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Mehr Gehalt oder Rente: Jeden Monat Ausschüttungen

Um dies zu realisieren, reicht es bereits einen Anleihen-ETF im Depot zu haben. Alternativ geht das auch mit drei Dividenden-ETFs. So funktioniert die „Jeden-Monat-Ausschüttungen“-Variante (JMA).

Dividendenzahlungen sind auf Rekordniveau. Im Jahr 2018 wurden laut Statista rund 36 Milliarden Euro allein von den 30 Dax-Konzernen ausgeschüttet. Zehn Jahre zuvor waren es noch 28 Milliarden Euro. Privatanleger können mittels ETFs ganz unkompliziert an den Ausschüttungen aller großen Weltkonzerne partizipieren.

Streufeuer an Dividenden

Ein typischer Dividenden-ETF ist etwa der Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield ETF (WKN: A1T8FV). Dieser enthält mehr als 1.300 Aktien. Die Top-Positionen sind die bekannten Großunternehmen Johnson & Johnson, Exxon Mobil, Nestlé, Pfizer und Procter & Gamble. Da jedoch nicht alle enthaltenen Unternehmen am gleichen Tag Dividende zahlen, fallen folglich zu allen möglichen Zeitpunkten Zahlungen der Unternehmen an den ETF an.

Diese Ausschüttungen parkt der ETF auf einem internen Cash-Konto und schüttet wiederum die Dividendenzahlungen an die ETF-Anleger in einem vorher definierten Intervall aus. So ein Ausschüttungsintervall kann je nach ETF jährlich, halbjährlich oder quartalsweise festgelegt sein. Es gibt sogar ETFs, die monatlich ausschütten – 20 an der Zahl. 

Bei thesaurierenden ETFs werden die Ausschüttungen übrigens kontinuierlich reinvestiert. Fällt von einem Unternehmen eine Dividende an, so wird das jeweilige Wertpapier direkt nachgekauft. Damit wird ein hoher Cash-Bestand im ETF-Vermögen vermieden. Das Stichwort lautet in diesem Zusammenhang Cash Drag. Als Cash Drag bezeichnet man den nicht investierten Bargeldbestand im ETF-Vermögen. Wird dieser nicht wieder reinvestiert, verringert sich geringfügig die Rendite des Gesamtportfolios bei steigenden Märkten, aber mindert auch nicht so stark die Rendite bei fallenden Märkten.

Durch eine geschickte Kombination von quartalsweise ausschüttenden Aktien-ETFs können Anleger einen monatlichen Einkommensstrom mittels Dividenden generieren. Nachfolgend erfahren Sie, wie Sie ein derartiges ETF-Portfolio stricken können.

Tipp:

Hier finden Sie alle Aktien-ETFs mit quartalsweiser Ausschüttung.

Hier finden Sie alle Immobilien-ETFs mit quartalsweiser Ausschüttung.

Hier finden Sie alle Anleihen-ETFs mit monatlicher Ausschüttung.

Anleihen-ETFs mit monatlicher Ausschüttung

Insgesamt gibt es 20 in Deutschland zum Vertrieb zugelassene Anleihen-ETFs, die jeden Monat die anfallenden Kupons an ihre Anleger ausschütten. Anleihen-ETFs werden in Staats- oder Unternehmensanleihen aufgeteilt.

Aufgrund des höheren Bonitäts- und Ausfallrisikos werfen Unternehmensanleihen in der Regel mehr Rendite bei höherem Risiko für Anleger ab. Zudem lassen sich die jeweiligen Anleihetypen nochmals in die Regionen Industrie- und Schwellenländer unterscheiden. Wobei Industrieländer im historischen Blick geringere Schwankungen aufwiesen als Schwellenländer.

Interessant ist beispielsweise der Vanguard USD Corporate Bond UCITS ETF (WKN: A143JM). Der ETF investiert in US-Dollar-denominierte Unternehmensanleihen in Industrie- und Schwellenländern weltweit. Allerdings sind die USA mit circa 80 Prozent besonders stark gewichtet. Die Ausschüttungsrendite 2018 betrug 3,68 Prozent. Der iShares J.P. Morgan $ EM Bond ETF (WKN: A0NECU) und Vanguard USD Emerging Markets Government Bond ETF (WKN: A143JQ) investieren hingegen nur in US-Dollar-denominierte Staatsanleihen aus den Schwellenländern. Beide ETFs schütten jeden Monat aus und wiesen eine Ausschüttungsrendite von 4,77 bzw. 4,72 Prozent im Jahr 2018 aus. Daneben gibt es auch monatlich ausschüttende ETFs auf Staats- und Unternehmensanleihen aus der Eurozone. Die Ausschüttungsrenditen von weniger als einem Prozent sind allerdings zu gering, um Teil unseres geplanten ETF-Portfolios zu sein.

Jeden Monat Dividende mit drei Aktien-ETFs

Mit einem ETF-Portfolio bestehend aus iShares STOXX Global Select Dividend 100 (WKN: A0F5UH), SPDR S&P Global Dividend Aristocrats (WKN: A1T8GD) und Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield (WKN: A1T8FV) erhalten Anleger jeden Monat eine Ausschüttung. Jeder der drei ETFs schüttet zwar quartalsweise aus, aber immer um einen Monat versetzt. Somit entsteht ein kontinuierlicher Einkommensstrom über das Jahr.

Die ersten beiden ETFs wurden bereits in der Titelgeschichte vorgestellt (S. 12 bis 16). Der Vanguard All-World High Dividend Yield investiert weltweit in Unternehmen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit in den kommenden zwölf Monaten eine Dividende zahlen. Gewichtet werden die Unternehmen anhand ihrer Marktkapitalisierung innerhalb des ETF. Stark darin gewichtet sind die USA, Großbritannien und Japan.

(Hinweis: Durch ein spätes Ex-Datum der Ausschüttung, kann es vorkommen, dass die tatsächliche Zahlung bei einem ETF erst im darauffolgenden Monat anfällt)

Die drei Aktien-ETFs stellen das Grundgerüst des Jeden-Monat-Ausschüttungen“-Portfolios (kurz: JMA-Portfolio) dar. Wenn das Portfolio nicht zu 100 Prozent aus Aktien bestehen soll, kann es mit den vorher genannten Anleihen-ETFs ergänzt werden.

Diese Anleihen-ETFs weisen deutlich geringere Schwankungen und Kursrücksetzer (maximaler Drawdown) auf als die Dividenden-ETFs. Das schafft für Anleger noch mehr Diversifikation über Anlageklassen im Portfolio.

Außerdem schwankt die monatliche Auszahlungshöhe der Anleihen-ETFs nicht so stark wie die der Aktien. Das glättet Ausschüttungsspitzen vor allem nach der Dividendensaison (meist drittes Quartal) und  führt im Ergebnis zu mehr Stabilität.

Beliebig konstruierbar

Das Schöne an diesem Portfolio: Sie können jeden Baustein nach Ihren eignen Bedürfnissen oder Ihrem Geschmack austauschen. Wenn Ihnen das Portfolio zu US-lastig erscheint, können Sie etwa den Vanguard-Dividenden-ETF gegen den iShares STOXX Europe 600 (WKN: 263530) austauschen. Dieser hat das gleiche Ausschüttungsintervall und eine solide Ausschüttungsrendite von 2,63 Prozent.

Möchten Sie lieber etwas Immobilien beimischen, besteht mit dem iShares Developed Markets Property Yield (WKN: A0LEW8) eine Alternative. Dieser brachte Anlegern eine Ausschüttungsrendite von 3,82 Prozent und wäre vom Intervall eine Austauschmöglichkeit zum SPDR-Dividenden-ETF. Ist ein höheres Schwellenländer-Engagement gewünscht, so stehen Anlegern auch hier sieben quartalsweise ausschüttende Aktien-ETFs zur Verfügung. Das ETF-Universum bietet Anlegern alle Möglichkeiten.

Das Portfolio in der Praxis

Hätte ein Anleger Anfang 2018 insgesamt 100.000 Euro gleichmäßig in das JMA-Portfolio investiert, so hätte er durchschnittlich jeden Monat etwa 300 Euro an Ausschüttungen erhalten. Nicht berücksichtigt sind Transaktionskosten, Freibeträge und Steuern.

Bei einer Investition von 50 Prozent in den Vanguard Anleihen-ETF und je 16,67 Prozent in die drei Dividenden-ETFs wären jeden Monat im Schnitt 340 Euro auf das Konto geflossen. Für eine durchschnittliche Ausschüttung von 1.000 Euro hätte man Anfang 2018 übrigens 300.000 Euro in die Hand nehmen müssen. Diese Werte gelten auch unter der Annahme, dass Transaktionskosten, Freibeträge und Steuern nicht berücksichtigt werden.

Fazit: Jeden Monat satte Ausschüttungen zu erhalten, ist nicht schwer. Dadurch können Anleger etwa das Einkommen oder die Rente praktisch und automatisch aus dem Depot aufstocken.

Ihnen hat dieser Beitrag aus dem Extra-Magazin Nr. 3/2019 gefallen und Sie möchten das Magazin künftig zum Erscheinungstermin lesen? Bestellen Sie jetzt das Extra-Magazin im Abonnement oder als Einzelausgabe und bleiben Sie immer aktuell informiert.

Video-Tipp zu den JMA-Portfolios