Wie bei Deflation investieren?

Marktbeobachter fürchten nach der Corona-Krise eine Deflation. Wie sollten Privatanleger also im Fall einer Deflation investieren?

Das grassierende Coronavirus hat den Aktienmarkt kräftig durchgeschüttelt. Kenner rechnen mit einer spürbaren Abkühlung des weltweiten Wirtschaftswachstums. Trotz aller Maßnahmen diverser nationaler Regierungen kann es zu einer Deflation kommen. Denn eine einbrechende Wirtschaft ist oft ein Nährboden für eine solche Entwicklung. Wieso ist das so?

Weniger Konsum führt zu niedrigeren Preisen

Verbraucher können derzeit aus verschiedenen Gründen weniger konsumieren. Die Supermärkte sind leer, viele Geschäft sind geschlossen und dazu droht in manchen Bereichen der Verlust des Arbeitsplatzes. Weniger Nachfrage führt im Allgemeinen zu geringeren Preisen.

In der normalen Situation, also in der einer leichten Inflation, sind wir steigende Preise gewöhnt. Fallen jedoch die Preise über einen längeren Zeitraum (Deflation), haben Verbraucher den Anreiz, Kaufentscheidungen heraus zu schieben. In der Folge würden Betriebsinsolvenzen steigen und die Arbeitslosigkeit zu nehmen. Das ergäbe eine stete Abwärtsspirale. Um weit genug einem solchen Szenario fernzubleiben, hat die Europäische Zentralbank (EZB) als Inflationsziel die Marke von knapp unter zwei Prozent Inflation vorgegeben.

Fakt ist: Die Inflationsrate im einheitlichen europäischen Währungsraum ging zuletzt auf 1,2 Prozent zurück. Das ist bereits ein Rückgang, aber diese Zahl ist noch weitgehend ohne den Einfluss von Corona. Es kann also durchaus sein, dass sich dieser Wert noch verringern wird. Diese Einschätzung teilen zumindest einige Fachleute.

Was sind gute Geldanlagen in der Deflation?

Die Politik bemüht sich gröbere Schäden und damit auch eine Deflation abzuwenden. Denn sie kann der Ausgang einer viel tiefergreifenden Wirtschaftskrise sein. Sollte es dennoch soweit kommen, sollten Privatanleger gewappnet sein.

Nochmal: In der Deflation bekomme ich morgen mehr als heute und nächste Woche mehr als diese Woche. Das heißt, das Geld gewinnt an Wert. Profiteure sind also kapitalstarke Unternehmen und Privathaushalte mit viel Geld.

Festverzinsliche Geldanlagen, die lange als schnöde galten, erhalten neuen Auftrieb. Tagesgeld oder Staatsanleihen erscheinen dann relativ gesehen attraktiver als in normalen Phasen. Daneben dämpft eine Deflation den negativen Effekt von geringen Zinsen. Der reale Zins steigt.

Ein Beispiel: Bei einer Deflationsrate von zwei Prozent und einem Tagesgeldzins von 0,5 Prozent steigt der faktische Gesamtertrag auf 2,5 Prozent.

Verlierer wären allerdings Aktien. Das liegt zum einen daran, dass Unternehmen weniger einnehmen, was die Kurse der Unternehmen in Mitleidenschaft zieht. Zum anderen werden aber andere Anlageklassen, wie die bereits erwähnte, vergleichsweise interessant. Dadurch fließen Mittel aus Aktien ab. Ebenfalls wären Engagements in Immobilien in negativer Weise betroffen, da ihr Wert sinkt.

Rohstoffe haben es in Perioden einer Deflation besonders schwer. Bei ihnen kommt der wirtschaftliche Abschwung direkt an. Denn ihre Preisentwicklung ist besonders stark am Wohl und Wehe der wirtschaftlichen Aktivitäten gekoppelt. Das gilt gerade für Rohstoffe, die in der Industrieproduktion Anwendung finden.

Doch wie ist es mit dem „sicheren Hafen“ Gold? Gold wohnt eher der Gedanke des Inflationsschutzes inne. Steigende Zinsen drücken eher die Preise für Edelmetalle. Viele Investoren schichten deswegen um: So verkaufen sie etwa Gold, das keine Zinsen abwirft, und investieren den Erlös in renditeträchtigere Zinspapiere.

Das sind die Deflations-Profiteure

Wie fast immer gibt es auch in einer schwierigen Lage wie der Deflation Gewinner. Dazu zählen:

Wichtig: Machen Sie Ihr Depot wind- und wetterfest. Das geschieht am besten mit einem globalen Portfolio bestehend aus Aktien und Anleihen. Gerne können Sie sich bei unseren Musterportfolios Anregungen holen.