Umschichtung in zyklische Rohstoffe

Umschichtung in zyklische Rohstoffe

Die Risikobereitschaft von ETP-Anlegern nahm laut ETF Securities im 1. Quartal 2013 zu. Investoren bauten ETPs auf Gold ab und setzten verstärkt auf zyklische Rohstoffe.

Favorisierte Rohstoffe waren dabei vor allem  Silber, Kupfer, Palladium und Platin sowie breite Rohstoffkörbe.

„Aus Gold-ETPs flossen im ersten Quartal Mittel in Höhe von 9,2 Milliarden US-Dollar ab. Denn die Daten zum Wirtschaftswachstum in den USA verbesserten sich, was die Erwartungen eines Zinsanstiegs in den USA wachsen ließ. Zudem haben Spekulationen zugenommen, dass die lockere Geldpolitik zurückgefahren wird. Dies hat den Wechselkurs des US-Dollar unterstützt“, berichtet ETF Securities. Alle diese Faktoren hätten sich negativ auf Goldinvestments ausgewirkt und taktische Investoren veranlasst, ihre Positionen in dem Edelmetall abzubauen. Ein ähnlicher Trend lasse sich auch im Futures-Markt beobachten. Dort seien die Netto-Long-Positionen in Terminkontrakten auf Gold auf den Stand von Ende 2008 gefallen.

„Die Rohstoffmärkte befinden sich derzeit offenbar an einem Wendepunkt. Der positive Trend bei zyklischen Rohstoffen in den ersten zehn Wochen des Jahres wurde in der zweiten Märzhälfte von der Zypern-Krise abrupt gestoppt“, erklärt Nicholas Brooks, Head of Research and Investment Strategy bei ETF Securities und ergänzt: „Seit Überlegungen zu einer Enteignung von zyprischen Sparern bekannt wurden, haben Gold-ETPs zwischenzeitlich wieder Mittelzuflüsse erzielt. Dagegen haben Investoren ihre Investments in ETPs auf zyklischere Rohstoffe zurückgefahren und teilweise sogar Mittel aus diesen Produkten abgezogen. Ob sich der Trend der Umschichtung aus Gold in zyklischere Rohstoffe umkehrt oder nur unterbrochen wird und sich nach einer Pause fortsetzen wird, wird voraussichtlich durch folgende Faktoren entschieden: Wie Europa mit Zypern und der Ansteckungsgefahr für weitere Volkswirtschaften in der europäischen Peripherie umgeht und wie nachhaltig die guten Wirtschaftsdaten aus den USA sind.“

Die wichtigsten Trends bei Mittelflüssen in Rohstoff-ETPs im ersten Quartal 2013:

  • „Während Gold-ETPs Mittelabflüsse verzeichneten, erlebten ETPs auf die meisten zyklischen Rohstoffe starke Zuflüsse. Am stärksten hat hiervon Silber profitiert. Mit Nettomitteln von 875 Millionen US-Dollar flossen Silber mehr Mittel als jedem anderen einzelnen Rohstoff zu. ETPs auf breit diversifizierte Rohstoffkörbe folgen hierauf mit Nettomittelzuflüssen von 288 Millionen US-Dollar. In Kupfer-ETPs investierten Anleger netto 178 Millionen US-Dollar und in Palladium-ETPs 131 Millionen US-Dollar.
  • Auch in ETPs auf Agrarrohstoffen investierten die Anleger im ersten Quartal stark. ETPs auf breit diversifizierte Agrarrohstoffkörbe erhielten Nettomittelzuflüsse von 117 Millionen US-Dollar. Diese Mittelzuflüsse sind besonders signifikant, da sie auf nahezu 20 Monate bis zum Jahresende 2012 folgen, in denen Verkäufen überwogen hatten. Offenbar haben die stark gesunkenen Kurse seit vergangenem Sommer, niedrige Vorräte für viele wichtige Agrarrohstoffe und schwierige Witterungsverhältnisse Investoren angezogen. Unter den einzelnen Agrarrohstoffen erlebte Kaffee die höchsten Mittelzuflüsse im ersten Quartal, als die Kurse für Kaffee der Sorte Arabica stark korrigierten, die Netto-Long-Positionen zurückgingen und sich Investoren Sorgen über ein sinkendes Angebot angesichts von Pflanzenkrankheiten machten.
  • Sowohl ETPs auf Öl als auch auf Erdgas verzeichneten hohe Nettomittelabflüsse, da Investoren die gestiegenen Preise für Gewinnmitnahmen genutzt haben. Investoren in Öl haben offenbar das Überschreiten der Marke von 115 US-Dollar je Barrel bei Brent-Öl als übertrieben angesehen und im Januar ihre Positionen stark zurückgefahren. Die Verkäufe haben jedoch im Februar und März nachgelassen. Während Investoren noch im Dezember stark in Erdgas investiert hatten, als der Spotpreis von Erdgas der Sorte Henry Hub auf 3,30 US-Dollar je MMBtu gefallen war, haben sie ihre Positionen im März erheblich zurückgefahren, als sich der Spotpreis der Marke von 4 US-Dollar je MMBtu annäherte und diese schließlich durchbrochen hatte.“