Vier Lektionen für China-Investoren

Bei Anlegern steht China immer wieder im Mittelpunkt. Diese vier Lektionen sollten Investoren ziehen, die im Reich der Mitte aktiv sein sollen.

China hat sich als erstes Land von den wirtschaftlichen Einbrüchen der Pandemie erholt. Daraus können Investoren lernen, meint Evan Brown, Leiter für Multi-Asset-Strategien bei UBS Asset Management. Er sieht die Entwicklung der Wirtschaft und Finanzmärkte in China während der Erholung als nützliche Indikatoren für die globalen Märkte. „Solche Indikatoren helfen abzuschätzen, wie sich wirtschaftliche Aktivität und Preise von Vermögenswerten entwickeln“, so Brown. Vier Lektionen für Investoren aus Chinas Erholung:

Lektion 1: In frühzyklische Märkte investieren

Dank der frühen und schnellen Erholung waren chinesische Aktien 2020 die Spitzen-Performer unter den großen globalen Indizes. Das hat sich gedreht. Seit Jahresanfang gehören sie zu den Underperformern. „Diese Entwicklung könnte andeuten, was Aktien in den USA demnächst erwartet“, sagt Brown. Auch dort ist die Erholung bereits gut vorangeschritten. Brown sieht bessere Chancen in Märkten, die sich noch in der Frühphase des Zyklus bewegen: „Wir erwarten, dass Value-Aktien sowie europäische und japanische Aktien besser abschneiden werden als globale Aktien.“

Lektion 2: Den Boom der Werksaktivität nicht zu früh ausblenden

Im Vergleich zu China gewinnt das Aktivitätswachstum in den Fabriken in Ländern wie den USA, der Eurozone, Großbritannien, Australien und Japan erst richtig an Fahrt, worauf die Einkaufsmanagerindizes für die Produktion hindeuten. Allerdings sind die Produktionsleistung und die Exporte auch in China weiterhin sehr robust. „Dies sollte Investoren erinnern, dass sie ihren Fokus bei Risiko-Assets auf Märkte legen, die von der anhaltenden Stärke im Güterbereich profitieren“, sagt Brown. Auch hier sieht er die Aktienmärkte in Europa und Japan gegenüber China und den USA im Vorteil.

Lektion 3: Politik wird weniger stimulierend, aber nicht hemmend sein

Ein Hauptrisiko für prozyklische Anlagen ist der verfrühte Abbruch der Stimulierung, der die wirtschaftliche Erholung aufs Spiel setzen kann. In China könnten die Anreize aufgrund der fortgeschrittenen Erholung als erstes verschwinden. „Peking hat jedoch zugesichert, keine abrupte Wende vorzunehmen“, sagt Brown. Auch global dürfte die Politik stimulierend bleiben. „Daher bevorzugen wir Aktien gegenüber Unternehmensanleihen und bleiben für steilere Renditestrukturkurven positioniert“, so Brown.

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Lektion 4: Politische Risiken haben zwei Seiten

Allerdings zeigt sich auch, dass sich die politischen Entscheidungsträger in China mit dem anziehenden Wachstum nicht mehr nur auf unterstützende Maßnahmen konzentrieren müssen. „Auch in den USA deutet sich bereits eine weniger marktfreundliche Politik am Horizont an. Das unterstützt unsere Präferenz für die Aktienmärkte außerhalb der USA“, sagt Brown.