Marc Friedrich: "DAS wird das beste Investment der nächsten zehn Jahre"

Marc Friedrich ist überzeugt: Wir befinden uns inmitten einer historischen Zeitenwende. Im Interview erläutert der Bestsellerautor, welche Assetklassen die größten Chancen bieten, in welche ETFs er investiert und bis wohin der Bitcoin * steigen kann. 

Marc Friedrich wird in manchen Medien oftmals als Crash-Prophet bezeichnet. Angesichts von Buchtiteln wie „Der Crash ist die Lösung“ und „Der größte Crash aller Zeiten“, die er zusammen mit Matthias Weik verfasst hat, ist dies kaum verwunderlich. In seinem neuesten Werk, das Friedrich nun erstmals als alleiniger Autor vorgelegt hat, rückt er das Thema Vermögenssicherung in den Fokus. Im Interview erklärt Marc Friedrich, wie jeder die Krise als Investment-Chance nutzen kann – und welche Assetklassen sich dafür anbieten. 

Herr Friedrich, Ihr letztes Buch hieß „Der größte Crash aller Zeiten“. Ihr neues Buch trägt nun den Titel „Die größte Chance aller Zeiten“. Hatten wir den größten Crash aller Zeiten bereits oder kommt der noch?

Beides ist richtig. Der Crash, den ich prognostiziert habe, kommt erst noch, aber er hat auch schon begonnen. Corona hat uns ja offenbart, dass unser System, dysfunktional und nicht resilient ist.  Wir sehen ja seit dem Coronaausbruch vor einem Jahr das Versagen der Politik, der Institutionen und natürlich auch der Gesellschaft. Wir sind gesellschaftlich extrem gespalten. Aus dem Grund sehen wir tatsächlich schon einen Crash – und zwar gesellschaftlich und auch politisch.

Wirtschaftlich haben wir uns seit dem Corona-Crash doch ganz gut gefangen, oder nicht?

Wirtschaftlich läuft es noch, ja. Aber ich glaube, dass aktuell eine Insolvenzverschleppung im Gange ist. Wir haben zig Zombie-Unternehmen künstlich am Leben erhalten. Wir haben die Rezession mit gigantischen fiskalischen, aber auch mit monetären Kaufprogrammen der Notenbanken abgefedert. Da werden die Kollateralschäden erst noch auf uns zukommen. Das heißt: Der Systemcrash kommt zwar erst noch, aber eigentlich hat er bereits begonnen. 

In Ihrem neuen Buch schreiben Sie, dass die 2020er Jahre eine goldene Dekade werden. Ihre Prognose hört sich bis dato eher düster an…

Auch hier ist wieder beides richtig. Es entwickelt sich parallel. Die Krisen sind auch immer das Fundament für etwas Neues. Wir werden die schlimmsten Verwerfungen aller Zeiten erleben, allerdings gepaart mit der größten Chance aller Zeiten. Wer sich richtig aufstellt, wird Vermögen auf Generationen schaffen – oder es wird alles vernichtet. Meine These ist:  Wir werden 99 Prozent verlieren, mit der nächsten Währungsreform, mit der nächsten Hyperinflation, mit den Staatsbankrotten. Das sind alles Worte, die nehme ich jetzt nicht in den Mund, weil sie sexy klingen, sondern weil ich das tatsächlich erwarte. 

Was bedeutet „sich richtig aufstellen“ konkret?

Rohstoffe sind aktuell für mich das Investment schlechthin. Viele erwarten jetzt ja, dass zum Beispiel die Künstliche Intelligenz die Basistechnologie für den kommenden Wirtschaftsaufschwung wird. Dem ist aber nicht so. Rohstoffe sind die nächste Basistechnologie. Warum? Ohne Rohstoffe keine KI und keine Digitalisierung! Du brauchst Zinn, Kobalt und Silber, um diesen Boom überhaupt zu befeuern. Das wird ein gigantischer Megatrend, den man als Anleger problemlos über ETFs, über Fonds, über Aktien und natürlich auch über Direktinvestments abdecken kann. 

Viele Profiinvestoren sprechen bereits von einem neuen Rohstoff-Superzyklus. Sie sehen das also ähnlich?

Absolut, der Superzyklus hat bereits begonnen. Diese Dekade, wird davon geprägt sein. Ich glaube, dass Minen-Aktien, Rohstoff-Aktien und Rohstoffe generell, alles outperformen werden. Selbst die FAANG-Aktien, die Technologie-Aktien. Wir werden jetzt einen Switch von Growth zu Value erleben. Rohstoffe waren jetzt in einem zehnjährigen Bärenmarkt und sind aktuell so günstig bewertet wie seit 1900 nicht mehr. Wer das jetzt erkennt, sollte genau jetzt antizyklisch Positionen aufbauen. Zum Beispiel auch über ETNs oder ETCs bei physischer Hinterlegung. 

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Welche Rohstoffe sind denn besonders spannend? 

Am meisten verwendet werden Kobalt, Zinn und Silber. Aber du brauchst auch zum Beispiel Palladium und Platin. Uranaktien sind schon enorm gestiegen aber immer noch ganz am Anfang der Entwicklung. Alles, was durch die Natur limitiert ist, wird explodieren. Einerseits weil wir wie verrückt immer mehr Geld drucken und dadurch die Inflation befeuern und andererseits einen sehr großen Nachfragebedarf nach diesen limitierten Gütern aufgrund des digitalen Transformationsprozesses der Wirtschaft.

Marc Friedrich: „Ich bin ultra-bullish, was Bitcoin angeht“

Gehen Sie denn auch short in gewissen Assetklassen?

Ja, ist aber wirklich nur eine kleine Zockerei mit etwa 2 Prozent des Portfoliowerts. Ich habe zum Beispiel den Tech-Sektor geshortet. Tesla, Google, Apple, alles was bei ARK drin ist. Lief sehr gut, aber das würde ich jetzt Privatanlegern eher nicht empfehlen. 

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Was halten Sie denn eigentlich von ETFs?

ETFs sind ein sinnvoller Baustein im Portfolio. Aber natürlich gibt es Vor- und Nachteile. Aber das gilt ja für alle Finanzprodukte. Ich habe auch Fonds, Aktien, Optionsscheine – und alles hat Vor- und Nachteile. Bei ETFs muss man halt immer drauf achten, ob sie Wertpapiere weiter verleihen. Das Kontrahentenrisiko ist nicht zu unterschätzen. Aber ich habe ETFs und finde die auch gut, weil das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. 

Welche ETFs haben Sie denn im Portfolio? Können Sie uns uns da mal ein bisschen mitnehmen in Ihr Depot? 

Insgesamt eine bunte Mischung. Von Vaneck habe ich den Gold-Miners (WKN: A12CCL), und den Gold-Junior-Miners (WKNA12CCM). Von iShares habe ich den Agrar-ETF (WKN: A1JKQK). 

Wie sieht denn grundsätzlich Ihre Asset Allocation aus? 

Anlegern rate ich im Buch folgende Aufteilung: 20 Prozen Bitcoin, 30 Prozent in eine eigengenutzte Immobilie. Dann 20 Prozent in Aktien, ETFs und Fonds und 30 Prozent in Edelmetalle. In meinem persönlichen Depot sieht es etwas anders aus. Ich bin ultra-bullish, was Bitcoin angeht, deswegen habe ich Bitcoin übergewichtet. 

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Was heißt ultra-bullish?

Bitcoin wird aus meiner Sicht in dieser Dekade das beste Asset werden. So wie die letzten 10 Jahre schon. Ich sehe sogar in diesem Jahr noch sechsstellige Kurse. 100.000 Dollar sehe ich eigentlich als Minimum an. Ich denke, dass wir in diesem Zyklus eher in Richtung 200.000 gehen vielleicht sogar bis 500.000 Dollar. Und dann, in dieser Dekade, wird es meiner Ansicht nach definitiv siebenstellig. Und zwar nicht nur eine Million, sondern eher zwischen drei und sieben Millionen Dollar.

Marc Friedrich: Die größte Chance aller Zeiten.
Das neue Buch von Bestsellerautor Marc Friedrich.