So würde ich 50.000 Euro in ETFs investieren – meine Portfolio-Idee

Wie würden Sie 50.000 Euro anlegen? Würden Sie Aktien kaufen? Oder in ETFs investieren? Unser Autor zeigt Ihnen, wie er es machen würde. Hier kommt sein ETF-Portfolio zur Inspiration!

Erbschaft, Schenkung, vielleicht sogar ein Lottogewinn – wer unerwartet einen größeren Geldbetrag erhält, steht unweigerlich vor vielen Fragen. Was soll man sich kaufen? Ein Auto? Einen großen Fernseher? Oder soll es doch die Weltreise sein? Ich werde Ihnen in diesem Artikel beschreiben, was ich mit einem solchen Geldsegen machen würde. Denn: Ich würde das Geld nicht verprassen sondern anlegen, damit ich auch noch in Zukunft etwas von dem Geld habe. Daher stelle ich Ihnen im Folgenden meine Ideen vor, wie ich das Geld in ETFs investieren würde.

Noch ein Hinweis vorab: Dies ist keine Kaufempfehlung und auch keine Beratung, sondern lediglich die Wiedergabe meiner persönlichen Gedankengänge. Zudem gehe ich in diesem Artikel davon aus, dass die 50.000 Euro in den nächsten Jahren nicht dringend benötigt werden.

Meine Portfoliostrategie

Zunächst würde ich mir Gedanken machen über die Strategie, mit der ich in ETFs investieren möchte. Ich würde mich für die sogenannte Core-Satellite-Strategie entscheiden. Hierbei bildet man einen festen Kern, der das Fundament des Depots darstellt und der eine gewisse Sicherheit mit sich bringt. Um diesen Kern bildet man dann die sogennanten Satelliten, die größere Risiken beinhalten dürfen.

Zudem möchte ich das Geld nicht in klassische Finanzprodukte ohne Zinsen parken. Auch auf Unternehmens- bzw. Staatsanleihen verzichte ich bewusst. Trotz ihrer Eignung als Stabilisatoren in einem Depot, möchte ich das Portfolio offensiver aufstellen und die Rendite langfristig maximieren.

Die höchsten Anteile der 50.000 Euro möchte ich an dem effektivsten Markt der Welt anlegen: der Börse. Auch falls nach der Corona-Krise die Kurse als überhöht angesehen werden könnten, führt auch in Zukunft kein Weg an der Börse und Aktien vorbei.

Der Kern – 70 Prozent weltweit gestreut

Für meinen Kern in der Core-Satellite-Strategie wähle ich weltweite ETFs, die sich perfekt für eine möglichst breite Streuung zwecks eines stabilen Fundaments des Depots eignen. Man könnte es sich durch den Kauf eines einzigen Welt-ETFs wie einen MSCI ACWI ETF vereinfachen, jedoch gefällt mir die Aufteilung zwischen Industrie- und Schwellenländern sowie der fehlenden Small Caps innerhalb des Index nicht. Daher fällt meine Wahl auf drei verschiedene ETFs.

Innerhalb des Kerns wähle ich zunächst zu 55 Prozent den iShares MSCI World ESG Screened UCITS ETF (Dist). Durch einen MSCI World Index holt man sich die größten Unternehmen von den 23 Industrieländern in sein Portfolio und stellt sich breit auf. Die ESG Variante wähle ich, damit ich mit meinem Kapital zumindest einen indirekten Einfluss auf die Nachhaltigkeit der Zukunft nehmen kann. Die ausschüttende Variante dieses ETFs ist für mich angezeigt, damit ich meinen Freibetrag von 801 Euro pro Jahr ausnutzen kann.

Zu 10 Prozent nehme ich den iShares MSCI World Small Cap UCITS ETF (WKN: A2DWBY) in mein Depot auf. Der klassische MSCI World Index beinhaltet lediglich Large und Mid Caps, d.h. nur große und mittelgroße Unternehmen. Um die gesamte Bandbreite des MSCI Worlds abzudecken, nehme ich damit auch die Small Cap Variante des Index auf.

Die restlichen 35 Prozent wandern in den iShares MSCI EM IMI ESG Screened UCITS ETF (Dist) (WKN: A2N6TJ). Für mich gibt es keinen Weg an den Schwellenländern vorbei. Länder wie China, Indien und Indonesien dürften in Zukunft den Rang der USA als stärkste Wirtschaftsmacht streitig machen. Damit auch in diesem Fall die Small Caps nicht zu kurz kommen, wird die IMI (Investable Market Index) Variante herangezogen, die bereits die Small Caps enthält. Weiter ist es für mich gerade bei den schlechter kontrollierten Schwellenländern selbstverständlich, dass auch hier die nachhaltigere ESG Variante gewählt wird.

Satellit 1 – 20 Prozent Branchen ETFs

Meiner Meinung nach stellen Branchen-ETFs eine willkommene Alternative zu Einzelaktien dar. Gerade wenn man sich in einer Branche nicht auf ein Unternehmen festlegen möchte oder kann, kommt man in meinen Augen nicht um Branchen-ETFs herum.

Für mein Depot würde ich mir Gedanken machen, welche Bereiche in der Zukunft einen starken Zuwachs generieren könnten. Hier sind mir zwei Branchen ins Auge gestochen, die ich durch zwei ETFs mit jeweils 10 Prozent in meinem Depot abbilde.

Durch den WisdomTree Artificial Intelligence UCITS ETF (WKN: A2N7KX) bilde ich die Branche der künstlichen Intelligenz ab. Selbstfahrende Autos, Produktionsstätten oder Operationen durch Roboter, wo man auch hinsieht, merkt man, dass die künstliche Intelligenz den Menschen in Zukunft einiges abnehmen wird. Durch den gewählten ETF kann ich an diesem Zukunftstrend partizipieren.

Eine Sache ist zudem so sicher wie das Amen in der Kirche. Für all diese Dinge brauchen wir Strom. Und am besten: Grünen Strom. So ist meine zweite Wahl auf den iShares Global Clean Energy UCITS ETF (WKN: A0MW0M) gefallen. Ich bin mir noch nicht sicher, welche Technologie sich in Zukunft für die grüne Stromerzeugung durchsetzen wird. Durch den ETF habe ich sowohl die Wind- und Solar- als auch die Wasserstofftechnologie in meinem Depot.

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Satellit 2 – 10 Prozent Bitcoin und Ethereum

Durch den stabilen Kern und die Branchen-ETFs habe ich nun bereits 90 Prozent der 50.000 Euro angelegt. Somit bleiben noch 10 Prozent für eine eher risikoreiche Anlageform: Kryptowährungen.

In meinen Augen werden Kryptowährungen in Zukunft eine größere Rolle einnehmen. Schon heute kann man mit ihnen alltägliche Dinge bezahlen und mit El Salvador hat bereits das erste Land Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel anerkannt. Auch wenn man immer wieder hört, dass einzelne Länder diese Währungen verbieten möchten, gehe ich davon aus, dass sie sich weiter durchsetzen werden und eine gute Rendite versprechen.

Ich wähle hierbei die Bigplayer der Branche: Bitcoin und Ethereum. Wohingegen der Bitcoin wie Gold als Wertspeicher dienen kann, bietet Ethereum neben seiner Währung Ether eine ausgefeilte dezentrale Technologie, auf der bereits mehrere Systeme namhafter Unternehmen arbeiten.

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Langfristig renditestark in ETFs investieren

Wie Sie sehen können, ist mir mein Chance-Risiko-Profil trotz der sehr offensiven Auswahl der Anlageformen wichtig. Mit diesem Portfolio würde ich mich langfristig sehr gut aufgestellt sehen, wobei eine gewisse Sicherheit durch den Kern gewährleistet ist.

Natürlich ist es auch hier unabdingbar, dass man in regelmäßigen Abständen das Depot kontrolliert und gewisse Anpassungen vornimmt, falls sich die Werte verschieben sollten oder aber bei den Branchen bzw. Kryptowährungen sehr nachteilige Nachrichten hervortreten sollten.

Alles in allem dürfte man mit diesem offensiven Portfolio langfristig gut fahren und die 50.000 Euro sinnvoll und renditestark in ETFs investieren.

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