Krise hat die Volatilität der Börsen zusätzlich intensiviert. Privatanleger müssen lernen mit Kursschwankungen umzugehen, da Angst sie davon abhalten wird, langfristig Vermögen aufzubauen.

Betrachten Sie einmal die Entwicklung des Weltindizes MSCI-World seit 1970 und achten Sie einmal darauf, wie sich dessen Verlauf in Abhängigkeit vom Zeithorizont verändert. Je länger Sie dessen Entwicklung betrachten, desto geringer erscheinen die Schwankungen. Betrachten Sie hingegen einzelne Jahre oder Monate, dann wirkt die Kursentwicklung direkt „turbulenter“.

Anleger müssen verstehen, dass die Finanzmärkte kurzfristig „einbrechen“ können – das gehört zum Zyklus dazu. Langfristig werden die Märkte jedoch steigen und nur wer am Ball bleibt gewinnt. Wer Volatilität nicht ausstehen kann, hat die Möglichkeit sein Portfolio breiter (z.B. höhere Anleihenquote) zu streuen oder Sie können auch einfach mal eine Zeit lang nicht auf Ihren Depotstatus schauen.

ESG-Werte haben großes Zukunftspotenzial

Unternehmen mit starken ESG-Ratings haben im Durchschnitt weniger Kurseinbrüche erlitten als der Rest der Marktteilnehmer. Das ist eine spannende Beobachtung, denn sie zeigt einerseits, dass diese Unternehmen eine schwächere Exposition gegenüber Marktrisiken haben und andererseits, dass Anleger die langfristige Relevanz von Nachhaltigkeit vermehrt in ihre Anlageentscheidungen einfließen lassen.

Analysten von J.P. Morgan sind sich sicher, dass die Covid-19-Krise als Katalysator für ESG-Investments fungieren wird. Einer repräsentativen Umfrage zufolge gaben 71 Prozent der Teilnehmer an, dass durch die Pandemie die Aufmerksamkeit gegenüber von Umweltrisiken steigen wird. Auch ist das allgemeine Bewusstsein für mehr Nachhaltigkeit und soziales Zusammenleben innerhalb der Gesellschaft stark angestiegen. Das dürfte die Märkte langfristig beeinflussen.

Tipp: Hier erfahren Sie alles, was Sie über das Investieren in Nachhaltigkeits-ETFs wissen müssen.

Market-Timing funktioniert nicht, Disziplin schon

Ich erwische mich häufiger in Tagträumen, in denen ich mir vorstelle, wie viel Geld ich verdient hätte, wenn ich doch nur in Unternehmen X zum Zeitpunkt Y investiert hätte. Wir alle hatten diesen Gedanken sicherlich schonmal. Lassen Sie sich von beeindruckenden Daytrader-Karrieren nicht täuschen.

Es gibt keine empirischen Beweise oder Modelle, nach denen es möglich ist, den optimalen Einstiegszeitpunkt zu berechnen. Ganz im Gegenteil, es schadet sogar Ihrer langfristigen Rendite. Je länger und konsequenter Sie im Markt bleiben, desto höher sind auch Ihre Renditeaussichten.

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Diversifikation bleibt entscheidender Erfolgsfaktor

Ein breit gestreutes ETF-Portfolio ist Ihre beste Abwehr gegen volatile Märkte. Und damit meine ich nicht nur eine Streuung innerhalb einer Anlageklasse (z.B. Aktien), sondern auch zwischen Anlageklassen. Anleihen und Gold haben sich beispielsweise in der Vergangenheit als optimale Instrumente erwiesen, Marktkorrekturen abzufedern. Je niedriger Ihre Risikoneigung, desto höher sollte die Anleihenquote in Ihrem Depot sein.

Als robuste Anlagestrategien haben sich in der Vergangenheit die Allwetter-Strategie von Ray Dalio und die Portfoliostrategie des norwegischen Staatsfonds bewährt.

Die Lehren aus dem Tech-Boom

Dass FAANG-Aktien überbewertet sind, bald einen Crash erleben werden und keine signifikanten Wachstumsaussichten mehr bieten, halte ich persönlich für ein Gerücht. Auch den Vergleich mit dem Platzen der Dotcom-Blase um die 2000er Wende herum halte ich persönlich für deplatziert. Die Umstände haben sich verändert. Spannend ist vor allem die Entwicklung der Technologiewerte im Zuge der Covid-19-Krise. Alle FAANG-Werte haben den MSCI World geschlagen.

Darüber hinaus könnte man behaupten, dass die Technologie-Branche im vergangenen Jahr einen großen Sprung nach vorne gemacht hat. 2020 hat verdeutlicht, wie fest digitale Medien in unserem Alltag verankert sind. Können Sie sich ein Leben ohne elektronischem Zahlungsverkehr, Online-Shopping, Cloud-Lösungen, Homeoffice und sozialen Netzwerken noch vorstellen? Vermutlich nicht.

Sicherlich bietet das aktuelle Bewertungsniveau mit KGVs über 200 allerlei Gründe zum Diskutieren. Technologiewerte jedoch als nächste Spekulationsblase zu bezeichnen, ist aus meiner Sicht eine sehr oberflächliche und verallgemeinernde Ansicht. 

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