Mit diesen ETFs können Sie Ihr Portfolio upgraden

Small Cap ETFs als Alternative zu Emerging Markets? Ja, das kann unter Umständen Sinn ergeben. Hier erfahren Sie die Gründe, warum Small Caps Ihr Depot upgraden – und welche ETFs sich dafür eignen. 

Viele Privatanleger ergänzen ihre MSCI-World ETFs gerne um einen Schwellenländer-ETF. Die Beimischung ergibt viel Sinn, da diese Regionen über großes Aufholpotenzial verfügen. Wer sein ETF-Portfolio noch breiter aufstellen kann zusätzlich (oder stattdessen auch) in Small-Cap-ETFs investieren – und so sein Depot upgraden!

Small-Caps (kleinkapitalisierte Unternehmen) finden sich unter anderem in Gerd Kommers Weltportfolio wieder, dessen Strategie auf Studienergebnissen von Nobelpreisträger Eugene Fama beruht. Der Portfolioansatz beruht auf dem sog. Small-Cap Effekt, nach dem kleinere Unternehmen langfristig besser performen als große Unternehmen (Large Caps). Ob der Small Cap Effekt tatsächlich (noch) wirkt, ist unklar – zweifelsohne bieten Nebenwerte jedoch gute Renditechancen für chancenorientierte Anleger. Warum, das erfahren Sie in diesem Beitrag.

Höhere Volatilität, größeres Wachstumspotenzial

Small Caps sind aufgrund ihrer Größe und regionalen Beschränkung auf den inländischen Markt prinzipiell volatiler als Large Caps. Diesen Nachteil gleichen Sie jedoch mit signifikant höheren Wachstumschancen aus. Lass Sie uns kurz ein Beispiel betrachten: Nehmen wir einmal an es gibt zwei Unternehmen. Unternehmen A (Small Cap) erzielt einen Jahresumsatz von 1 Million Euro, während Unternehmen B (Large Cap) einen Umsatz von 100 Millionen Euro erzielt.

Führen beide ein neues Produkt ein, dass ihnen jeweils eine Umsatzsteigerung von 200.000 Euro erwirtschaftet, so steigt bei Unternehmen A der Umsatz um 20 Prozent, während das prozentuale Wachstum bei Unternehmen B bei 0,2 Prozent liegt. Je größer das Unternehmen, desto mehr Aufwand muss es für das gleiche Umsatzwachstum betreiben. Das funktioniert nur bis zu einem gewissen Punkt. Selbst die wachstumsstärksten Unternehmen der Welt (z.B. Apple) sind von diesem Phänomen betroffen.

Aktienkurse reagieren besonders sensibel auf Umsatz- und Gewinnsprünge. Je größer diese Ausfallen, desto stärker wächst im Normallfall auch der Kurs. Von diesem Effekt können Small Caps logischerweise profitieren.

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Fokus auf entwickelte Länder

Emerging Markets investieren nicht nur in Large Caps, sondern in Unternehmen aus teilweise instabilen Entwicklungsländern, die zusätzliche Marktrisiken mit sich bringen. Gerade in Ländern wie Ägypten, Argentinien, Kolumbien oder Pakistan ist das politische Risiko omnipräsent. Diese Faktoren können das Wachstum der heimischen Wirtschaft negativ beeinflussen.

Bei Small Caps sieht die Lage grundsätzlich anders aus. Sie investieren zwar in kleine Unternehmen, dafür befinden sich diese in Industrieländern ohne marode Staatsfinanzen, politische Spannungen oder/und Korruption. Der MSCI-World Small Cap Index investiert ausschließlich in entwickelte Länder mit wesentlich besseren Rahmenbedingungen.

Staatskonzerne dominieren Emerging-Markets-ETFs

In Schwellenländer-ETFs sind oft Unternehmen enthalten, die staatlich gelenkt werden. Das ist für mich persönlich ein Interessenskonflikt, den ich als Anleger nicht gerne sehe. Grundsätzlich muss ich als Anleger nämlich davon ausgehen, dass diese Unternehmen nicht ausschließlich im Interesse ihrer Kunden und Aktionäre handeln, sondern im Interesse des Staates.

Bedenken Sie, dass dies nicht für sämtliche Einzelwerte gilt, jedoch nehmen chinesische Unternehmen eine große Gewichtung bei Schwellenländer-ETFs ein. Und gerade dort befinden sich Unternehmen wie China Construction Bank, China Mobile oder ICBC im Staatsbesitz. Auch der geplatzte Börsengang von ANT Financial kann als Warnzeichen gedeutet werden.

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Mit diesen ETFs können Sie Ihr Portfolio upgraden

Anleger haben mehrere Möglichkeiten in Small Caps zu investieren. Ich persönlich rate Ihnen in jedem Fall zu einem ETF, da sie so die Risiken besser streuen können. Stock-Picking ist besonders bei Small Caps keine sinnvolle Option.

SPDR Russell 2000 US Small Cap UCITS ETF (WKN: A1XFN1)

Dieser ETF deckt den Small Cap Market aus den USA ab und umfasst ca. 8 Prozent des gesamten US-amerikanischen Aktienmarktes. Das Gesundheitswesen bildet mit rund 20 Prozent die stärkste Branche im Index. Der Technologie-Sektor landet „nur“ auf Rang 5 (13,2 Prozent). Die meisten Positionen dürften Privatanlegern nicht bekannt sein.

Die Performance seit seiner Auflage ist beeindruckend. Der ETF hat seinen Anlegern eine durchschnittliche Rendite von fast 13 Prozent p.a. erwirtschaftet. Mit einer Total-Expense-Ratio (TER) von 0,30 Prozent und einer Tracking Difference (TD) von negativen 0,14 Prozent ist der ETF besonders günstig zu haben.

iShares MSCI World Small Cap UCITS ETF (WKN: A2DWBY)

Der ETF von iShares fokussiert sich auf den globalen Small Cap Markt und deckt die wichtigsten Nebenwerte aus Industrieländern ab. Obwohl erst 2018 aufgelegt, sind bereits über 3,3 Milliarden Euro im ETF bereits investiert. Der ETF umfasst insgesamt mehr als 3.000 Positionen, vorwiegend aus den USA (59,65 Prozent), Japan (10,23 Prozent) und der Eurozone (7,65 Prozent).

Auch bei diesem ETF stehen ausschließlich unbekannte Unternehmen im Index. Seit seiner Auflage haben Anleger eine Performance von 45 Prozent erzielen können. Die negativen Auswirkungen der Covid-19-Krise konnten bis dato wieder kompensiert werden.

Xtrackers MSCI Europe Small Cap UCITS ETF (WKN: DBX1AU)

Wie der Name vermuten lässt, deckt dieser ETF den europäischen Small Cap Markt ab. Es werden ca. 14 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung abgedeckt. Die Eurozone bildet das Schwergewicht unter den Regionen mit 36 Prozent. Großbritannien folgt mit 30 Prozent auf Platz zwei, danach Europa (ex Euro) auf Rang drei.

Deutschland ist mit knapp 10 Prozent vertreten. Anleger, die seit seiner Auflage in 2008 investiert waren, haben eine durchschnittliche Rendite von 8,82 Prozent p.a. erzielt. Mit einer TER von 0,30 Prozent und einer TD von 0,18 Prozent ist auch dieser ETF relativ günstig und eignet sich besonders für Anleger, die ihre regionale Diversifikation stärker mit europäischen Aktien gewichten möchten – und natürlich für alle, die ihr Depot upgraden möchten.