Maximum Drawdown: So weit kann es bei Ihrer Anlage nach unten gehen

Gerade in turbulenten Börsenzeiten sehnen sich Anleger nach Beständigkeit. Ein gutes Maß, diese vorab besser abschätzen zu können, ist der Maximum Drawdown.

Wer in Aktien investiert, wird sich mit sehr großer Wahrscheinlichkeit der Corona-Krise nicht entzogen haben. Doch es gibt durchaus Aktien bzw. gebündelt in ETFs, welche in solchen Krisen in aller Regel deutlich besser, oder trefflicher formuliert weniger schlecht entwickeln. Und: Jedes Prozent weniger an Verlust muss hinterher nicht mehr aufgeholt werden. Zumal das auch ungleich schwerer wird. Dazu ein Beispiel: Sinken die Anteile von 100 Euro um 20 Prozent auf dann 80 Euro, dann braucht es vom neuen Kursniveau aus 25 Prozent Steigerung, um wieder auf die ursprünglichen 100 Euro zu kommen. Bei einem 50-prozentigen Verlust von 100 auf 50 Euro sieht die Rechnung schon fataler aus. Jetzt braucht es eine Verdopplung, also ein Plus von 100 Prozent, um wieder das Startkapital zu haben. Das kann schon deutlich länger dauern.

Maximum Drawdown hilft, das Risiko besser abzuschätzen

Große Kursverluste brauchen viel Zeit und Geduld, bis Anleger wieder im grünen Bereich sind. Wer sich also auf ETFs konzentriert, die erfahrungsgemäß geringeren Schwankungen unterworfen sind, dessen Durststrecke fällt in der Krise erträglicher aus. Doch woher weiß ich das? Ein guter Indikator ist der Maximum Drawdown. Dieser gibt in der Rückschau den maximalen kumulierten Verlust innerhalb einer bestimmten Zeitperiode an. Das heißt die Kennzahl beantwortet die Frage: Wie hoch wäre mein höchster Verlust gewesen, wenn ich zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt eingestiegen wäre? Eine Drawdown-Phase endet mit Erreichen des bisherigen Höchststands.

So arbeiten Sie mit dem Maximum Drawdown

Sehen wir uns nun einige Beispiele an, die verdeutlichen sollen, wie Sie die Kennzahl des Maximum Drawdowns bei Ihrer Anlageentscheidung nutzen können. Bleiben wir zunächst bei des deutschen Anlegers liebstes Kind, dem Dax. Nach Platzen der Börsenblase Ende 2000 büßte der Dax vom Hoch zum Tief um 67,5 Prozent an Wert ein. Anleger mussten dann bis April 2007 warten, um überhaupt wieder auf den Einstandswert zu kommen. Infolge der Corona-Krise steht auf der Uhr bereits ein Minus von knapp 37 Prozent. Und genau hier zeigt sich, weshalb Anleger keinesfalls dem sogenannten Home-Bias anheimfallen sollten. Gemeint ist damit die Vorliebe zum heimischen Aktienmarkt. Denn einmal mehr zeigt sich, dass mit breiter Streuung das Verlustrisiko geringer ausfällt. Greifen wir uns hierzu den MSCI World. Der Maximum Drawdown fällt hier schon mit 31 Prozent moderater aus. Das lässt sich aber beispielsweise mit einem Welt-ETF auf weniger schwankungsintensive Unternehmen noch optimieren. Der Maximum Drawdown sinkt auf 23,8 Prozent, wobei Stichtag jeweils der 18. März 2020 ist. Eine Investitionsmöglichkeit ist der iShares Edge MSCI World Minimum Volatility UCITS ETF (WKN: A1J781).

Auch wenn Anleihen in guten Börsenphasen als langweilig erscheinen mögen. Doch gerade in Krisen zeigt sich, weshalb sie in jedes Portfolio gehören. Anleger hierzulande sollten für den „risikofreien Teil“ Staatsanleihen aus der Eurozone wählen. So hat etwa der Xtrackers Eurozone Government Bond UCITS ETF (WKN: DBX0AC) seit seiner Auflage zu keinem Zeitpunkt einen größeren Verlust als 6,9 Prozent eingefahren. Interessant: Die größten negativen Ausschläge liegen allesamt um die sechs Prozent.

Tipp: Die jeweiligen Werte zu den Maximum Drawdowns können Sie sich auf unserer Website zu jedem ETF anzeigen lassen. Haben Sie in der ETF-Suche ein Produkt ausgewählt, so klicken Sie dann auf den Reiter „Chart“. Wenn Sie dann mit der Maus nach unten fahren, gelangen Sie zum Maximum Drawdown.

Maximum Drawdown am Beispiel des iShares Edge MSCI World Minimum Volatility

Fazit: Eine breite Streuung aus Aktien und Anleihen hilft, den Maximum Drawdown zu senken. Keinesfalls sollten Sie nur auf ein Land oder gar einzelne Unternehmen setzen. Wer im Aktien- wie im Anleihenbereich auf die globalen Märkte setzt, reduziert bereits das Risiko. Wer noch eine Schippe drauflegen möchte, kann im Aktiensektor auf Low- bzw. Minimum-Volatility-Produkte setzen. Allerdings müssen sich Anleger dann unter Umständen in guten Marktphasen mit einer etwas niedrigeren Rendite zufriedengeben. Jedoch ist man damit auch wieder schneller im grünen Bereich.