Studie: Privatanleger investieren über 30 Mrd. Euro in ETFs

Im Jahr 2020 feiert die ETF-Branche ein besonderes Jubiläum: Am 11. April 2000 wurde der erste börsengehandelte Fonds (ETF) in Europa aufgelegt. In den dazwischenliegenden 20 Jahren hat das Interesse an ETFs – insbesondere unter deutschen Privatanlegern – immer weiter zugenommen. 

Den größten Zuwachs verzeichnete jedoch das Jahr 2019, das zeigen aktuelle Zahlen von extraETF Research. Wie aus dem heute veröffentlichten ETF-Marktbericht hervorgeht, ist das ETF-Anlagevolumen von Privatanlegern, bei den an der Studie teilnehmenden Banken, im Jahr 2019 von 18,8 auf 30,7 Milliarden Euro angewachsen. Das entspricht einer Steigerung von rund 63 Prozent. Auch die Anzahl der ETF-Sparpläne hat sich um knapp 50 Prozent auf 1,25 Millionen Ausführungen erhöht.

ETF-Markt 2019
ETF-Marktentwicklung 2019

ETF-Retail-Marktreport – Funktion und Ziele

Um diese und andere Zahlen zu ermitteln, veröffentlicht das Anlegerportal extraETF.com regelmäßig Statistiken zum Volumen des ETF-Marktes – in Zusammenarbeit mit Comdirect (► Zum Testbericht), Commerzbank (► Zum Testbericht), Consorsbank (► Zum Testbericht), DKB (► Zum Testbericht) Bank, ebase, Finvesto (► Zum Testbericht), Finanzen.net Broker, Flatex (► Zum Testbericht), ING (► Zum Testbericht) und der OnVista Bank (► Zum Testbericht). Die Auswertung deckt damit einen Großteil des deutschen Privatanlegermarktes ab.

Im Rahmen der Statistik wertet extraETF Research Umsatz und Bestandsmeldungen der teilnehmenden Direktbanken aus und fasst die Ergebnisse im ETF-Retail-Marktreport zusammen. Ziel der Statistik ist es, ein möglichst umfassendes Bild über das Nutzungsverhalten von Privatanlegern in Bezug auf den Einsatz von ETFs darzustellen. Nun liegen erstmals aktuelle Zahlen für das gesamte Jahr 2019 vor.

ETF-Anlagevolumen
ETF-Anlagevolumen von Privatanlegern.

Rekordjahr 2019 – das Jahr der Sparpläne

Demnach trieben deutsche Privatanleger 2019 nicht nur das Anlagevolumen in die Höhe. Den Zahlen zur Folge kann das Jahr 2019 auch als „Jahr der ETF-Sparpläne” bezeichnet werden: Im Dezember 2019 wurden 416.887 mehr ETF-Sparpläne ausgeführt als im Vorjahresmonat. Das entspricht einem Zuwachs von rund 50 Prozent. Aber auch die Höhe des monatlichen Sparvolumens sowie die der durchschnittlichen Sparplanrate erreichten bis Ende 2019 einen historischen Höchststand.

ETF-Sparpläne 2019
Anzahl ETF-Sparpläne

Überhaupt war 2019 ein „Rekordjahr” für deutsche Sparer, wie Markus Jordan, Herausgeber des Extra-Magazins, zu Protokoll gibt: „Der ETF-Markt für Kleinsparer ist im Jahr 2019 sprunghaft angewachsen. Immer mehr Anleger investieren in ETFs und setzen dabei auf ETF-Sparpläne – Tendenz steigend. Wir erwarten daher in den nächsten fünf Jahren eine Steigerung des Anlagevolumens auf über 100 Milliarden Euro und einen Zuwachs der Sparpläne auf rund 4 Millionen Stück.“

Sparpläne zum Vermögensaufbau beliebt

Auch für Verbraucherschützer steht beim Vermögensaufbau das Thema ETF-Sparplan meist an erster Stelle. Und inzwischen haben die meisten Banken auf die gestiegene Nachfrage reagiert. Viele Banken, darunter auch die sogenannten Low-Cost-Broker, bieten inzwischen sogar kostenlose ETF-Sparpläne an.

Um private Anleger bei der Wahl der richtigen Bank zu unterstützen, untersucht extraETF.com regelmäßig die Angebote der Banken, vergleicht und bewertet diese. Für jede Bank erstellt unsere Redaktion einen umfassenden Testbericht und erläutert darin, wo genau die Stärken und Schwächen der verschiedenen Anbieter liegen.