Von Katja Brauchle3. März 2022
Warum du dir trotz der Chancen ein Investment in Öl gut überlegen solltest

Warum du dir trotz der Chancen ein Investment in Öl gut überlegen solltest

Der Krieg in der Ukraine sorgt weiterhin für eine Talfahrt von Wertpapieren. Doch gibt es auch Branchen, die von den unvorstellbaren Ereignissen profitieren. Dazu gehört etwa neben der Rüstungsindustrie auch der Energiesektor – vor allem Öl.  

Die Angst vor einer Knappheit von Öl und Gas ist derzeit so begründet wie selten. Der Ölpreis ist binnen kürzester Zeit stark gestiegen, seit Beginn des Jahres ist er um rund 50 Prozent nach oben geschossen. Aktuell liegt er bei etwa 115 Dollar bei der Sorte Brent, während Öl der Sorte Brent Anfang des Jahres noch bei etwa 75 Dollar lag. Und Experten rechnen damit, dass die Preise weiter anziehen. Denn wie Rohstoff-Analyst Gabor Vogel gegenüber dem Handelsblatt äußerte, sei die derzeit große Frage, „ob und wann der Westen auch Sanktionen auf russische Energielieferungen erlässt“.

Wegfall von russischem Öl hätte gravierende Folgen


Sieben Millionen Barrel – so viel Öl produziert Russland täglich. Würden diese Produktionen sanktioniert, wären diese Verluste laut Vogel nur schwer auszugleichen. In diesem Fall könnte der Preis eines Barrels auf 120 Dollar steigen. „Die Marktentwicklung bleibt sehr volatil und hängt stark von der aktuellen Nachrichtenlage ab“ sagte er dem Handelsblatt. Gestern lag der Preis für Brent-Öl bereits bei über 110 Dollar pro Fass. Der gestrige Entschluss der OPEC Plus, die Erdölförderung weiter leicht zu erhöhen, wird daran nichts ändern, denn die beschlossenen 400.000 Fass pro Tag sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Investment in Öl: Nicht nachhaltig, aber hohe Dividenden

Damit bleibt der Ölpreis hoch. Profiteure sind etwa die großen US-Ölkonzerne wie Exxon Mobil und Chevron, aber auch breiter aufgestellte europäischen Öl- und Gaskonzerne wie Shell, BP und Total Energies. Für Anlegerinnen und Anleger, denen Nachhaltigkeit nicht zu stark am Herzen liegt, können sich hier also Chancen auftun. Denn bereits 2021 meldeten die Öl-Konzerne Nettoergebnissen von zusammen knapp 90 Milliarden Dollar –  die höchsten Gewinne seit sieben Jahren. Diese Zahl könnten sie im laufenden Jahr sogar noch einmal steigern.

Analysten erwarten außerdem etwa bei BP, dass die Ausschüttungsquote (Dividenden plus Aktienrückkäufe) im laufenden Jahr bei 12,4 Prozent liegen wird. Dazu kommt, dass die Kurse der Ölkonzerne nicht so schnell steigen wie der Ölpreis. Bei Exxon Mobil konnten Anlegerinnen und Anleger mit dem 15-fachen Jahresgewinn einfahren, die Ergebnisse anderer Ölkonzerne waren ähnlich hoch.

Situation nicht missachten

Dennoch: Ein Investment in Aktien muss gut überlegt sein, insbesondere in der aktuellen Situation, in der viele Anlegerinnen und Anleger nicht vom Leid anderer profitieren möchten. Diesen Faktor solltest du abgesehen vom Thema Nachhaltigkeit bedenken, bevor du jetzt in Öl investierst.

Jetzt den ETF-Guide bestellen!

Der perfekte Guide für deine
Geldanlage mit ETFs

Vorwissen? Nicht nötig! In nur 60 Minuten lernst du alles, was du wissen musst, um mit ETFs durchzustarten. Theorie und Praxis perfekt kombiniert – total verständlich und fundiert!

Jetzt bestellen