Von Katja Brauchle22. Dezember 2021
NFT-ETF ist jetzt an der Börse handelbar – doch was hat es mit dem Hype auf sich?

NFT-ETF ist jetzt an der Börse handelbar – doch was hat es mit dem Hype auf sich?

NFT – weißt du, wofür diese drei kleinen Buchstaben stehen und warum sie gerade nicht nur die Kunst-, sondern auch die Finanzwelt auf den Kopf stellen? Die Antwort darauf und alle wichtigen Infos zum neuen ETF findest du hier.

NFT ist das Akronym für Non Fungible Token, auf Deutsch: Nicht austauschbarer Token. Das bedeutet konkret, ein Token (digitale Währung) ist nicht eins zu eins gegen einen anderen eintauschbar. Eintauschbar sind beispielsweise Tokens wie Bitcoin, denn ein Bitcoin hat immer denselben Wert.

Non Fungible Tokens hingegen haben einen individuellen Wert. Sie zeichnen sich durch ihre Einzigartigkeit aus. Dazu gehören zum Beispiel digitale Kunstwerke oder Videos, die es in der Form nur ein einziges Mal gibt und deren Wert sich durch den Informationsgehalt bestimmt.

Große Unternehmen springen auf den Zug auf

Ein sehr bekanntes NFT ist etwa das animierte Nyan Cat-Gif. Fast jeder ist ihm irgendwann innerhalb des letzten Jahrzehnts im Internet begegnet. Kürzlich wurde es für 600.000 Dollar versteigert. Das Auktionshaus Christie’s hat ein digitales Gemälde sogar für unglaubliche 70 Millionen Dollar verkauft.

Und immer mehr Künstler und Unternehmen springen auf den Zug mit auf. Die Rockband Kings of Leon etwa hat in diesem Jahr als erste Band überhaupt ein Album als NFT heraus gebracht, Fußballvereine bieten Sammelkarten ihrer Stars als NFT an. Disney bietet direkt eine ganze NFT-Kollektion an und auch Adidas ist bereits auf den Zug aufgesprungen. Die Liste wird vermutlich weiter wachsen.

NFT: Nichts geht ohne die Blockchain

Das Prinzip funktioniert wie folgt: Die Ersteller der NFTs machen aus einem virtuellen Werk – wie eben einem Kunstwerk oder einem ganzen Musikalbum – über die Ethereum-Blockchain ein Sammlerstück, welches nicht fälschbar ist. Bezahlt wird in Ether. So lassen sich Einzelstücke herstellen, die dann entsprechend wertvoll sind. Jedes Stück ist einmalig – nicht beliebig austauschbar also.

Natürlich gibt es von einem Musikalbum nicht nur ein einziges, dennoch enthält das Album von Kings of Leon in diesem Fall gewisse Boni, die nicht durch einen Stream, einen Download oder auch einen Kauf des physischen Albums erhältlich sind. Der Vorteil für Künstler: Durch die Fälschungssicherheit können sie weit mehr Geld verdienen, als durch die klassischen Verbreitungswege von Kunst in jeglicher Form. Bei jedem Kauf verdienen die Künstler mit, illegale Downloads und Kopien sind nicht möglich. Als Fan oder Sammler kann man Künstler so also würdigen.

Tipp: Hier erfährst du alles zum Investieren in Branchen-ETFs.

NFTs jetzt auch als ETF – aber nicht in Deutschland

Es war nur eine Frage der Zeit, bis jemand einen ETF lanciert, mit dem Anlegerinnen und Anleger in NFTs investieren können. Getan hat es schließlich der ETF-Emittent Defiance, der allgemein gern auf Trendthemen wie Wasserstoff oder psychedelische Drogen setzt.

Aktuell ist der NFTZ-ETF nur in den USA handelbar und seit dem 2. Dezember an der Börse New York gelistet. Enthalten sind Unternehmen wie Ebay, Coinbase * und Robinhood. Laut diverser Experten soll die Branche großes Potential haben – und laut der News-Plattform investing.com hat sie im Dezember die magische Marke von 25 Milliarden US-Dollar geknackt. Doch ob der Trend Bestand hat und der ETF künftig auch in Europa handelbar sein wird, bleibt abzuwarten.

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