Von Redaktion14. Juli 2022
Kommt der Crash? Fünf Geldanlage-Regeln für unruhige Zeiten

Kommt der Crash? Fünf Geldanlage-Regeln für unruhige Zeiten

Das Jahr 2022 zeigt erneut, wie sinnfrei Prognosen sind. Schwarze Schwäne wie den Krieg in der Ukraine oder die drastischen Lockdowns in China hatte niemand vorhergesehen. Gerade in Krisenzeiten sind klare Regeln bei der Geldanlage für Anleger viel wichtiger als Prognosen.

Denn sie schützen auch vor unerwarteten Entwicklungen.Mit diesen fünf einfachen Regeln kommen Anlegerinnen und Anleger durch jede Krise. 

Regel 1: Vertraue auf den langfristigen Aufwärtstrend bei Aktien!

Seit 1929 weist der Trend des amerikanischen Aktienindex S&P 500 trotz einiger negativer Jahre ganz klar nach oben. Selbst starke Einbrüche erscheinen im Rückblick als kleinere Korrekturen. Es ist kaum sinnvoll anzunehmen, dass sich dieser Aufwärtstrend in den kommenden Jahren grundlegend ändern wird.

Regel 2: Kenne deinen Zeithorizont und bleibe dabei!

Wer bei der Geldanlage erfolgreich will, sollte einen vernünftigen Zeithorizont wählen. Bei einer Anlage mit Schwerpunkt Aktien sind zehn Jahre ein guter Mindestwert. Das ist vielen Anlegern zwar klar, dennoch schwenken die meisten zu einer (sehr) kurzfristigen Betrachtung, wenn es an den Börsen zu wackeln beginnt. Werde dir vor dem Investment klar, mit welchem Zeithorizont du an die Sache herangehst und erneuere innerlich immer wieder deinen Entschluss.

Regel 3: Akzeptiere Korrekturen am Aktienmarkt als unvermeidlich!

Ob Dotcom-Blase im Jahr 2000 oder die Finanzkrise im Jahr 2008 – jedes Mal dachten Anlegerinnen und Anleger, die Welt steht vor dem Untergang. In der Tat waren das ausgewachsene Bärenmärkte, in denen Anleger viel Geld verloren haben. Allerdings verlor nur, wer in dieser Zeit verkaufte. Wer dabei geblieben ist, liegt nun ordentlich im Plus.

Der S&P 500 steht heute inklusive Dividenden erheblich höher als vor seinem Hoch vor der Finanzkrise. Das Beste ist, kleinere und größere Korrekturen als unvermeidlich hinzunehmen. Aus unserer Sicht ist die aktuelle Korrektur übrigens kein Grund zur Panik und nicht der Beginn eines großen Bärenmarktes, da die Kurse nicht in allen Branchen fallen.

Regel 4: Ignoriere Nachrichten und Meinungen!

In der aktuellen Gemengelage sind Zeitungen und Onlineportale voll mit schlechten Nachrichten und düsteren Einschätzungen der Zukunft. Hinzu kommen die unvermeidlichen Marktschreier, die mit reißerischen Untergangsprognosen ihren Lebensunterhalt verdienen. Mein dringender Rat an alle, die nicht professionell Geld anlegen: Die Quellen ignorieren, soweit es möglich ist! Zum einen hat die Börse diese Informationen vermutlich längst berücksichtigt. Zum anderen werden Anlegerinnen und Anleger dadurch lediglich verunsichert. Für Privatanleger gilt: Weniger (Information) ist oft mehr!

Tipp: Asset Allocation – hier erfährst du, wie du Risiko und Ertrag miteinander in Einklang bringst.

Regel 5: Pass dein Portfolio an veränderte Umstände an!

Dieses „Augen zu und durch“ gilt nur in bestimmten Lebensphasen. Die Strategie bei der Geldanlage muss immer wieder der Lebenssituation sowie den individuellen Zielen und Möglichkeiten angepasst werden. Haben sich die persönlichen Umstände nicht wesentlich verändert? Dann solltest du den eingeschlagenen Anlageweg weiterverfolgen. Die Chancen, das Ziel zu erreichen, sind dann höher, als wenn du ständig hin und her wechselst. Erst wenn sich die Lebensumstände ändern, etwa zum Beginn des Ruhestands, solltest du dein Depot anpassen.

Über den Autor: Mirko Kohlbrecher

Mirko Kohlbrecher ist Investmentstratege bei der Spiekermann & CO AG in Osnabrück