Von Max Paprotny10. März 2022
Warum der Bitcoin (noch) kein digitales Gold ist

Warum der Bitcoin (noch) kein digitales Gold ist

Spätestens seit dem rasanten Aufstieg des Bitcoin im Jahr 2020 war er in aller Munde. 1000 Prozent in knapp einem Jahr hat die Rallye damals beschert.

Nicht wenige haben bereits die Ablösung von Gold als sicheren Hafen durch den Bitcoin ausgerufen. Warum die Kryptowährung für mich noch kein Äquivalent zu Gold ist, erfährst Du in diesem Beitrag.

Bitcoin Historie

Das Konzept von Bitcoin und einer dezentralen Währung hat ein gewisser Satoshi Nakamoto in einem White Paper im Jahr 2008 veröffentlicht. Ob Herr Nakamoto tatsächlich existiert oder es sich hier nur um ein Pseudonym handelt, ist allerdings nicht bekannt. Im Jahr 2009 wurden dann die ersten 50 Bitcoin geschaffen. Der erste bekannte Wechselkurs lag sodann bei 0,08 US-Cent pro Coin. Im Jahr 2010 hat der Programmierer Laszlo Hanyecz zwei Pizzen für 10.000 Bitcoins gekauft. Es dürfte mit Blick auf den heutigen Kurs von knapp 40.000 US-Dollar pro Bitcoin ein schlechter Deal gewesen sein. Heute wären seine 10.000 Bitcoins 400 Millionen US-Dollar wert und er könnte so viele Pizzen essen, wie er wollte.

Der Bitcoin ist zudem anders als heutige Währungen endlich. Es kann technisch bedingt nur 21 Millionen Bitcoins geben. Hier kann man den ersten Vergleich zum physischen Gold ziehen. Genau wie die Kryptowährung ist Gold endlich. Bitcoin wird zudem wie Gold geschürft bzw. gemint. Doch muss hierfür niemand in einem Bergwerk schuften, vielmehr findet das Mining durch ein globales Netzwerk statt.

Gold als sicherer Hafen

Anders als den Bitcoin gibt es Gold seit Jahrtausenden. Bereits die Ägypter und Römer haben mit dem gelben Edelmetall Handel betrieben. Heutzutage gilt Gold als ein inflations- und krisensicherer Wertspeicher, der Kriege und Krisen übersteht. Gerade in den genannten Phasen greifen Anleger vermehrt auf das Edelmetall zurück. Und so konnte Gold in Krisenzeiten seinen Kurs meist nicht nur halten, sondern sogar erhöhen. Konträr dazu verliefen die weltweiten Aktienmärkte. Diese wurden in Krisenzeiten meist mit hohen Kursverlusten abgestraft. Das zeigt, dass Gold wenig bis gar nicht mit dem Aktienmarkt korreliert. Das bedeutet, dass Gold meist entgegengesetzt zum Aktienmarkt verläuft.

Bitcoin und das Krisenmanagement

Nimmt man somit an, dass der Bitcoin zum digitalen Gold aufsteigen wird, sollte man davon ausgehen dürfen, dass auch die digitale Währung kaum mit dem weltweiten Aktienmarkt korreliert. Im besten Fall ist er vom Weltgeschehen entkoppelt und in schwierigen Zeiten eine sicherere Wertanlage.

Doch das Gegenteil ist zumeist der Fall. Wohingegen der Goldpreis relativ stetig steigt, gleicht der Bitcoin-Kurs einer Achterbahn. Im Frühjahr 2020 stand er bei knapp 5.500 US-Dollar. Bis zum Frühjahr 2021 stieg der Wert der Währung auf knapp 60.000 US-Dollar. Mitte 2021 fiel er dann wieder auf 30.000 US-Dollar nur um im November 2021 auf fast 65.000 US-Dollar zu klettern. Ein ruhiger und sicherer Hafen sieht anders aus.

Zudem ist die Korrelation mit Aktien aus dem Technologiesektor noch zu hoch, um von einer entkoppelten Wertanlage zu sprechen. Gerade in Krisenzeiten, in denen Gold stabil bleibt, bricht der Bitcoin regelmäßig ein. Derzeit kann man somit nicht von einem Äquivalent zu Gold sprechen.

Tipp: Hier findest du eine übersichtliche Liste aller 50 Kryptowährungen, über die du dich jetzt auf unseren Krypto-Profilseiten informieren kannst.

Die Zukunft des Bitcoins

Doch was nicht ist, kann noch werden. Der Bitcoin ist zwar, verglichen zu anderen Kryptowährungen, schon ein alter Hase, doch ist er trotzdem noch sehr jung. Immer mehr institutionelle Anleger griffen in der jüngeren Vergangenheit bei der Währung zu. Der Glaube an das digitale Asset ist weiter vorhanden. Viele Experten halten Kursziele von 100.000 US-Dollar in den nächsten Jahren für möglich. Und selbst die 1 Million US-Dollar Marke kann nach einer Analyse von ARK Invest bis 2030 erreicht werden. Ob dieses Szenario wahrscheinlich ist, kann nur die Zukunft zeigen.

Doch hat der Coin der Old Economy eines gezeigt: Die Zukunft der Währungen ist digital. Die USA und die EU arbeiten bereits an eigenen digitalen Währungen. El Salvador hat hingehen als erstes Land den Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel zugelassen. Ob weitere Länder mitziehen, wird auch von der Geschwindigkeit der Bitcoin Transaktionen abhängen. Denn derzeit sind diese noch zu langsam und energieintensiv.

Fazit

Ob der Bitcoin jemals Gold als Anlageklasse für den sicheren Hafen ablösen wird, ist derzeit noch nicht absehbar. Der Bitcoin reagiert derzeit noch zu stark auf Krisen. Nichtsdestotrotz ist die Kryptowährung eine interessante Anlageklasse, die auch immer stärker das Interesse der institutionellen Anleger auf sich zieht. Ich halte an einer kleinen Beimischung in meinem Depot fest und werde die Entwicklung des Bitcoins weiter interessiert verfolgen. 

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