Von Thomas Brummer29. September 2021
Deshalb ist die Wahl ein Super-Signal für ETF-Sparer.

Kommentar: Deshalb ist die Wahl ein Super-Signal für ETF-Sparer

Die Wahl ist gelaufen. Ampel und Jamaika sind die Optionen für eine Koalition. In beiden Fällen dürfte die FDP eine große Bedeutung haben, was gut für ETF-Anleger ist.

Die Wahl bestimmt nach wie vor die Schlagzeilen des Landes. Derzeit deutet vieles auf eine Ampel-Koalition bestehend aus SPD, FDP und Grünen hin. Bundeskanzler wäre dann Olaf Scholz (SPD). Das Wirtschafts- und Finanzressort fällt dann vermutlich an die FDP. Gleiches gilt wohl auch im Falle von Jamaika, also Union, FDP und Grüne. Denn gerade Grüne und FDP sind diesmal als Mehrheitsbeschaffer das Zünglein an der Waage und haben respektable Ergebnisse eingefahren.

Doch warum ist das nun für ETF-Anleger so entscheidend? Ganz einfach, die FDP ist die Partei, die Anlegern besonders nahesteht und sie kommt vermutlich bald in die Position, entsprechende Vorhaben umzusetzen. Das Wahlergebnis kann also ein hervorragendes Signal für Anleger sein und die aufkeimende Aktienkultur in Deutschland weiter befeuern.

Diese FDP-Forderungen sind Geschenke für Sie als Anleger

Die Freien Demokraten möchten sich laut Wahlprogramm etwa die Spekulationsfrist sowie die Sparerfreibeträge vorknöpfen. Die Spekulationsfrist greift derzeit nur bei Gewinnen aus Immobiliengeschäften. Befand sich also ein Objekt zehn Jahre in den Händen des Eigentümers, so ist der Gewinn aus einem Verkauf nach Ablauf dieser Frist steuerfrei. Früher war dies auch bei Aktien der Fall, diese Regelung wurde jedoch abgeschafft. 

Die FDP fordert: Eine solche Regelung soll künftig auch wieder für Aktien gelten. Die Frist soll dabei drei Jahre betragen. Nach einer Haltedauer von drei Jahren wären Kursgewinne dann steuerfrei. Wildes Gezocke wird also vernünftigerweise nicht unterstützt, sehr wohl aber der langfristige Vermögensaufbau .

Ein weiterer Punkt, der Anlegern zugutekommt, ist der Sparerfreibetrag. Dieser soll steigen. Aktuell liegt dieser 801 Euro (Singles) bzw. 1.602 Euro (Ehepartner) jährlich. Bis zu diesem Betrag dürfen Anlegerinnen steuerfrei Zinsen, Dividenden und Kursgewinne erzielen. Die FDP strebt Freibeträge von 1.000 Euro bzw. 2.000 Euro an.

Beide Maßnahmen dürften Sparerinnen und Sparern den Vermögensaufbau mit ETFs schmackhafter machen. Langfristig dürfte davon das Pro-Kopf-Vermögen der Deutschen profitieren. Die Aktie ist die langfristig attraktivste Anlageform. Streuung und ein langer Atem reduzieren das Risiko zwischenzeitlicher Kursschwankungen erheblich. Um dies zu erreichen, sind ETFs das Mittel der Wahl.

Tipp: ETF-Empfehlungslisten – hier finden Sie die besten ETFs zu allen wichtigen Anlageklassen.

Früh übt sich, denkt man sich bei der FDP. So sollen Neugeborene 1.000 Euro für eine gesetzliche Aktien-Rente erhalten. Andere Länder machen es vor: Die Norweger oder Schweden wissen schon lange, dass vernünftiger Vermögensaufbau nur über eine (breit gestreute) Aktienanlage möglich ist. Doch selbst die FDP ist hier leider noch zu zögerlich. Denn nur zwei Prozent vom Brutto soll im Rahmen der Aktien-Rente in Aktienfonds fließen. Aber jeder gute Anfang beginnt mit kleinen Schritten, der Kurs stimmt.

Die FDP wird es nach der Wahl schon richten

Für den privaten Vermögensaufbau stellt die FDP aktuell wohl das attraktivste Programm aller Parteien zur Verfügung. Da die Grünen mit sehr großer Wahrscheinlichkeit sich voll und ganz dem Klima verschreiben, dürfte die FDP gute Chancen haben, ihre Inhalte in puncto Vermögensaufbau durchzusetzen. Der Machthunger der SPD dürfte nach so langer Zeit ohne Kanzlerschaft groß genug sein, um die Juniorpartner großzügig mit deren Wunschbereichen auszustatten. Anleger dürfen in freudiger Erwartung sein.