Von Jennifer Fizia26. November 2021
Vermögensaufbau mit ETFs - lohnt sich das auch noch als Rentner?

Vermögensaufbau mit ETFs - lohnt sich das auch noch als Rentner?

Wer sich an der Börse ein Vermögen aufbauen möchte, muss jung anfangen. Jedenfalls hört man das oft. Warum sich Rentner davon nicht abschrecken lassen sollten und wie sie auch im höheren Alter noch von ETFs profitieren können, lest ihr in diesem Artikel.

Auch in Zeiten von Nullzinsen scheuen sich viele, ihr Geld zu investieren, anstatt es zu sparen. Zu hoch scheint das Risiko von Verlusten. Lieber wähnt man sich in Sicherheit und lässt das Guthaben auf Tagesgeldkonten und Co. versauern. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Durch die Inflation wird das Geld entwertet, Guthabenzinsen, die diesen Effekt ausgleichen würden, gibt es nicht mehr. Das Kapital verbrennt. Ein Investment, z. B. in ETFs, kann die Lösung sein. Diese börsengehandelte Indexfonds eignen sich nicht nur für junge Leute, sondern auch für Rentner.

Die Lebenserwartung nimmt zu

„Dafür bin ich doch viel zu alt, das lohnt sich gar nicht mehr!“ Häufig bringen Senioren das Argument an, dass sie ja nicht mehr viele Lebensjahre vor sich haben und daher eine Geldanlage keinen Sinn macht. Die Menschen leben, statistisch gesehen, aber immer länger. Wer heute in den Ruhestand geht, hat durchschnittlich zwanzig Jahre als Rentner vor sich, mitunter sogar 30 Jahre. Darum: Schluss mit den Ausreden, liebe Rentner! Der Investmentmarkt bietet euch viele Möglichkeiten, euer Geld gewinnbringend anzulegen. Ihr solltet sie nutzen!

Rücklagen bilden und Anlagestrategie bedenken

Bevor es ans Investieren geht, sollten Anlegerinnen und Anleger zwei wichtige Punkte beachten. Zunächst gilt es, einen Notgroschen aufzubauen und zur Seite zu legen. Denn es kann immer zu unvorhergesehen Ausgaben kommen. In der Regel sollten ca. drei Monatseinkommen „geparkt“ werden, z. B. auf dem Tagesgeldkonto. Dort kann man einfach und vor allem schnell auf das Guthaben zugreifen, um beispielsweise den defekten Kühlschrank zu ersetzen oder auch unvorhergesehene Krankheitskosten abzudecken. Zum zweiten ist es wichtig, sich zu über die eigene Anlagestrategie Gedanken zu machen.

Selbstverständlich wünschen sich alle Anleger eine hohe Rendite ohne Risiko dafür mit schneller Verfügbarkeit. Leider gibt es keine Geldanlage, die all diese Faktoren gleichzeitig erfüllt. Daher sollte man sich die drei Anlagestrategien anschauen und überlegen, was einem am wichtigsten ist: Sicherheit, Rendite oder Verfügbarkeit. Bin ich bereit ein höheres Risiko einzugehen, um eine größere Rendite zu erzielen? Oder gehe ich lieber auf Nummer sicher, mindere damit aber meinen Gewinn? All das sind Fragen, die jeder für sich selbst beantworten muss.

Investieren in ETFs – auch als Rentner

Die individuelle Anlagestrategie spielt bei der Wahl des geeigneten Anlageproduktes eine wichtige Rolle. Eines dieser Produkte sind ETFs. Die Fonds bilden einen Börsenindex ab und werden wie Aktien an der Börse gehandelt. Sie sind kostengünstiger als andere Anlageprodukte und auch recht einfach zu verstehen. Eine Kapitalgesellschaft investiert dabei das Kapital der Anlegerinnen und Anleger in unterschiedliche Wertpapiere oder andere Vermögensgegenstände. Der empfohlene Anlagehorizont für ETFs liegt bei zehn bis fünfzehn Jahren, sie eignen sich also für langfristige Investments.

Will man als Rentner sein Geld in ETFs anlegen, sollte man den Zeitpunkt der Geldanlage betrachten. Startet man gerade in den Ruhestand, eignet sich ein Investment in ETFs auch dann noch, wenn man von dem Geld in zehn bis fünfzehn Jahren den eigenen Herzenswunsch erfüllen will. Ist man allerdings schon etwas älter, lohnen sich ETFs, wenn man für die Kinder oder Enkelkinder Kapital aufbauen will.

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Was es zu beachten gilt

Auch Rentner können sich, ohne Finanzexperten sein zu müssen, ein ETF-Portfolio aufbauen. Wichtig ist, dass es gut diversifiziert ist, dass also viele Regionen und Branchen abgedeckt werden. Das mindert das Risiko der Anleger, da sie nicht auf die wirtschaftliche Entwicklung eines einzelnen Landes setzen und sich nicht vom Erfolg eines oder weniger Unternehmen abhängig machen. Die Diversifikation ist auch beim einzelnen ETF wichtig. So könnten Anleger z. B. auf einen ETF zu setzen, der den MSCI World abbildet. Der Weltaktienindex setzt sich aus ca. 1.600 Unternehmen aus 23 Industrieländern zusammen und ist allgemein bei vielen ETF-Sparern beliebt. Ein geeigneter ETF ist etwa der iShares Core MSCI World UCITS ETF (WKN: A0RPWH).

Anlegerinnen und Anleger haben zwei Möglichkeiten, das Geld anzulegen: Entweder per Einmalanlage in einen ETF oder über einen Sparplan. Ersteres eignet sich besonders dann, wenn eine größere Summe an Kapital zur Verfügung steht. Das könnte z. B. durch die Auszahlung einer Lebensversicherung der Fall sein. Sparpläne, bei denen regelmäßig ein festgelegter Betrag eingezahlt wird, sind dagegen häufig besonders kostengünstig und eignen sich vor allem dann, wenn über längere Zeit Geld angelegt werden soll.