Von Thomas Brummer24. November 2021

So findest du den passenden Robo-Advisor

Keine Lust auf Festgeld und Sparbuch? Wenn du lieber attraktiv in Aktien investieren möchtest, dich aber nicht so auskennst, dann nimm doch einfach einen Robo-Advisor. So gehst du bei der Auswahl am besten vor.

Wer sich nicht selbst um die Geldanlage kümmern möchte, keinen eine Vermögensverwaltung einschalten. Das klingt vielleicht hochgestochen, ist es aber dank moderner Technik längst nicht mehr. Ein digitaler Vermögensverwalter, auch Robo-Advisor genannt, übernimmt diese Aufgabe zu sehr günstigen Konditionen.

Wie findest du den richtigen Robo-Advisor?

Mittlerweile zählen wir mehr als 40 Robo-Advisors in Deutschland. Diese sind bei Weitem nicht alle gleich. Mit unterschiedlichen Konzepten, Kostenstrukturen und verschiedenen Performance-Zahlen gehen sie ins Rennen. Einige Anbieter sind relativ aktiv mit Expertengremien, andere sind relativ starr nach Lehrbuch ausgerichtet und machen lediglich regelmäßiges Rebalancing. Damit ist die Anpassung an das Chance-Risiko-Profil des Anlegers gemeint. Denn bevor angehende Anleger Kunden werden, beantworten diese einige Fragen zu ihren Finanzen, zur Lebenssituation und zur persönlichen Risikoneigung. Danach kommt der passende Portfoliovorschlag.

Tipp: Unser Robo-Advisor-Vergleich gibt dir einen guten Überblick, welche Anbieter die Nase vorne haben.

Wenn du dich mit dem Gedanken trägst, dein Geld von einem Robo-Advisor verwalten zu lassen, dann solltest du dabei folgende drei Aspekte beachten:

1) Ist das Investmentkonzept verständlich?

Egal, ob dir ein aktiverer oder passiverer Robo-Advisor nähersteht, du solltest das Konzept verstehen und als schlüssig erachten. Das mag gerade bei aktiveren etwas schwammiger sein. So gibt es etwa digitale Vermögensverwalter, die auf aktives Stockpicking von Einzelaktien oder -anleihen statt auf ETFs und Fonds setzen. Einige Ansätze setzte nur auf ETFs, andere nur auf gemanagte Fonds, wieder andere kombinieren beide, je nach dem was opportuner erscheint. Auch beim Thema Nachhaltigkeit gibt es große Unterschiede, weshalb – sofern das Thema für Anleger wichtig ist – eine nähere Betrachtung unumgänglich ist.

„Für langfristig stabile Renditen spielt der Investmentansatz eine wichtige Rolle“, sagt Tobias Schmidt, Gründer des Robo Advisors my-si und Geschäftsführer der f-fex AG. „Mit diesem sollten sich Anleger im Vorfeld befassen, auch wenn das eventuell etwas mühsam ist. Geldanlage ist ein langfristiges Geschäft, weshalb man sich nur dann engagieren sollte, wenn man vom Konzept überzeugt ist und die eine oder andere „Durststrecke“, die es bei der Geldanlage immer gibt, auch durchhalten kann.“

2) Die Kosten müssen stimmen

Der große Vorteil von ETFs sind ihre geringen Kosten. Daher sind in Robo-Advisors, die auf ETFs meist günstiger. Auch eine passive Herangehensweise in der Portfolioverwaltung führt in der Regel zu geringeren Gebühren für die Vermögensverwaltung selbst. Sofern das Anlagekonzept allerdings in der Regel seine Kosten verdient und dem Anleger mehr Rendite liefert als das vermeintlich kostengünstigere Robo-Angebot, ist gegen höhere Gebühren nichts einzuwenden. Es ist jedoch keinesfalls garantiert, dass ein Robo-Advisor, der eifrig umschichtet am Ende besser Renditen liefert als ein rein passiver.

Doch grundsätzlich sind Robo-Advisors eine günstige Form der Vermögensverwaltung. „Robo-Advisor sind meist kostengünstige Anlagevarianten. Der persönliche Anlageberater bei der Bank oder beim klassischen Vermögensverwalter ist in der Regel teurer“, sagt Schmidt. Wichtig sei beim Thema Kosten vor allem die Transparenz.

3) Wie sieht es mit der Rendite aus?

Natürlich willst du am Ende des Tages mit deiner Geldanlage einen ansehnlichen Gewinn erzielen. Wichtig ist die Rendite im Vergleich zum Risiko und deren Stabilität über Jahre. Aus eigner Erfahrung können wir feststellen, dass viele digitale Vermögensverwalter die Benchmark nicht schlagen. Doch der Robo mit der höchsten Rendite im vergangenen Jahr muss ohnehin nicht der beste in diesem Jahr sein. Vergangene Renditen sollten also nicht das Hauptkriterium sein. Je passiver ein Robo-Advisor ist, desto näher dürfte er an der Benchmark liegen. Aktive Anbieter schaffen eher eine Über-, aber auch eine Minderrendite.

Fazit

Die Zahl der Robo-Advisors steigt weiterhin. Bei mehr als 40 Anbietern ist es nicht leicht, hier noch den Überblick zu bewahren. Daher haben wir uns in unserem Robo-Advisor-Test (Extra-Magazin Spezial 3/2021) die 24 relevantesten digitalen Vermögensverwalter genauer angesehen und unser Prüfschema über diese ausgebreitet.

Unser Ergebnis: Die Robo-Advisors haben in der jüngeren Vergangenheit die Eintrittshürden in Sachen Einmalanlage und Sparplan deutlich nach unten geschraubt und ermöglichen so mehr Anlegern den Zugang zum Kapitalmarkt. Breit gestreute Geldanlage zu vernünftigen Preise bieten alle. In der Gesamtschau sehen wir die Anbieter Evergreen *, Quirion *, Raisin Invest * sowie Visualvest * einen Tick vorn und sind somit unsere Empfehlungen.