Von Katja Brauchle24. Juni 2022
Starinvestor Ray Dalio wettet weiter gegen europäische Aktien

Starinvestor Ray Dalio wettet weiter gegen europäische Aktien

Dalios Hedgefonds Bridgewater wettet 6,7 Milliarden Euro auf fallende Kurse bei Top-Aktien aus Europa. Ray Dalio ist ein bekannter amerikanischer Unternehmer, Investor und Hedgefonds-Manager.

Laut einer Handelsblatt-Auswertung hat der Hedgefonds insgesamt 29 europäische Aktien im Blick, von denen starke Kursverluste erwartet werden. Elf davon sind Positionen aus Deutschland. Allein seit Donnerstag sind sieben Short-Wetten hinzugekommen, bei 19 Positionen erhöhte der Hedgefonds die Position – der Gesamtwert der Wetten liegt nun bei knapp zehn Milliarden Euro.

Elf Dax-Unternehmen auf Dalios Liste

Zu den elf Dax-Unternehmen, gegen die der Starinvestor wettet, gehören Schwergewichte wie SAP, Siemens, Bayer oder BASF. Auch der Allianz, Infineon und der Deutschen Post rechnet Dalio derzeit keine guten Chancen aus. Andere europäische Unternehmen auf der Liste sind etwa Lebensmittelriese Danone, ASML und die ING *. Alle Unternehmen sind Teil des EuroStoxx 50.

Auffällig ist aber, dass Bridgewater etwa gegen alle im Index enthaltenen Banken wettet und auch den Energie- und Stromkonzernen schlechte Karten ausstellt. Autohersteller hingegen fehlen auf der Wett-Liste. Dalios Hedgefonds wettet in diesem Jahr nicht zum ersten Mal gegen europäische Aktien. 2018 und auch 2020 liefen bereits Wetten gegen zum Teil dieselben Konzerne.

Aktien shorten: Was bedeutet das überhaupt?

Aktien shorten, auch Leerverkauf genannt, ist riskant, kann aber auch sehr lukrativ sein. Zunächst bedeutet das nichts anderes, als Aktien zu verkaufen, weil man von einem Kursrückgang ausgeht. Kein ungewöhnlicher Vorgang also. Doch wer eine Aktie shortet, leiht sie sich und verkauft sie anschließend sofort. Wenn der Kurs dann fällt, kauft er sie zum Ende der „Leihfrist“ günstiger zurück – und streicht die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis als Gewinn ein.

Viele Hedgefonds betreiben das im großen Stil – wie aktuell eben Bridgewater mit europäischen Aktien. Für Privatanlegerinnen und -anleger ist das jedoch eine höchst riskante Angelegenheit.

Tipp: Mit unserem Risikorechner kannst du anhand von zehn Fragen die optimale Aktienquote für dein Portfolio ermitteln.

Ray Dalio blickt pessimistisch in die Zukunft

Kürzlich gab Ray Dalio dem Spiegel ein großes Interview, bei dem er sich hinsichtlich der globalen Zukunft pessimistisch zeigte. Er glaube, die USA stünden kurz vor einem Krieg mit China und Russland. Weiter hält er einen Bürgerkrieg in den USA für wahrscheinlich, weil die finanziellen und politischen Probleme immer größer werden. Weiter hält er eine Stagflation für ein wahrscheinlich eintretendes Szenario.

Anlegerinnen und Anlegern rät er davon ab, derzeit in Bargeld oder Anleihen zu investieren. „Anleihen oder Bargeld als sichere Anlagen zu betrachten, ist ein Trugschluss, denn der Preis für diese Sicherheit sind negative Realzinsen, also ein Verlust an Kaufkraft. Zweitens sollte man sein Vermögen über verschiedene Anlageklassen und auch Länder hinweg streuen. Also etwa in Aktien, Immobilien, Gold oder inflationsgeschützte Anleihen in verschiedenen Ländern.“ Auch Kryptowährungen steht Dalio skeptisch gegenüber.