Von Katja Brauchle21. Juni 2022
Kehrtwende bei Minuszinsen - immer mehr Banken schaffen Verwahrentgelt ab

Kehrtwende bei Minuszinsen - immer mehr Banken schaffen Verwahrentgelt ab

In den vergangenen Jahren haben viele Banken Minuszinsen für Kontoguthaben eingeführt. Doch immer mehr Geldhäuser schaffen das sogenannte Verwahrentgelt wieder ab. 

Auch die Consorsbank * reagiert nun auf die Ankündigung der EZB, im Juli und September die Zinsen zu erhöhen. „Wenn die EZB die negativen Einlagensätze reduzieren sollte, werden wir die Entgelte für Kundeneinlagen entsprechend anpassen“, so ein Sprecher gegenüber der FAZ.  Vorige Woche hatte bereits die Deutsche Bank bekannt gegeben, Minuszinsen im Oktober abzuschaffen.

Keine Minuszinsen mehr für Kunden 

Die Liste der Banken, die derzeit noch Verwahrentgelte für höhere Guthaben erheben, ist lang. DKB *, Comdirect *, Deutsche Bank, Flatex-Degiro – sie alle bitten Kundinnen und Kunden ab bestimmten Kontoguthaben zur Kasse. Allerdings könnte sich der Trend zum Minuszins bald umkehren. So streicht neben der Consorsbank und der Deutschen Bank auch die ING * Deutschland kurzfristig die Verwahrentgelte für den allergrößten Teil ihrer Kunden. Zum 1. Juli steigen die Freibeträge für Guthaben auf Giro- und Tagesgeldkonten von derzeit 50.000 auf 500.000 Euro pro Konto, teilte die Bank mit. 

Laut einer Liste der Vergleichsplattform Verivox planen aktuell 18 Banken, Minuszinsen abzuschaffen oder zumindest stark anzupassen. Ein großer Teil davon sind Volks- und Raiffeisenbanken.

Auch die DKB verspricht den Kundinnen und Kunden eine Abkehr vom Verwahrentgelt. Die BayernLB-Tochter ist mit fünf Millionen Kunden eine der größten deutschen Direktbanken. „Wenn sich die EZB bewegt und den Einlagensatz heraufsetzt, werden wir das eins zu eins nachvollziehen und weitergeben“, sagte Finanzchef Jan Walther in einem Interview mit Bloomberg News schon im März. 

Verbraucherzentralen kämpfen weiter

Die Verbraucherzentralen kündigten unterdessen an, trotz dieser Meldungen weiter rechtlich gegen die Minuszinsen vorgehen zu wollen. „Die laufenden rechtlichen Verfahren zu Negativzinsen erübrigen sich nicht durch die Ankündigung einzelner Institute, künftig auf Negativzinsen verzichten zu wollen“, sagte David Bode vom Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV).

Man wolle grundsätzlich klären lassen, ob Verwahrentgelte in Form von Negativzinsen gegenüber Verbrauchern auf Giro- und Tagesgeldkonten zulässig seien.

Tipp: Du möchtest vorsorgen? Hier gelangst du zum neuen Vorsorgerechner von extraETF.com.

Bald wieder Zinsen für Sparer?

Können Sparerinnen und Sparer nun also wieder auf satte Zinsen für Guthaben auf Tagesgeldkonto und Co. hoffen? Bis es wirklich soweit ist, könnte es noch dauern. Angebote für Festgeldkonten scheint es bislang nur im EU-Ausland zu geben. Und durch die hohe Inflation sind Sparer aktuell nach wie vor nicht im Vorteil.

Jetzt die aktuelle Ausgabe des Extra-Magazins bestellen!
  • Inflation: Wie du mit ETFs die Inflation besiegst
  • Welt-Index: Die besten ETFs auf den MSCI World
  • Aktiensparpläne: Wo du kostenfrei in Aktien investieren kannst
  • Cybersecurity: Die besten Aktien und ETFs für den neuen Megatrend
  • Plus: 60 extra Seiten über nachhaltige ETFs mit echtem Impact