Von Thomas Brummer3. August 2022
Sidi Kleefeld (DWS): Das sollten Anleger bei Themen-ETFs beachten

Sidi Kleefeld (DWS): Das sollten Anleger bei Themen-ETFs beachten

Themen-ETFs sind seit einigen Jahren ein großer Trend in der Finanzwelt. Es gibt kaum ein Thema mehr, zu dem sich keine Anlagemöglichkeit findet.

Wir haben mit Sidi Kleefeld-Von-Wuestenhoff, Head of ETF Advisory Sales bei DWS, darüber gesprochen, was Themen-ETFs für Anleger interessant macht und was die ETF-Sparte der DWS Xtrackers für die Zukunft bereit hält.

Herr Kleefeld, was macht Themen-ETFs so spannend?

Anleger können damit branchenübergreifend gezielt und kostengünstig über ETFs konkrete Themen  in ihren Depots abbilden. Das war früher so nicht möglich.

Im Zusammenhang mit Themen-ETFs fällt häufig der Begriff „Core-Satellite-Strategie“ – also, dass man um ein Kern-Portfolio (Core) einzelne Investments, ähnlich wie Satelliten, kreisen lässt. Was halten Sie davon?

Ich bin ein großer Freund von diesem Ansatz. Aber die genaue Umsetzung  überlassen wir unseren Kunden. So kann ein Kunden beispielsweise als Kern-Portfolio bestimmte Themen definieren und als Satelliten traditionelle Indizes wie beispielsweise den MSCI World, S&P 500 oder Schwellenländer-Aktien wählen. Es kann aber auch andersherum sein – also, dass Themen-ETFs in geringem Maß als Satelliten beigemischt werden. Am Ende des Tages entscheidet jeder  selbst, welche Kombination am besten zur eigenen Risikopräferenz und zum persönlichen Anlagehorizont passt.

Je mehr Themen-ETFs ich aufnehme, desto näher komme ich doch wieder dem Gesamtmarkt. Wie viele sind denn in einem Depot ratsam?

Grundsätzlich ist ein breit diversifiziertes Portfolio ratsam, abhängig von der Vermögensstruktur und der Risikopräferenz.  Themen-ETFs investieren über ihren Index nur ein in einen bestimmten Teil des Aktienmarktes, der zu dem entsprechenden Thema passt. Daher unterscheiden sich Themen-Indizes sehr stark vom Gesamtmarkt. Die Abweichung vom breiten Markt besteht immer noch, auch wenn Sie mehrere Themen-ETFs im Depot haben. Aber eine Faustformel, wie viele Themen-ETFs sinnvoll sind, kann man hier schwer nennen.

Sidi Kleefeld (DWS)
Sidi Kleefeld (DWS)

Anleger sollten sich stets die Frage stellen: Wie sind meine Renditeerwartungen und welche Risiken bin ich im Gegenzug bereit einzugehen? Themen-ETFs sind Aktien-Investments, die in der Regel im Wachstumssegment – also Growth Investing – angesiedelt sind. Das bringt in aller Regel höhere Schwankungen mit sich. Themen-ETFs können interessant sein für Anleger,  die zum ersten Mal darüber nachdenken, in Aktien zu investieren.

Tipp: Hier erfährst du alles über das Investieren in Themen-ETFs – inklusive wichtiger Brancheninfos und geeigneter ETFs.

Sie haben vor Kurzem vier neue Themen-ETFs auf den Markt gebracht. Können Sie uns diese bitte vorstellen?

Das Besondere an der Palette der Xtrackers MSCI Innovation UCIT ETFs ist, dass wir genau zugeschnittene Investments in die einzelnen Themen Fintech, Genomik und Internet bieten, so dass diese nicht verwässert werden. Dazu schauen wir uns zunächst den MSCI All Country World Index an – also den weltweiten Aktienmarkt mit Industrie- und Schwellenländern. Dann kommt die Auslese. Es folgt also eine Prüfung auf thematischer Ebene sowie eine Prüfung mit der ESG-Screened-Methodologie. Am Ende verbleiben 100 bis 200 Aktien im jeweiligen Anlageuniversum des Themen-ETFs.  Zum Vergleich: Der MSCI All Country World Index enthält ursprünglich mehr als 2500 Aktien.

Sie bieten unter anderem auch einen Fintech-ETF an. Erzeugen diese Unternehmen einen echten Mehrwert für Verbraucher?

Wir sind überzeugt, dass die Dienstleistungen von Index-Unternehmen wie mobiles Bezahlen und Finanz-Apps so stark genutzt werden, weil sie  einen Mehrwert bieten. Durch den Fokus auf solche Fintech-Unternehmen in einem thematischen ETF, schafft man für Investoren außerdem einen gezielten Kapitalmarktzugang.

Ein weiterer wichtiger Aspekt, der für alle Xtrackers MSCI Innovation-ETFs gilt: Um jedoch keinen Titel zu dominant werden zu lassen, haben wir den maximalen Anteil eines einzelnen Unternehmens auf 4,5 Prozent begrenzt. Dieser Wert kann durch Kurssteigerungen zwar kurzfristig mal darüber liegen, wird aber regelmäßig angepasst. Diese Regel gilt für alle unsere neuen thematischen ETFs.

Abschließend noch eine Frage: Was dürfen Anleger von Ihnen in den kommenden Monaten erwarten?

Unter anderem arbeiten wir derzeit  an der Entwicklung neuer ETFs, die weitere nachhaltigen Anlageziele abbilden. Auch weitere Themen-ETFs stehen in den Startlöchern.