Wie der Norwegische Staatsfonds den Coronacrash überstanden hat

Der Norwegische Staatsfonds wurde infolge von Corona ordentlich durchgeschüttelt – und feierte ein starkes Comeback. Was hinter dem Erfolg des Fonds steckt. 

Die Coronakrise beschäftigt nach wie vor die Weltbörsen. Auch die Macher des Norwegischen Staatsfonds mussten zwischenzeitlich mächtig schlucken. Zwischen Januar und März verlor der größte Staatsfonds der Welt laut Manager Magazin 153 Milliarden US-Dollar.

Doch die Rechnung sieht schon anders aus, wenn man die komplette erste Jahreshälfte betrachtet. Denn im zweiten Quartal setzte eine massive Erholung ein. Insgesamt liegt der Halbjahresverlust daher „nur“ noch bei 21 Milliarden Dollar. Das ist zwar immer noch ein gewaltiger Betrag, doch bei 1,15 Billionen (!) US-Dollar Fondsvolumen relativiert sich dies. Das erste Quartal war zwar das schlechtesten in der Geschichte des Norwegen-Fonds, doch das zweite war auch das beste seiner Historie.

Das wäre möglicherweise aber nicht passiert, wenn die Betreiber sich allzu stark auf einzelne Branchen oder wenige Länder konzentriert hätten. Hier zeigen sich wieder einmal die Vorteile einer breiten Streuung. Der Norwegische Staatsfonds ist sogar noch breiter aufgestellt als die flächendeckendsten ETFs. In dem Fonds sind 9.200 Unternehmen aus 74 Ländern vertreten. Den Norwegern gehören statistisch 1,5 Prozent der weltweiten Börsenunternehmen.

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Das Erfolgsgeheimnis des Fonds

Selbst die breiteste Streuung ist vor Börsenabstürzen nicht gefeit. Doch das Beispiel des Norwegischen Staatsfonds zeigt, dass es bei ausreichender Diversifikation nur eine Frage der Zeit ist, bis sich das Portfolio wieder erholt von Rückschlägen. Natürlich geht es nicht immer so schnell wie im zweiten Quartal dieses Jahres. Anleger laufen bei breiter Streuung jedoch nicht Gefahr, auf die falschen Regionen, die falschen Branchen oder gar die falschen Einzelaktien (siehe Wirecard) zu setzen.

Ein anderer Aspekt, den sich Privatanleger abschauen können: Der Fonds ist langfristig ausgerichtet und weniger auf die kurzfristige Spekulation. Daneben finden sich als weitere risikobegrenzende Elemente auch die Anlageklassen Anleihen und Immobilien im Portfolio. Aktien sollen die Rendite befeuern. Seit 1998 steht ein jährliches Plus von durchschnittlich 5,8 Prozent zu Buche.

Der Norwegische Staatsfonds ist kopierbar mit ETFs

Als Deutscher kann man schon etwas neidisch nach Oslo blicken, wo die Betreiber des Norwegischen Staatsfonds sitzen. Immerhin bringt der von Öl- und Gaserträgen gefüllte Fonds bereits jedem Norweger ein theoretisches Vermögen von deutlich mehr als 200.000 Dollar. Das haben wir hierzulande nicht. Doch kein Problem! Dank ETFs können Sie als Privatanleger den Norwegern nacheifern.

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Übrigens: Die Norwegen gehören auch beim Thema nachhaltig anlegen zu den Vorreitern. Neben dem guten Gewissen sehen Befürworter darin auch ein Werkzeug, um Risiken zu senken.