Schwellenländer sollen 2020 gefragt bleiben

Die USA und China werden nach Axel Cron, Chief Investment Officer bei HSBC Global Asset Management (Deutschland) Einschätzung die Lokomotiven der weiteren Erholung im kommenden Jahr sein. „Die USA wachsen robust mit 2,5 Prozent. Die Arbeitslosigkeit liegt auf einem 50-Jahres-Tief. Die realen Konsumausgaben steigen Quartal für Quartal, den Haushalten geht es gut. Die Sparquote liegt bei außerordentlichen acht Prozent“, fasst Cron zusammen. Negativ zeigt sich hingegen der Kapitalgütersektor, der seit etwa zwölf Monaten stagniert. Diese Entwicklung schlägt nach Ansicht des HSBC-Experten jedoch bislang nicht erkennbar auf den Rest der Volkswirtschaft durch.

China könnte in den kommenden sechs bis zwölf Monaten Impulse liefern

In China hingegen zeigten sich die Schwächen offensichtlicher. Der Verlust an wirtschaftlicher Dynamik ist vor allem auf zwei große Effekte zurückzuführen: den Handelskonflikt und die schwächere heimische Nachfrage. Letztere korreliert stark mit der Kreditvergabe, die die chinesische Regierung vor dem Hintergrund der enormen Verschuldung der Unternehmen und privaten Haushalte in Höhe von 220 Prozent der Wirtschaftsleistung in den vergangenen Jahren erfolgreich eingedämmt hat. Auf die darauf erfolgte abgeschwächte Nachfrage hat die chinesische Regierung mittlerweile reagiert und die Kreditvergabe erneut angekurbelt. „Wir sind optimistisch, dass der Nachfrageeffekt nicht nur innerhalb Chinas, sondern auch im Rest der Welt inklusive Deutschland in den kommenden sechs bis zwölf Monaten ankommen wird“, erwartet Cron. 

Dieser Impuls aus China dürfte Europas Wirtschaft und dort vor allem dem verarbeitenden Gewerbe wieder etwas auf die Sprünge helfen. Das Wachstum in der Eurozone ist nahezu zum Erliegen gekommen, woran Deutschland einen erheblichen Anteil hat. Der Industriesektor befindet sich in der Rezession. Positiv ragt derzeit Frankreich heraus. Das Land ist weniger dem Welthandel ausgesetzt und es wurden angebotsseitige Reformen angestoßen, begleitet von einer stimulierenden Fiskalpolitik.

In den Emerging Markets beobachtet Cron eine deutliche Divergenz zwischen Asien und den restlichen aufstrebenden Regionen. Während die asiatischen Schwellenländer mit guten Fundamentaldaten und einem Wirtschaftswachstum von rund vier Prozent überzeugen, wächst der Rest der Ländergruppe nur mit zwei Prozent. Insbesondere Lateinamerika ist stark belastet durch den nachlassenden Welthandel, das Ende des Rohstoffzyklus und die andauernden politischen Instabilitäten.

Crons eindeutiger Favorit im Aktienuniversum ist Asien: „Hier kommen Wachstumsstärke und eine sehr günstige Bewertung zusammen.“ In Asien haben Unternehmen vor dem Hintergrund des starken gesamtwirtschaftlichen Wachstums großes Potenzial, Wertentwicklung zu generieren. Dies ist bereits in den vergangenen zehn Jahren gelungen – die Kapitalmärkte haben dies laut Cron jedoch nicht ausreichend honoriert. Asiatische Firmen weisen nur ein KBV von 1,6 auf. „Da kann man als Investor fast nicht vorbeigehen, denn die strukturelle Wachstumsstory hat Bestand und den Unternehmen gelingt es, davon zu profitieren. Die niedrige Bewertung ist nicht gerechtfertigt“, resümiert Cron.

Wie können Anleger nun investieren?

Der Schwellenländerbereich wird in erster Linie von den asiatischen Staaten China, Taiwan und Südkorea dominiert. Wer auf Schellenländer setzen möchte, dem bietet sich etwa der thesaurierende iShares Core MSCI Em IMI UCITS ETF (WKN: A111X9) an.

Wem Ausschüttungen lieber sind, kann sich den iShares MSCI EM UCITS ETF USD (Dist) (WKN: A0HGWC) näher ansehen.

Tipp: Wer vor dem Hintergrund, dass der genannte Experte asiatischen Schwellenländern höhere Wachstumspotentiale sieht, sich eher auf solche Länder konzentrieren möchte, kann auch entsprechende ETFs auswählen. Ein solcher ist zum Beispiel der SPDR MSCI EM Asia UCITS ETF (WKN: A1JJTG).