Von Thomas Brummer26. Juli 2022
Mein ETF ist in US-Dollar ausgegeben - beeinflusst das die Rendite?

Mein ETF ist in US-Dollar ausgegeben – beeinflusst das die Rendite?

Wenn du einen Welt-ETF kaufst, wirst du feststellen: Bei manchen ist die Fondswährung US-Dollar, bei anderen Euro. Dann stellt sich natürlich gleich die Frage: Ist das ein Problem?

Gleich vorweg: Nein, das Konzept der Fondswährung  hat per se keine Relevanz für das Wechselkursrisiko einer Anlegerin oder eines Anlegers. Wenn du dir hier unsicher bist, ist das kein Grund, sich zu schämen. Denn so klar ist das auf den ersten Blick nicht!

Beispiel: MSCI World

Betrachten wir das Beispiel eines ETFs auf den bekannten Index MSCI World. Ein Blick in unsere ETF-Suche zeigt: Solche Produkte werden sowohl mit der Fondswährung Dollar als auch mit der Fondswährung Euro angeboten. Das Wechselkursrisiko für einen deutschen Privatanleger mit Heimatwährung Euro ist im Fall eines solchen ETFs mit der Berichtswährung Euro exakt gleich hoch wie bei einem Fonds mit der Berichtswährung US-Dollar. Der Grund: Die Berichtswährung ist eine willkürlich gewählte Recheneinheit zum Ausdrücken einer von ihr grundsätzlich unabhängigen ökonomischen Substanz.

Angenommen, der MSCI World Index rentiert in einem Kalenderjahr in US-Dollar mit sechs Prozent. Im gleichen Jahr wertet der Euro gegenüber dem US-Dollar um sechs Prozent auf. Das Anleger-Ehepaar Wolfgang und Petra, die in Köln leben (ihre funktionale Währung ist der Euro), haben in zwei MSCI-World-ETFs investiert. Wolfgang (ETF A) hat die Fondswährung Dollar und Petra (ETF B) Euro. Wie wirkt sich dieser Unterschied auf die realisierten Renditen der beiden aus?

Bei ETF A wäre die „berichtete“ Rendite (die Fondsrendite) sechs Prozent, also die Rendite in US-Dollar. Wolfgang und Petra kalkulieren aber beide in Euro – nur diese Rendite ist also für das Ehepaar letztlich ausschlaggebend. Freundlicherweise rechnet Wolfgangs Depotbank ihm die Dollar-Rendite von ETF A im monatlichen Depot-Report in Euro um und in Euro sind es null Prozent. Beim ansonsten identischen ETF B von Petra mit der Fondswährung Euro ist die berichtete Rendite von vornherein null Prozent, weil bereits die Fondsgesellschaft die Umrechnung vorgenommen hat. Das Ergebnis ist völlig gleich.

Tipp: ETF-Empfehlungslisten – hier findest du die besten ETFs zu allen wichtigen Anlageklassen.

Fondswährung ist egal

Ergo: Die Berichtswährung eines Fonds ist wirtschaftlich bedeutungslos. Für das echte Währungsrisiko in einer bestimmten funktionalen Währung kommt es nur auf die ökonomische Substanz an, die natürlich in beiden ETFs identisch ist – schließlich bilden sie denselben Index ab. Wird ein ETF in Dollar und zusätzlich in Euro angeboten, ist das eine für Anleger irrelevante Marketing-Spielerei. Du kannst also ganz beruhigt den ETF auswählen, der dir am meisten zusagt – unabhängig davon, in welcher Währung er ausgegeben wird.