So investieren die Multi-Asset-ETFs der zwei weltgrößten ETF-Anbieter

Blackrock und Vanguard sind die größten ETF-Anbieter der Welt. Beide haben 2020 Multi-Asset-ETFs auf den deutschen Markt gebracht. Diese Unterschiede und Gemeinsamkeiten haben beide Angebote. 

Wer bei der Geldanlage gerne auf Risikominderung setzt, dem wird der Begriff Multi-Asset-Portfolio bereits bekannt sein. Im Grunde geht es darum, dem risikoreichen Aktienanteil im Portfolio einen risikoarmen Anteil hinzuzufügen, z. B. in Form von Staatsanleihen. Um eine bessere Diversifikation zu erreichen, ergänzt man weitere Anlageklassen wie Immobilen oder Rohstoffe. Die Schwankungsbreite ist aufgrund dieser Struktur geringer, was Anleger*innen vor allem in Krisenzeiten vor Ausfällen schützen und langfristig in einer höheren Rendite resultieren soll.

Der Aufbau eines Portfolios mit mehreren Anlageklassen (Multi-Asset) ist jedoch mit Zeit und Aufwand verbunden. Wer das scheut, für den können Multi-Asset-ETFs spannend sein. Anleger*innen investieren hierbei nur in ein Produkt, das aber ein breit gestreutes Portfolio abbildet. Multi-Asset-ETFs sind werktäglich über die Börse handelbar, ums Rebalancing kümmert sich der Anbieter.

Wir haben die Angebote von Blackrock und Vanguard unter die Lupe genommen: Welche Gemeinsamkeiten haben die Portfolio-ETFs der beiden weltgrößten ETF-Anbieter? Worin liegen ihre Unterschiede?

Blackrock setzt auf Nachhaltigkeit

Bei beiden Anbietern setzt sich das breit gestreute Portfolio aus Aktien und Anleihen zusammen. Blackrock verfolgt dabei eine Nachhaltigkeitsstrategie und nutzt daher bei allen ETFs ESG-Produkte. Die Abkürzung steht für Environmental, Social, Governance, also Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Ein Unternehmen, das die ESG-Kriterien erfüllen möchte, muss sich nicht nur dem Schutz des Klimas und der Umwelt verpflichten, sondern auch sozialen Aspekten wie Diversität und dem Verbot von Kinderarbeit. Zudem muss eine gute Unternehmensführung sichergestellt sein.

Im Januar 2020 hat Blackrock angekündigt, sich beim Investmentansatz auf Nachhaltigkeit zu fokussieren: „Wir werden uns von Anlagen trennen, die ein erhebliches Nachhaltigkeitsrisiko darstellen, wie zum Beispiel Wertpapiere von Kohleproduzenten. Wir werden neue Anlageprodukte auf den Markt bringen, die Investments in fossile Brennstoffe ausschließen, und uns […] noch stärker für Nachhaltigkeit und Transparenz einsetzen“, schreibt Larry Fink, CEO von Blackrock , in seinem Brief auf der Homepage des Unternehmens.

Die Nachhaltigkeitsstrategie ist ein Investment in Fortschritt, Wachstum und Zukunft und daran möchte Blackrock seine Kunden teilhaben lassen. Derzeit bietet das Unternehmen drei ESG-Multi-Asset ETFs an, die drei verschiedene Risiko-Rendite-Profile abbilden: konservativ, ausgewogen und wachstumsorientiert. Der Anteil der Aktien liegt je nach Risikoklasse zwischen 30 und 80 Prozent. Alle drei Produkte sind thesaurierend.

Fonds-NameAktienquoteAusschüttungGebühren
BlackRock ESG Multi-Asset Conservative Portfolio UCITS ETF20 %Nein0,25 %
BlackRock ESG Multi-Asset Moderate Portfolio UCITS ETF51 %Nein0,25 %
BlackRock ESG Multi-Asset Growth Portfolio UCITS ETF75 %Nein0,25 %
Quelle: BlackRock, Stand: Juni 2020

Vanguard bietet gute Auswahl

Auch Vanguard bietet seinen Kunden unter dem Namen LifeStrategy Portfolio-ETFs mit verschiedenen Risikoprofilen an. Anleger*innen können zwischen vier Risikoklassen wählen, wobei der Aktienanteil zwischen 20 und 80 Prozent liegt. Jedes LifeStrategy Produkt gibt es sowohl in einer thesaurierenden als auch in einer ausschüttenden Variante. Vanguard kombiniert Aktien aus Industrie- und Schwellenländern weltweit mit Investment-Grade-Anleihen von staatlichen Emittenten und Unternehmen in Industrie- und Schwellenländern.

Vanguard bietet die Multi-Asset-ETFs  seit Anfang Dezember vergangenen Jahres am deutschen Markt an. „Uns hat bewogen, was uns seit über 45 Jahren treibt: unsere Mission dem Anleger zu helfen, an den Kapitalmarkt zu kommen und für das Alter richtig zu sparen. Mit LifeStrategy erfüllen wir für den Anleger einen Mehrwert durch unseren unkomplizierten, leicht verständlichen Multi-Asset Ansatz“, erklärt Sebastian Külps, Chef von Vanguard in Deutschland und Österreich, im Interview.

Bei beiden Anbietern und allen Produkten liegen die laufenden Kosten, die von der Anteilklasse im Laufe des Jahres abgezogen werden, bei 0,25 Prozent. Die Basiswährung lautet auf Euro.

Fazit zu den Multi-Asset-ETFs

Alles in allem ähneln sich die Portfolio-ETFs von Blackrock und Vanguard vor allem im grundlegenden Aufbau, der Kostenstruktur sowie den angebotenen Risikoprofilen. Blackrock bietet drei Produkte an, die alle thesaurierend, also wieder anlegend sind. Vanguard hingegen setzt auf vier Produkte, die es aber jeweils in thesaurierender, als auch ausschüttender Variante gibt. Ein weiterer großer Unterschied liegt in der verfolgten Strategie. Blackrock setzt hierbei auf Nachhaltigkeit. Die Multi-Asset-ETFs von Vanguard sind klassisch ausgerichtet.