Von Katja Brauchle22. Juli 2022
So berechnest du deine persönliche Inflationsrate – und kannst sie senken

So berechnest du deine persönliche Inflationsrate – und wie du sie senken kannst

8,6 Prozent Inflation im EU-Raum, 7,6 Prozent in Deutschland – so hoch war die Inflation im Juni. Doch wusstest du, dass du auch eine ganz persönliche Inflationsrate hast und wie du diese gezielt senken kannst?

Vor allem die Preise für Energie und Lebensmittel sind massiv in die Höhe gestiegen. Viele Deutsche sind besorgt, sparen bereits in vielen Bereichen und insbesondere jene, die nicht zu den Gutverdienern gehören, haben Angst vor explodierenden Energieabrechnungen nach dem kommenden Winter. Kein Wunder also, dass sich viele Menschen fragen, an welchen Stellen sie noch sparen können. Helfen kann dabei, erst einmal die persönliche Inflationsrate zu kennen – denn diese stimmt nicht zwangsläufig mit der amtlichen überein.

Persönlicher Inflationsrechner

Das Statistische Bundesamt hat dazu ein spannendes Tool, mit dem du deine eigene Inflationsrate berechnen kannst. Dazu trägst du deine monatlichen Ausgaben von Miete über Lebensmittel bis hin zu Lifestyle-Produkten ein und erhältst am Ende deine persönliche Rate und den Vergleich mit der amtlichen Inflation.

Persönlicher Inflationsrechner
Persönlicher Inflationsrechner des Statistischen Bundesamtes (Destatis)

Ich habe das ebenfalls gemacht und dabei festgestellt, dass meine persönliche Inflationsrate mit 6,7 Prozent etwas unter der amtlichen von 7,6 Prozent liegt. Der persönliche Inflationsrechner listet außerdem genau auf, in welchen Bereichen man im Vergleich mehr oder weniger Geld ausgibt. Wer etwa kein Auto hat, gibt logischerweise nicht die amtlichen 99 Euro monatlich für Kraftstoffe aus. Wer in München oder einer anderen beliebten Großstadt zur Miete lebt, wird aber kaum mit den angesetzten 275 Euro Nettokaltmiete hinkommen –  und einfach mal umziehen ist keine Option.

Ausgaben kritisch betrachten

Wer nun seine persönliche Inflation kennt, hat den Rechner auch dazu genutzt, um seine eigenen monatlichen Ausgaben einmal gründlich zu betrachten. Vielleicht hast du festgestellt, dass du jeden Monat 100 Euro für Restaurantbesuche ausgibst oder du wesentlich mehr Geld für Lebensmittel bezahlst, als die im Rechner amtlichen 136 Euro.

Zu den Produkten, die neben Kraftstoffen am stärksten von der Inflation betroffen sind, gehören etwa Sonnenblumen- und Rapsöl mit jeweils etwa 23 Prozent Preisänderung, Weizenmehl mit 15,1 Prozent und Geflügelfleisch mit 10,4 Prozent. Aber auch Milchprodukte sind deutlich teurer geworden. Hier lohnt sich der Vergleich und das gezielte Suchen nach Angeboten. Laut Statista sind Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke im Gesamten im Juni um 11,9 Prozent teurer geworden.

Versicherungen und Abos überprüfen

Hier liegt Potential, das viele gar nicht erkennen! Viele von uns haben diverse Streaming- und Zeitschriften-Abos, die wir gar nicht so viel nutzen. Frag dich, ob du wirklich fünf verschiedene Video-Streamingdienste brauchst oder ob vielleicht auch einer oder zwei ausreichend sind. 20 bis 30 Euro kannst du so locker einsparen.

Überprüfe außerdem deine Versicherungen. Möglicherweise gibt es bessere und günstigere Möglichkeiten als das, was du aktuell nutzt. Selbiges gilt für sämtliche Verträge wie Internet und Smartphone und natürlich auch für deine Bank! Nimm dir ein paar Stunden Zeit und schau dir alles genau an – verschenke hier nichts.

Tipp: Du möchtest vorsorgen? Hier gelangst du zum neuen Vorsorgerechner von extraETF.com.

Altersvorsorge ist weiterhin wichtig

Bitte spare nicht bei deiner Altersvorsorge und behalte deinen ETF-Sparplan bei – oder richte dir einen Sparplan ein. Auch in dieser Phase der hohen Inflation lohnt sich der Weitblick, vor allem dann, wenn du noch mehr als 10 Jahre Zeit hast. Denn dann profitierst du vom Zinseszinseffekt und kannst die Inflationsrate auch wieder ausgleichen. Und keine Sorge. Du musst nicht mit 100 Euro monatlich einsteigen, wenn du derzeit lieber etwas mehr Geld beiseite legen möchtest, etwa um eine mögliche hohe Nebenkostenabrechnung zu bezahlen.

Tipp: Hier findest du die kostengünstigsten Anbieter für ETF-Sparpläne.

Schon 10 Euro im Monat sind für den Anfang völlig in Ordnung. Die Inflation wird nicht auf Dauer so hoch bleiben und du kannst deine Sparrate anpassen, sobald sich alles wieder etwas entspannt. Doch die Rentenlücke wird angesichts der Entwicklungen leider nicht kleiner – und daher solltest du dieses Thema auch jetzt nicht aus den Augen verlieren.