Mit diesen speziellen ETFs erhalten Sie Steuervorteile auf Ausschüttungen

Ausschüttungen und Steuervorteile? Mit speziellen ETFs kein Problem! Wir zeigen Ihnen, warum Immobilien-ETFs ein lohnender Baustein einer langfristigen, ausschüttungsorientierten Depotstrategie sind.

Immer mehr Anleger im Ruhestand nutzen das attraktive Preisniveau der Wohnimmobilien, um über einen Verkauf Ihrer Renditeobjekte nachzudenken. Die Hintergründe sind vielfältig: Neben dem Wunsch nach weniger Aufwand, sind es auch steuerliche Überlegungen, wie die Steuerfreiheit von Gewinnen nach über zehn Jahren Haltedauer bzw. die Ausnutzung von Schenkungssteuerfreibeträgen. Viele wollen aber einfach auch Klumpenrisiken im Hinblick auf den Standort, den Mieter oder innerhalb ihrer Vermögensstruktur reduzieren.

Wer bei der Anlage seines Geldes in der Anlageklasse Immobilien bleiben möchte, aber keine offenen oder geschlossenen Fonds wünscht, sollte sich mit ETFs beschäftigen, die in börsennotierte Immobilienunternehmen (Immobilienaktien) bzw. REITs (Real Estate Investment Trusts) investieren, häufig zusammengefasst als „Immobilien-ETF“ bezeichnet.

Voraussetzung für Steuervorteile

Im Vergleich zu klassischen Immobilien-Aktiengesellschaften wie zum Beispiel den im DAX notierten Unternehmen Deutsche Wohnen und Vonovia sind REITs (sprich „Riets“) mit Besonderheiten ausgestattet. Sie investieren zwar ebenfalls in Immobilien, müssen aber ihre Erträge auf Unternehmensebene nicht versteuern. Die Besteuerung der Gewinne erfolgt erst nach der attraktiven jährlichen Dividendenausschüttung von derzeit 2,5 bis 3,5 Prozent an die Investoren.

Voraussetzung für diese Steuervorteile ist zum einen, dass ein REIT mindestens 90 Prozent der Gewinne transparent an die Investoren ausschütten muss. Zudem muss der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit die Anlage in Immobilien darstellen, ein Handel von Immobilien ist untersagt. Des weiteren muss ein REIT eine gewisse Streuung (mind. 25 Prozent der Aktien in Streubesitz) aufweisen, um Interessenkonflikte zu vermeiden und es dürfen max. 55 Prozent Fremdkapital aufgenommen werden.

Darüber hinaus dürfen REITs nicht in Wohnimmobilien investieren, die vor 2006 gebaut wurden, um Preisspekulationen für den Mietmarkt zu verhindern. Die Investmentklasse der REITs kommt ursprünglich aus den USA, wurde bereits in den 1960er Jahren entwickelt und ist dort etabliert, in Deutschland sind nur eine Handvoll „echter“ REITs verfügbar.

Die Vorteile aus REIT-Aktien und Immobilien-Aktien in Kombination mit einer breiten Streuung verbinden ETFs. Deutsche Anleger werden intuitiv vom „iShares European Property Yield UCITS ETF“ (WKN: A0HGV5) angesprochen, der auf dem Heimatkontinent (ex UK) investiert. Der hohe Anteil an deutschen Wohnimmobilien ist auf den ersten Blick von Vorteil, die staatliche Einflussnahme (Mietpreisbremse, Enteignungen) birgt aber auch Risiken.

Ausschüttungsorientierte Strategie

Wie im Anleihen- und Aktien-Segment gilt es deshalb auch bei Immobilienaktien, weltweit zu streuen. Interessante ETF-Basisinvestments haben sowohl VanEck als auch iShares im Angebot, der eine etwas günstiger (WKN: A1T6SY), der andere ist dafür breiter aufgestellt (WKN: A0LEW8). Der Schwerpunkt liegt in den USA, die erwarteten Ausschüttungen liegen hier ca. ein Prozent höher als in Europa. Zu regionalen Abrundung kann der iShares Asia Property Yield ETF (WKN: A0LEQL) dienen.

Trotz der aktienähnlichen Börsenschwankungen und der Empfindlichkeit bei steigenden Zinsen, können Immobilien-ETFs ein lohnender Baustein einer langfristigen, ausschüttungsorientierten Depotstrategie sein. Insgesamt ist ein Immobilien-ETF für den dynamischen Anleger eine komfortable Möglichkeit in Immobilien zu investieren bzw. investiert zu bleiben, ohne direkt eine Immobilie zu erwerben bzw. zu behalten.

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Über den Autor: Mathias Lebtig

Mathias Lebtig, Geschäftsführender Gesellschafter, FP Asset Management GmbH in Freiburg

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