So würde ich 5.000 Euro für mein Kind in ETFs investieren

Ein ETF-Portfolio für Ihr Kind? Eine sehr gute Idee! Wir haben eine Inspiration für Sie, wie Sie 5.000 Euro investieren könnten. Plus: die besten Tipps, wie Sie im Vorfeld vorgehen.

Stellen Sie sich vor, Sie hätten 5.000 Euro zur freien Verfügung. Ihr Ziel: Das Geld vermehren für Ihr Kind. Das Geld blind auf dem Sparbuch zu parken ist eine beliebte Option, jedoch in vielen Fällen auch keine besonders kluge. Null- und Minuszinsen sind der Grund.

Im Idealfall bauen Sie sich ein solides ETF-Portfolio auf, das langfristig für Ihr Kind arbeitet und im Idealfall eine ordentliche Rendite abwirft. Wie genau das funktioniert und welche Dinge Sie besonders als Eltern beachten sollten, zeige ich Ihnen in diesem Beitrag.

Anlagehorizont bestimmen

Bevor Sie sich voreilig dazu entscheiden, das Geld am Kapitalmarkt anzulegen, sollten Sie bestimmen, wie lange Sie nicht auf das Geld angewiesen sind. Möchte Ihr Nachwuchs in fünf Jahren vielleicht im Ausland studieren? Auch dafür sollte das Geld (trotz Inflation) auf dem Tagesgeldkonto landen. Denken Sie an die Covid-19-Krise. Hätten Sie Mitte März 2019 die 5.000 Euro in einen MSCI World ETF investiert, hätten Sie ein Jahr später nur noch einen Depotwert von 3.988 Euro gehabt. 

Als Daumenregel können Sie folgendermaßen vorgehen: Liegt der Zeitpunkt, zu dem Sie das Geld brauchen über 10 Jahre in der Zukunft, dann können Sie das Geld entspannt an der Börse investieren. Kurzfristige Schwankungen werden im Normallfall ausgeglichen. Je kurzfristiger Sie das Geld benötigen, desto eher würde ich Ihnen eine risikoarme Geldanlage empfehlen.

Eigenes Depot für Ihr Kind?

Falls Sie das Geld für Ihren Nachwuchs anlegen, dann kann es durchaus steuerlich Sinn machen, die Geldanlage auf den Namen der Kinder laufen zu lassen. Grundsätzlich kann jedes Kind einen Sparerpauschbetrag in Höhe von 801 Euro pro Jahr ansetzen. Auf diesen Betrag fallen keine Steuern an.

Der andere steuerliche Vorteil: Kinderdepots und Sparkonten bleiben bis zu einer Höhe des steuerlichen Grundfreibetrags von 9.408 Euro (2020) und der Sonderausgabenpauschale (36 Euro) steuerfrei. Bis zu dieser Einkommensgrenze muss Ihr Nachwuchs keine Steuern zahlen. Alle Kapitalerträge bleiben dem Vermögensaufbau demnach bis zu dieser Obergrenze erhalten. Auf den Kindergeldanspruch der Eltern hat dies keinen Einfluss.

ETF-Portfolio in 3 Schritten aufbauen

Wie oben bereits erwähnt, können Sie Ihre Aktienquote erhöhen, sobald Sie Ihren Anlagezeitraum erweitern. Aktienmärkte sind volatil und können kurzfristig stark schwanken. Im vergangenen Jahr ist der deutsche Leitindex (DAX) binnen weniger Tage um über 25 Prozent eingebrochen. Heute notiert er schon wieder auf neuen Höchstständen.

Greifen Sie bei Ihrer Geldanlage in jedem Fall (zumindest mehrheitlich) zu ETFs. Aus meiner Sicht bietet Ihnen das den größten Komfort. Folgen Sie dabei den folgenden drei Schritten:

  • Bestimmten Sie Ihr Anlageziel & Anlagehorizont
  • Leiten Sie daraus Ihre Aktienquote ab
  • Eröffnen Sie ein Depot und kaufen Sie die passenden ETF

So würde ich 5.000 Euro investieren

Bei 5.000 Euro müssen Sie noch keine komplexe Portfolio-Aufteilung vornehmen. Hier genügt ein gesunder Mix aus Aktien, Anleihen und Immobilien. Je nach Risikoneigung fällt die Gewichtung der jeweiligen Anlageklassen unterschiedlich aus. Für einen ausgewogenen Vermögensaufbau, empfehle ich Ihnen die folgende Allokation (und die entsprechenden ETFs).

Wichtig: Dies ist eine persönliche Einschätzung, die lediglich zur Inspiration dienen soll. Dies stellt keine Anlageberatung oder konkrete Empfehlung dar. Ich hoffe, Sie können aus dieser subjektiven Anregung etwas für sich herausziehen.

50% in globale Aktien:

Aktien sind der Renditebaustein in Ihrem ETF-Portfolio. Um es gerade am Anfang leicht zu machen,  empfehle ich Ihnen einen ETF auf den MSCI World ACWI. Damit decken Sie den globalen Aktienmarkt inkl. Schwellenländer effizient ab. Folgende ETFs bieten sich beispielsweise dafür an:

 

35 Prozent in globale Staatsanleihen:

Staatsanleihen sorgen dafür, dass in turbulenten Phasen Ihre Depotschwankungen abgefedert werden. Sie sind eine äußerst wichtige Komponente, um als Anleger nicht in Panik zu geraten.

  • iShares Core Global Aggregate Bond UCITS ETF EUR-Hedged (WKN: A2H6ZT)
  • iShares Global Govt Bond UCITS ETF (WKN: A0RGEM)

 

15 Prozent in den Immobilienmarkt:

Immobilien sind und bleiben eine spannende Anlageklasse. Auch zukünftig hat der Markt aus meiner Sicht ausgezeichnete Aussichten, wobei eine breite Streuung wichtig bleibt um Klumpenrisiken zu vermeiden. Gerade die Korrektur in 2020 können Anleger für einen günstigen Einstieg in den Markt nutzen.

  • Xtrackers FTSE Developed Europe Real Estate UCITS ETF (WKN: DBX0F1)
  • SPDR Dow Jones Global Real Estate UCITS ETF (Dist) (WKN: A1J3PB)
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Einmal im Jahr zum Depot-Check

Einmal investieren und das war’s? Nicht ganz. Sie haben sich zum Anfang bewusst für eine bestimmte Gewichtung der Anlageklassen entschieden. Wer ursprünglich eine Aktienquote von 30 Prozent geplant hat, sollte am Ende des Jahres seine Geldanlage umschichten, wenn die Gewichtung dank einem starken Anstieg auf z.B. 60 Prozent gestiegen ist.

Mit dem sogenannten Rebalancing stellen Sie Ihr anvisiertes Gleichgewicht wieder her und sorgen dafür, dass Ihre Geldanlage zu Ihren Anlagezielen passt. Einmal im Jahr genügt, ein Rebalancing kostet nämlich.

Noch ein persönlicher Tipp zum Ende: Investieren Sie das Geld für Ihre Kids, dann sollten Sie diese frühzeitig in den Prozess einbinden. Finanzielle Bildung ist extrem wichtig. Je früher wir mit dem Thema konfrontiert werden, desto besser. Gehen Sie es spielerisch an.

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