Von Katja Brauchle8. Februar 2022
N26-Studie: Frauen sparen anders als Männer

N26-Studie: Frauen sparen anders als Männer

Dass Männer und Frauen unterschiedliche Ansätze haben, wenn es um die Themen Geld und Vorsorge geht, ist nicht neu. Eine Studie der Onlinebank N26 zeigt die Unterschiede.

Wenn es um Altersvorsorge und Finanzplanung geht, halten sich viele Frauen leider immer noch zu sehr zurück und verlassen sich dabei auf den Partner. Sie legen oft weniger Geld zur Seite und greifen dabei auf klassische Sparformen zurück, etwa auf das Sparbuch. Das zeigen diverse Studien.

N26 hat nun eine eigene Studie zum Sparverhalten in mehreren europäischen Ländern veröffentlicht, darunter neben Deutschland Spanien und Frankreich. Die Studie basiert auf einer Auswertung von N26 Kundendaten, die zwischen Januar und Dezember 2021 erhoben wurden.

N26-Studie: Frauen sparen mehr als Männer. Doch stimmt das auch?

Das überraschende Ergebnis: Frauen sparen mehr Geld als Männer, trotz eines bis zu 30 Prozent geringeren Gehaltes. Im Schnitt sparen sie 22 Prozent ihres Monatsgehalts, Männer hingegen sparen nur 16 Prozent. Professor Dr. Mira Fauth-Bühler, Professorin für Wirtschaftspsychologie und Neuroökonomie an der FOM Hochschule für Oekonomie und Management in Stuttgart, erklärt das mit unserem inneren Kontrollsystem. Dies sei im Gehirn von Frauen größer als bei Männern, welche stärker zu impulsivem Verhalten wie spekulativen Investments oder Kontoüberziehungen neigen würden.

Diverse andere Studien zeigen ein gegenteiliges Bild. Eine Auswertung der Swiss Life aus dem vergangenen Jahr etwa zeigt, dass insgesamt weniger Frauen etwas für ihre Altersvorsorge tun und im Schnitt weniger Geld zurücklegen. Bezogen auf das Thema Rentenversicherung beispielsweise sind nur 44 Prozent der Kunden weiblich.

Eine andere Studie von Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung zeigt ebenfalls große Unterschiede beim Sparverhalten von Männern und Frauen. Laut der Studie legen 40,5 Prozent der männlichen Studienteilnehmer regelmäßig Geld zur Seite, bei den Frauen sind es nur 29,2 Prozent. Frauen glauben demnach auch weniger daran, dass sie sich mit regelmäßigem Sparen langfristig ein Vermögen aufbauen können.

N26-Kundinnen sparen anders

Dass die Studie von N26 zu einem anderen Ergebnis kommt, liegt zum einen sicherlich daran, dass nicht nur der deutsche Markt untersucht wurde, sondern auch die Ergebnisse aus Spanien, Frankreich und Italien mit einflossen. Möglicherweise sparen Frauen in anderen Ländern mehr als in Deutschland.

Eine weiter Erklärung könnte sein, dass die Kundinnen und Kunden der Bank aufgeschlossener und auch aufgeklärter sind. Wer sich bewusst für eine Neobank entscheidet, macht sich vielleicht generell mehr Gedanken um Finanzen und Vorsorge. Durch die Handhabung per App ist es außerdem leichter, Ausgaben und Einnahmen im Überblick zu behalten, als wenn man sich jedes Mal mühsam ins Online-Banking einloggen oder sogar noch Kontoauszüge vom Automaten holen muss.

Zwar gibt die Studie keinen Aufschluss darüber, in welcher Form Frauen ihr Geld anlegen. Derzeit bietet N26 noch nicht die Möglichkeit, etwa in Aktien, ETFs oder Kryptowährungen zu investieren, sondern nur verschiedene Formen des Girokontos. Doch die Tatsache, dass die Kundinnen der Bank beim Sparen die Nase vorn haben, ist ein gutes Zeichen.

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Frauen müssen aufholen

Denn noch immer machen sich Frauen zu wenige Gedanken zu ihrer eigenen Vorsorge und verlassen sich zu stark auf den Partner. Doch geht eine Beziehung in die Brüche, kann das somit für die Frau finanziell zum Problem werden. Besonders alleinerziehende Mütter sind stark gefährdet, später in die Altersarmut zu rutschen. Bereits jetzt sind rund 10 Prozent mehr Frauen davon betroffen, als gleichaltrige Männer. Und im Schnitt erhalten sie fast 50 Prozent weniger Rente. Eine Studie von Bertelsmann geht davon aus, dass bis 2036 jede dritte alleinstehende Rentnerin in Armut leben wird – davor die Augen zu verschließen, ist ein fataler Fehler.

Und gerade deshalb müssen sich Frauen stärker mit ihrer Altersvorsorge befassen und auch privat Maßnahmen treffen. ETFs sind ein einfacher und kostengünstiger Weg, um privat vorzusorgen. Dafür brauchen Frauen kein hohes Einkommen zu haben. Viele Broker bieten Sparpläne schon ab 10 Euro monatlich an, einige sogar schon ab einem einzigen! Und auch wenn derzeit manches Depot eher rot ist: Langfristig bringt ein ETF-Sparplan auf den Klassiker MSCI World im Schnitt 8 Prozent Gewinn. Über einen Zeitraum von 15 Jahren oder mehr macht das einen echten Unterschied auf dem Konto.

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