Portfolio-Idee: Ein robustes Portfolio mit 6 ETFs und breiter Asset Allocation

Wie sollte mein Depot aussehen? Es gibt unzählige Möglichkeiten. In diesem Beitrag stellen wir Ihnen eine Portfolio-Idee vor mit einer breiten Asset Allocation.

Das „Jahrhundertportfolio“ wurde von Mitarbeitern der „Welt am Sonntag“ entwickelt. Seinen Namen hat es erhalten, weil die die Verantwortlichen sich die Finanzmärkte über einen Zeitraum von etwa 120 Jahren angesehen haben mit dem Ziel, ein sehr robustes Portfolio für heftige Korrekturen und Crashs zu erstellen – und dennoch eine solide Performance zu erzielen. Herausgekommen ist das sogenannte Jahrhundertportfolio.

Dieser Beitrag zeigt Ihnen die Besonderheiten des Portfolio-Modells und was Sie als Anleger daraus lernen können. Wichtig: Dieser Beitrag behandelt die Grundlagen und möchte Ihnen einen groben Überblick verschaffen. Sie finden auf extraETF.com ein detailliert aufbereitetes Musterportfolio sowie einen Anlageleitfaden zum Jahrhundertportfolio.

Portfolio für fortgeschrittene Anleger

Das Jahrhundertportfolio kann auf Sicht von 5 Jahren eine Performance von knapp 9 Prozent pro Jahr aufweisen. Das ist angesichts eines Aktienanteils von lediglich 60 Prozent eine sehr gute Entwicklung. Durch den Aktienanteil litt seine Entwicklung jedoch stark unter den Korrekturen aus 2018 und 2020. Dies drückte auf die Rendite in diesen beiden Jahren. Das Portfolio besteht aus sechs ETFs und hat durchschnittliche Kosten (TER – „Total-Expense-Ratio“) von 0,33 Prozent pro Jahr. Geografisch bilden die USA den Schwerpunkt. 

Das Portfolio besteht aus:

  • 60 Prozent Aktien (Welt, Nordamerika)
  • 20 Prozent Staats- und Unternehmensanleihen
  • 10 Prozent Immobilien
  • 10 Prozent Gold

Die zusätzliche Hinzunahme von Anlageklassen verleiht dem Portfolio Stabilität und schwächt die aus der Aktienquote ausgelöste Schwankungsintensität ab. Es eignet sich vor allem für Anleger, die bereits im fortgeschrittenen Stadium des Vermögensaufbaus sind.

Tipp: Wir haben eine Seite in unseren Musterportfolios für das Jahrhundertportfolio angelegt. Hier finden Sie alle Details zu dem Portfolio. 

Mit diesen ETFs lässt sich das Portfolio nachbauen

ETF-NameTER in %AusschüttungReplikationsartVolumen in Mio. €
SPDR MSCI ACWI IMI UCITS ETF0,40NeinPhysisch261
iShares Listed Private Equity UCITS ETF0,75JaPhysisch551
Lyxor Core US Treasury 10+Y(Dist) UCITS0,07JaPhysisch270
iShares Global Corp Bond UCITS ETF0,20JaPhysisch1.090
VanEck Vectors Global Real Estate ETF0,25JaPhysisch105
Xetra-Gold0,00Nein10.535
Tipp: Asset Allocation – hier erfahren Sie, wie Sie Risiko und Ertrag miteinander in Einklang bringen.

Unterschätzen Sie nicht die Rolle von Anleihen als Stabilitätsanker

Neben ihrer hohen Liquidität und geringen Schwankungsbreite (zumindest bei bonitätsstarken Werten) dienen als Stabilitätsanker in Ihrem Portfolio. Anleihen weisen noch immer eine sehr geringe Korrelation mit traditionellen Risikoanlagen wie Aktien. Zudem kann ein breit gestreutes Anleihenportfolio auch aus Renditesicht Sinn machen. Der iShares Global Corp Bond UCITS ETF (WKN: A1J0YD) konnte seit seiner Auflage am 24. September 2012 eine durchschnittliche Jahresrendite von knapp 4,4 Prozent erzielen – und das trotz Niedrigzins in Europa und zu einem Bruchteil der Volatilität eines Aktienportfolios. Wie so oft kommt es auf die richtige Balance an.

Umfragen unter Privatanlegern im Frühjahr 2020 haben zudem gezeigt, dass Portfolio mit höherem Anleihen-Anteil eine deutlich bessere Performance erzielt haben als Portfolien ohne Anleihen. Das liegt zum einen an der Glättung der Volatilität und andererseits daran, dass Investoren aufgrund der geringeren Schwankungen weniger emotional auf die Marktkorrektur reagiert haben.

Tipp: Wer das Portfolio nachbauen möchte, erhält in unserem Beitrag „Investieren wie das Jahrhundert-Portfolio“ die entsprechende Anleitung.

Gold als Indikator für das Anlegervertrauen

Betrachten Sie Gold weniger als Investment und mehr als eine Art „Feuerversicherung“ in Ihrem Portfolio. Wenn es den Finanzmärkten brennt und Anleger das Vertrauen in das System verlieren, greifen sie zu Gold. Das zeigt die Goldpreisentwicklung seit den 90er erstaunlicherweise genau. Anfang des Jahres durchbrach der Goldpreis je Feinunze sogar die magische 2.000 US-Dollar Grenze.

Nachdem sich die Anleger beruhigt haben, sank der Goldpreis daraufhin und liegt aktuell bei knapp 1.900 US-Dollar je Feinunze. Seit Anfang Dezember befindet sich der Kurs aufgrund der steigenden Unsicherheit wieder auf Wachstumskurs.

In der Vergangenheit hat besonders die Weltpolitik einen entscheidenden Einfluss auf die Goldpreisentwicklung. Der Handelskrieg zwischen den USA und China, der Nahost-Konflikt, der Brexit und die massive globale Staatsverschuldung ließen die Nachfrage nach dem Edelmetall steigen. Er gilt somit als solider Indikator für das Anlegervertrauen.

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