Tutorial: So verstehen Sie kinderleicht ein ETF-Factsheet

Das ETF-Factsheet enthält alle relevanten Informationen über einen ETF und bietet Ihnen folglich eine wichtige Entscheidungshilfe bei der Auswahl. Hier erfahren Sie alles, was Sie darüber wissen müssen, um alles vollständig zu verstehen.

Die Herausgabe von Factsheets ist weder gesetzlich vorgeschrieben, noch standardisiert. Aus dem Grund kann die Struktur, sowie die Informationstiefe je nach Anbieter abweichen.

Das Factsheet finden Sie auf extraETF immer auf der Übersichtsseite des ETFs unterhalb der Beschreibung. Wie Sie ein Factsheet lesen, zeigen wir Ihnen in diesem Beitrag anhand des Xtrackers MSCI World UCITS ETF (Acc) (WKN: A1XB5U).

ETF-Namen, WKN und ISIN

Allein in Deutschland lassen sich weit mehr als 1.000 ETFs handeln. Jeder trägt einen individuellen Namen, aus dem Sie bereits ohne ETF-Factsheet eine Menge Informationen ziehen können. Lassen Sie uns kurz auf den Xtrackers MSCI World UCITS ETF (Acc) blicken. Welche Daten können wir aus dem ETF-Namen ablesen?

  • ETF-Anbieter (Emittent): Xtrackers (DWS)
  • Index: MSCI World
  • Rechtsform/Regulatorik: UCITS ETF

Außerdem finden sich bei vielen ETFs noch weitere Merkmale am Ende des Namens, wie z.B. die Ertragsverwendung. Beim Xtrackers-ETF bedeutet die Abkürzung ACC, dass es sich um einen thesaurierenden ETF handelt (eng. „accumulating“).

Die WKN (oder Wertpapierkennnummer) ist eine sechstellige Ziffern- und Buchstabenkombination, die dazu dient, ein Wertpapier eindeutig zu identifizieren. Die ISIN wiederum besteht aus neun Ziffern und Buchstaben und gilt international. Anbei die Daten vom Xtrackers-ETF:

ETF-Factsheet: Das wichtigste auf einen Blick

Schauen wir uns einmal das Factsheet des Xtrackers-ETF von DWS an. Das Datenblatt besteht im Normalfall aus ein bis zwei Seiten. Folgende Informationen erhalten Sie auf der ersten Seite:

ETF-Factsheet-Überblick
Quelle: DWS

 

Im Überblick erfahren Sie, dass der ETF in weltweite Aktien (MSCI World) investiert. Damit steht fest, um welche Anlageklasse es sich handelt und welcher Referenzindex abgebildet wird.

Tipp: In der ETF-Suche können Sie zu jedem ETF das entsprechende ETF-Factsheet einsehen.

Der ETF-Anbieter verwaltet das Fondsvermögen in der Fondswährung (USD). Für Privatanleger spielt dies jedoch keine Rolle, da der Broker in der Heimatwährung abrechnet – in Ihrem Fall also in Euro. Bei einer globalen Streuung müssen Sie sich um ein etwaiges Wechselkursrisiko keine Sorgen machen – langfristig gleichen sich diese im Durchschnitt aus. Optional können Sie den Anteil europäischer Unternehmen in Ihrem Portfolio erhöhen (MSCI Europe, Euro Stoxx 600).

Der Auflagetermin des Fonds ist eine wichtige Kennzahl, da sie Ihnen zeigt, wie lange der ETF schon am Markt ist. Je länger, desto besser – in unserem Fall existiert der Xtrackers-ETF seit dem 22. Juli 2014, also circa 6,5 Jahren. Das Risiko einer Liquidation ist gerade bei solch „reiferen“ ETFs geringer.

Die Gesamtkostenquote TER („Total-Expense-Ratio“) ist ein wichtiger Indikator, um die Kosten des ETFs zu bewerten. Sie bildet sämtliche Kosten ab, die ein ETF-Anbieter aus dem Fondsvermögen entnimmt, um den Referenzindex (MSCI World) abzubilden. Diese beträgt in diesem Fall 0,19 Prozent pro Jahr und findet sich neben dem Punkt „Pauschalgebühr“.

Die Portfoliomethode (oder Replikationsmethode) zeigt Ihnen, wie der ETF-Anbieter vorgeht, um die Indexabbildung zu realisieren. In diesem Fall handelt es sich um eine direkte bzw. physische Replikation – das heißt der ETF kauft die in dem Index enthaltenen Wertpapiere.

Die Ertragsverwendung gibt an, wie der ETF mit Zinsen oder Dividendenausschüttungen umgeht. Thesaurierend bedeutet in diesem Fall, dass sämtliche Erträge unmittelbar reinvestiert werden.

Worin investiert mein ETF?

Neben diesen Daten, enthält das ETF-Factsheet weitere Informationen, die Sie sich genauer anschauen sollten. Sie erfahren beispielsweise, in welche Unternehmen, Regionen und Branchen der ETF investiert. Besonders dann, wenn Sie doppelte Werte in Ihrem Depot verhindern wollen, macht ein kritischer Blick durchaus Sinn.

ETF-Factsheet Tortendiagramme
Quelle: DWS

 

Wie Sie sehen, hat der Xtrackers-ETF mit 63,50 Prozent einen großen USA-Schwerpunkt. Europa ist stark unterrepräsentiert. Dieses Ungleichgewicht könnten Sie mit einem weiteren ETF auf den europäischen Aktienmarkt ausgleichen.

So performt Ihr ETF

Spannend sind zudem die Informationen zur historischen Rendite des ETFs.

ETF-Factsheet Tabellen
Quelle: DWS

 

Hier lohnt sich besonders ein Blick auf die sogenannte Tracking-Abweichung („Tracking Difference“). Je größer diese ist, desto schlechter bildet der ETF den Referenzindex ab. In diesem Fall liegt diese leicht über 0 Prozent. Bei einer TER von 0,19 Prozent im Jahr scheint der ETF den Index sogar zu schlagen.

Tipp: Mit den Tools und Funktionalitäten von extraETF haben Sie Ihr Depot stets im Blick und können es perfekt analysieren.

Bitte beachten Sie: Die historische Performance ist kein Indikator für die zukünftige Wertentwicklung des ETFs. Sie sollte lediglich als Orientierung dienen und nicht das entscheidende Auswahlkriterium sein. Fragen Sie sich vor jedem Kauf, ob der entsprechende ETF Ihnen dabei hilft, Ihre Anlageziele zu erreichen.