So würde ich 25.000 Euro in ETFs anlegen – meine Portfolio-Idee!

25.000 Euro in ETFs anlegen – dazu bedarf es einer guten Struktur fürs Portfolio. Lesen Sie hier, wie unser Autor diese Summe investieren würde. Inklusive ausführlichen Erläuterungen und Begründungen!

Geld in ETFs anlegen ist alles andere als schwer. Die Produkte zu kaufen, ist mittlerweile mit nur wenigen Klicks bei nahezu allen Banken und Online-Brokern möglich. Etwas anspruchsvoller ist die Vorarbeit. Die besteht darin, ein für sich passendes ETF-Portfolio zu kreieren, damit Risikoneigung und Renditeaussichten perfekt miteinander in Einklang stehen. 

Vielen Anlegern ist es wichtig, eine Orientierung zu erhalten, wie ein breit aufgestelltes ETF-Portfolio aussehen könnte. Aus dem Grund zeige ich Ihnen heute, wie ich 25.000 Euro in ETFs anlegen würde. Wichtig: Dies ist keine Kaufempfehlung und auch keine Beratung, sondern lediglich ein sehr persönlicher Beitrag, um zu veranschaulichen, welche Gedanken ich mir mache bzw. gemacht habe beim Aufbau meines Portfolios. Die Summe von 25.000 Euro ist nur ein Beispiel und kann durch jede beliebige Summe ersetzt werden.

Wofür benötigt man das Geld?

Das ist die wahrscheinlich wichtigste Frage, die Sie sich stellen sollten. Sie entscheidet über Ihre Kapitalallokation. Mein Sparziel ist ganz klar der (langfristige) Aufbau von Vermögen. Mein Anlagehorizont ist grundsätzlich sehr lang. Aufgrund des langen Zeithorizonts ist die aktuelle Marktlage irrelevant. Temporäre Kurschwankungen werden über den langen Zeitraum hinweg geglättet.

Wie Sie sehen, spielt der Faktor Zeit eine entscheidende Rolle bei der Geldanlage. Finanzmärkte können kurz- bis mittelfristig stark schwanken – aus dem Grund beeinflusst der Anlagezeitraum die unterschiedliche Gewichtung der Anlageklassen.

Tipp: Asset Allocation – hier erfahren Sie, wie Sie Risiko und Ertrag miteinander in Einklang bringen.

Aktien bleiben attraktivste Anlageklasse

Nach dem mittlerweile mehr als 10 Jahre anhaltenden Börsenboom erscheinen vielen Anlegern die Aktienmärkte überbewertet. Der Schein trügt. Die Märkte sind aus meiner Sicht noch weit entfernt von der nächsten Blase. Im Vergleich zu anderen liquiden Anlageklassen ist das Chance-Risiko-Verhältnis weiterhin attraktiv.

Spannend ist, dass das Verhältnis zwischen Kaufpreis und Nettojahresmiete bei deutschen Wohnimmobilien immer größer wird – und dennoch wird gekauft. Bei Aktien schreien Menschen jedoch schnell nach einer Überbewertung.

Ein Blick auf die Vergangenheit zeigt, wie gut sich die Aktienmärkte langfristig entwickeln. Der Weltindex (MSCI-World) kann seit seiner Auflage (1969) eine durchschnittliche Rendite von über 7 Prozent pro Jahr vorweisen. Und das, obwohl der Index mehrere Krisen durchstehen musste und zwischenzeitlich starke Korrekturphasen erlebte.

Portfolio: So würde ich in ETFs anlegen

Auf einen langfristigen Anlagehorizont (>10 Jahre) gesehen, sieht meine Depotaufteilung folgendermaßen aus:

  • 50 Prozent fließen in den MSCI-World ACWI

Aktien sind für den langfristigen Vermögensaufbau unverzichtbar. Während der klassische MSCI-World ausschließlich in Industrieländer investiert, ergänzt der MSCI ACWI diesen noch um Schwellenländer. Damit deckt dieser Index ca. 85 Prozent des globalen Aktienmarktes ab.

Für meinen Anspruch an einen hohen Grad an Diversifikation ist das optimal. Die Aktienquote ist bewusst nicht zu hoch gewählt, da ich eine robuste Portfolioallokation bevorzuge und starke Schwankungen vermeiden möchte. Der ETF meiner Wahl ist hierfür der SPDR MSCI ACWI UCITS ETF (WKN: A1JJTC). 

  • 25 Prozent fließen in globale Staats- und Unternehmensanleihen

Dass Anleihen in naher Zukunft keine nennenswerten Renditen mehr abwerfen werden (es sei denn man setzt auf bonitätsschwache Regionen), ist mir bewusst. Auch das Zinsänderungsrisiko ist aufgrund des niedrigen Niveaus relativ hoch. Dennoch fungieren Anleihen als Dämpfer in turbulenten Phasen an den Finanzmärkten und erhalten damit auch ein entsprechendes Gewicht in meinem Beispiel-Portfolio.

Ich habe dafür zwei ETFs herausgesucht. Einerseits den iShares Global Corp Bond UCITS ETF (WKN: A1J0YD) und anderseits den Xtrackers Global Government Bond (WKN: DBX0A8).

Der ETF von iShares investiert in festverzinsliche Unternehmensanleihen mit Investment Grade, die von Kapitalgesellschaften in Industrie- und Schwellenländern weltweit aufgelegt werden und eine Restlaufzeit von mindestens einem Jahr aufweisen. 10.000 Positionen sind in dem Titel enthalten, die Gesamtkostenquote (TER) liegt bei 0,2 Prozent jährlich. In diesen ETF würde ich 5 Prozent des Kapitals stecken. 

In den Xtrackers Global Government Bond fließen folglich 20 Prozent des Kapitals. Das Anlageziel besteht darin, die Wertentwicklung des Basiswerts, des Deutsche Bank Global Investment Grade Government Index abzubilden. Der Index bildet den Großteil des weltweiten Marktes für Staatsanleihen ab. Er umfasst derzeit Staatsanleihen aus 20 Industrieländern und beabsichtigt, eine Absicherung gegen Währungsschwankungen des Euros gegenüber den Währungen der im Index enthaltenen Anleihen zu bieten

  • 15 Prozent fließen in Immobilien

Immobilien sind eine attraktive Anlageklasse. Da ich physische Immobilien aufgrund des damit einhergehenden Verwaltungsaufwands nicht in meinen Vermögens-Mix aufnehmen werde, versuche ich die Entwicklung des Marktes dennoch über ETFs auf den Immobilien-Sektor zu tracken. Zwar ist die Korrelation mit den Aktienmärkten in diesem Fall ein wenig höher, die langfristigen Wachstumsaussichten bleiben hingegen – trotz Covid-19 – intakt.

Als ETF bietet sich der VanEck Vectors Global Real Estate (WKN: A1T6SY) an. Der ETF investiert in Aktien der Immobilienbranche mit einer weltweiten Diversifikation. Die Aktien werden nach Liquidität, Größe und Region ausgewählt. Das Besondere: Die Gesamtkosten betragen 0,25 Prozent, doch die Tracking Difference liegt bei minus 0,2 Prozent. Das bedeutet, dass der ETF besser performt als der Index selbst. Damit liegen die Nettokosten des Anlegers (aktuell) nur bei 0,05 Prozent. 

  • 10 Prozent fließen in Gold

Gold ist für mich kein Investment zum Vermögensaufbau, sondern hat vielmehr den Status einer Versicherung für mein Portfolio. Die Historie zeigt, dass sich der Goldpreis in Phasen, in denen das Vertrauen in das Finanzsystem schwindet, gut entwickelt. In Phasen, in denen die Aktienmärkte zulegen, nimmt der Kurs tendenziell ab. Als defensiver Baustein in meinem Depot hilft diese Anlageklasse dabei, Schwankungen zu glätten und mehr Balance in den Vermögensaufbau zu bringen. 

Die 10 Prozent des Kapitals würde ich in den Invesco Physical Gold ETC (WKN: A1AA5X) stecken. Der ETC zielt darauf ab, die Performance des Goldpreises durch ein physisches Investment in Goldbarren abzubilden. Der Fonds thesauriert seine Erträge, legt sie also automatisch wieder an. 

In ETFs anlegen – mein Fazit!

So wie oben beschrieben würde ich 25.000 Euro in ETFs anlegen. Das Wichtigste beim Investieren ist und bleibt eine ausgewogene Diversifikation über verschiedene Anlageklassen und Regionen hinweg. Das maximiert Ihr Chance-Risiko-Profil und vor allem Ihren langfristigen Anlageerfolg.

Doch nach dem Investiern ist vor dem Investieren. Das bedeutet: Einmal im Jahr nehme ich ein Rebalancing vor. Ich schaue mir also meine Zielgewichtung (siehe oben) an und vergleiche sie mit der aktuellen Gewichtung durch die Kursänderungen. Falls sich die Portfoliostruktur verändert hat, werden entsprechend Positionen aufgelöst und andere neu gekauft.

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