Starker Kursverlust über Nacht – was hinter einem Aktien- oder ETF-Split steckt

Von einem Aktiensplit haben viele zumindest schon einmal gehört. Doch was steckt hinter einem ETF-Split? Und warum kommt es dabei zum Teil zu drastischen „Kursverlusten“ über Nacht? Und handelt es sich überhaupt um echte Kursverluste? Die Antworten!

In der letzten Zeit geschah es bereits öfter. Man kontrollierte am Morgen die Kurse seiner Aktien oder ETFs und ließ vor Schreck die Zahnbürste fallen. Bis zu minus 90 Prozent Verlust über Nacht, Erinnerungen an den Wirecard-Skandal wurden wach. Doch in den Börsennachrichten ist keine Rede von einem Skandal. Woran liegt es dann?

So oder so ähnlich dürfte es sich in manchen vier Wänden in deutschen Haushalten zugetragen haben. Der Schock saß bei einigen sicherlich tief, hatte man sich doch nach dem Wirecard Skandal geschworen, nicht mehr auf zwielichtige Unternehmen reinzufallen.Nachdem man wieder zur Räson gekommen war, konnte man den Nachrichten zu den entsprechenden Titeln etwas von Aktien- oder ETF-Split entnehmen. Doch was genau ist ein solcher Split? 

Aktien- bzw. ETF-Split

Bei einem Split werden die bereits existierenden Anteile in eine größere Anzahl umgewandelt und der Kurs des Wertpapieres dementsprechend nominal gesenkt. So hat im Jahr 2020 beispielsweise Apple (WKN: 865985) einen Aktiensplit von 1:4 durchgeführt. Somit wurden aus einer Aktie im Depot vier und eine Aktie hatte nur noch den Wert eines Viertel des vorigen Preises.

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Wenn die Börsen nach einem solchen Split am nächsten Tag ihre Tore wieder öffnen, wird das Wertpapier ex split gehandelt. Meistens können die Depotbanken diesen Vorgang nicht sofort umsetzen und somit sieht man zunächst einen hohen Verlust im Depot. Aber wie bereits gesagt, besteht kein Grund zur Beunruhigung. Ihre Depotbank wird Ihnen die entsprechenden Anteile zuweisen und die Rendite korrigieren.

Hohe Kursanstiege

Ein weiteres Phänomen dürfte den Anlegern und Anlegerinnen von solchen Wertpapieren aufgefallen sein. Ob es nun Tesla (WKN: A1CX3T), Apple oder zuletzt The Trade Desk (WKN: A2ARCV) oder NVIDIA (WKN: 918422) war, die Wertpapiere zogen kurz vor und kurz nach dem Split stark an.

Dies ist mehr ein psychisches als ein fundiertes Phänomen. Durch den Split wirkt das Wertpapier günstiger und somit attraktiver für Privatanleger, die zum Beispiel nicht 2.000 Euro für eine Aktien zahlen wollen bzw. können. Dadurch erhoffen sich die Anleger und Anlegerinnen, dass mehr Menschen beherzt zugreifen und spekulieren auf steigende Kurse.

ETP-Split bei 21shares

Auch wenn man das Phänomen eines Splits zumeist von Einzelaktien kennt, führen auch manche ETF- oder ETP-Anbieter solche Splits durch. So haben die Anleger und Anlegerinnen des 21Shares Bitcoin ETPs (WKN: A2T64E) bzw. des 21Shares Ethereum ETPs (WKN: A2T68Z) Mitte April einen ETF-Split erfahren dürfen.

Beim 21Shares Ethereum ETP betrug das Verhältnis 13:1, beim 21Shares Bitcoin ETP sogar 14:1. Mit einem starken Anstieg der Kurse bei einem ETF oder ETP um den ex split Tag kann man jedoch nicht rechnen. Anders als ein direktes Investment in Aktien und der dadurch resultierenden Eigentümerstellung in dem Unternehmen, bildet ein ETF oder ein ETP nur die Entwicklung eines Index ab.

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Für einen ETF könnte ein Aktiensplit jedoch sehr wohl Auswirkungen haben. So werden Anleger eines Dow Jones ETFs eventuell im letzten Jahr gemerkt haben, dass sich die Aufteilung in ihrem ETF verändert hat. Denn anders als bei anderen Indizes wird der Dow Jones anhand des reinen Kurswertes der enthaltenen Unternehmen gewichtet. Somit war Apple nach dem Split nicht mehr die höchstgewichtete Aktie im Dow Jones.

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Fazit

Oft müssen Sie sich bei hohen Verlusten nicht sofort an den Wirecard Skandal erinnert fühlen. In der Regel reicht ein Blick in die aktuellen Nachrichten, um zu bemerken, dass ein Split stattgefunden hat. Gerade langfristige Anleger und Anlegerinnen, die nicht regelmäßig die Börsennachrichten verfolgen, rate ich dies, damit Sie nicht direkt am Morgen mit dem falschen Fuß aufstehen müssen.

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