Von Katja Brauchle10. Februar 2022
Neue Trade Republic Studie: Junge Anleger denken langfristig

Neue Trade Republic Studie: Junge Anleger denken langfristig

Junge Anlegerinnen und Anleger spekulieren gern und sind risikoaffin, wenn es um ein Börsenengagement geht, so der allgemeine Tenor in der Finanzbranche. Eine neue Studie des Neobrokers Trade Republic * sagt etwas anderes.

Gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung Econ hat Trade Republic eine weltweite Studie mit über 200.000 Teilnehmern durchgeführt und diese zu ihren Anlagegewohnheiten und Zielen befragt. Einige Ergebnisse sind durchaus überraschend.

Neue Generation von Anlegerinnen und Anlegern

Bereits 2021 zeigte eine Studie des Deutschen Aktieninstituts den „Jugendboom“ an der Börse. 600.000 junge Menschen unter 30 stiegen im Jahr 2020 erstmals in den Börsenhandel ein, mehr als je zuvor seit Beginn der Erhebungen. Als Grund wurde etwa die Corona-Krise angeführt, die dafür sorgte, dass junge Menschen mehr Zeit und Geld zur Verfügung hatten und sich somit mit dem Thema Vorsorge und Investition zu befassen.

Auch der Siegeszug von Neobrokern wie Trade Republic hat einen Anteil daran. Sie machen es der Generation der Digital Natives mit Apps und günstigen Gebühren einfach, in den Börsenhandel einzusteigen. Auch ohne viel Expertenwissen oder Vorerfahrung.

Einigen alten Börsenhasen scheint dieser Jugendboom jedoch Sorgen zu bereiten. Manche Experten glauben, durch Unerfahrenheit und Risikobereitschaft könnten die „jungen Wilden“ zu einer Katastrophenhausse und somit einem Börsencrash führen.

Junge Anleger sind wenig risikoaffin

Die Studie von Trade Republic und DIW Econ zeichnet jedoch ein anderes Bild: Rund 90 Prozent der befragten Erstanlegerinnen und -anleger nutzen ETFs für ihr Investment und denken langfristig. Von diesen Erstanlegern sind 70 Prozent unter 35 Jahre alt. Ihnen ist Diversifizierung wichtig, riskante Finanzprodukte spielen eine untergeordnete Rolle. Insgesamt sind die Befragten zu 60 Prozent in Aktien, 26 Prozent in ETFs und 2 Prozent in Derivate investiert. Der Rest ist Cash.

 Laut der Befragung sind die Neulinge außerdem weniger bereit dazu, für eine höhere Rendite ein höheres Risiko einzugehen. Lediglich 11 Prozent haben eine hohe Risikotoleranz. Bei erfahrenen Anlegerinnen und Anlegern sind es immerhin 19 Prozent.

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Motivation Altersvorsorge

Die Angst vor der Altersarmut zeigt sich auch in den Studienergebnissen. Auf die Frage nach der Motivation für die Nutzung von Trade Republic gaben 77 Prozent der Umfrageteilnehmer an, es gebe für sie keine Alternative zum Kapitalmarkt wenn es um das Sparen geht. Und 72 Prozent der Befragten möchte langfristig investieren und für das Alter vorsorgen. 56 Prozent sagten „nein“ auf die Frage, ob sie aus Spaß am Nervenkitzel in Aktien oder ETFs investieren.

Männer in der Mehrzahl

Auch diese Studie zeigt: Der Großteil der Börsenteilnehmer ist männlich. 84,3 Prozent Männer stehen 15,3 Prozent Frauen gegenüber, 0,5 Prozent identifizieren sich als divers. Hier bestätigt die Studie ein generelles Problem, jedoch zeigt sie auch Besserung: Immerhin 20 Prozent der Erstanleger sind Frauen, bei den erfahrenen Investoren sind es gerade einmal 11 Prozent. Junge Frauen sind also stärker bereit dazu, ihre Vorsorge selbst in die Hand zu nehmen und scheuen den Sprung an die Börse immer weniger.

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