Wie sind die Aussichten für Schwellenländer-ETFs in 2021?

Die Aktienmärkte sind bis dato positiv ins neue Jahr gestartet. Analysten halten die Aussichten der Schwellenländer für besonders attraktiv. Schlummern hier Chancen für ETF-Anleger?

2020 haben Schwellenländer durchaus eine sehr beachtliche Entwicklung hingelegt. Viele Indikatoren deuten an, dass sich das in 2021 nicht ändern sollte. Der positive Newsflow über den Covid-19-Impfstoffe hat den Märkten weitere Impulse gesetzt. Die Nachfrage nach Schwellenländer-Aktien hat Umfragen zufolge bereits angezogen. Ob die Aussichten für 2021 weiter gut bleiben und ob sich ein Engagement für Anleger jetzt lohnt, erfahren Sie hier.

Erholung setzt sich fort

Während Europa und die USA weiterhin mit hohen Infektionszahlen kämpfen, hat sich die Lage in den meisten Schwellenländern beruhigt. Vor allem in Ost- und Südostasien konnte der Corona-Virus dank rigider Maßnahmen seitens der Regierung schneller unter Kontrolle gebracht werden. Auch in Indien und Lateinamerika verläuft die Erholung wesentlich schneller als bei uns.

Restrisiken bleiben bestehen, jedoch dominiert aktuell die Hoffnung auf die positiven Einflüsse des Covid-19-Impfstoffes. Seine Effektivität und schnelle Verbreitung bleiben kritisch für die Anlegerstimmung in 2021.

Die Aufholjagd der chinesischen Wirtschaft hat besonders überzeugt. Die wichtigsten Konjunkturindikatoren liegen bereits heute über dem Vorkriseniveau. Weitere Faktoren – wie die geldpolitischen Zinssenkungen, Konjunkturpakete und ein schwacher US-Dollar – begünstigen ihre Ausgangslage.

Aussichten: EM bleiben schwächer bewertet

Die Analysten von Alliance Bernstein gehen aktuell davon aus, dass die Unternehmensgewinne in Schwellenländern im kommenden Jahr um voraussichtlich über 30 Prozent wachsen werden. Im Verhältnis zu dem Bewertungsniveau aus den Industrieländern ist das besonders günstig. Während wir hier von einem Kurs-Gewinn-Wachstumsverhältnis von ca. 0,46 sprechen, liegt der Wert bei Aktien aus Industrieländern bei ca. 0,85.

Zudem wird eine (sehr wahrscheinlich) erneute Beteiligung der USA an der Welthandelsorganisation unter Präsident Biden weitere Wachstumsimpulse für exportorientierte Schwellenländer setzen. Aufgrund ihrer Größe und des Aufholpotenzials haben Schwellenländer grundsätzlich höhere Wachstumsaussichten als Industrieländer. Dies könnte sich über 2021 hinweg weiter verstärken.

Spannend ist in dieser Hinsicht die Entwicklung der entsprechenden Indizes. Während der MSCI World eine Jahresperformance von 14,06 Prozent aufweist, liegt diese beim MSCI EM bei 48,70 Prozent. Schwellenländer entwickelten sich fast dreimal so gut.

Tipp: Hier erfahren Sie alles, was Sie wissen müssen über das Investieren in Emerging Markets.

Gehören ETFs aus Schwellenländern ins Portfolio?

Spannend ist, dass viele Privatanleger trotz dieser Fakten noch sehr zurückhaltend mit Investments in Schwellenländer sind. Für das Risiko-Ertrags-Verhältnis spielt eine breite Diversifikation jedoch eine entscheidende Rolle. Unternehmen aus China, Japan, Indien, Süd-Korea oder Südamerika sind weitaus günstiger bewertet als Unternehmen aus den USA, die teilweise KGVs von über 200 haben. Damit bieten die EM-Aktien tendenziell bessere Aussichten.

Der MSCI Emerging Markets bietet Privatanlegern einen guten Einstieg. Der Index spiegelt die Wertentwicklung von über 1.390 Aktienwerten aus 26 Ländern wider (ca. 85 Prozent der Marktkapitalisierung). Wertpapiere aus der Volksrepublik China stellen dank der beeindruckenden Performance in 2020 mit etwa 40 Prozent den größten Anteil dar. Zu den größten Positionen zählen:

  • Alibaba (6,95 Prozent)
  • Tencent (5,85 Prozent)
  • TSMC (5,84 Prozent)
  • Samsung (4,05 Prozent)
  • Maituan (1,87 Prozent)

Die stärksten Branchen sind IT (19,09 Prozent), Konsumgüter (19,43 Prozent) sowie die Finanzindustrie (18,1 Prozent).

Fazit

Ein stärkere Fokus auf Schwellenländer-ETFs in 2021 wird Privatanlegern nicht ohne Grund empfohlen. Die Wachstumsaussichten sind ausgezeichnet. Die Covid-19-Pandemie konnte trotz Anfangsschwierigkeiten mittlerweile unter Kontrolle gebracht werden. Die Märkte befinden sich wieder auf Wachstumskurs.

Besonders China, Südkorea und Taiwan gehen in Asien als Gewinner aus der Krise. Diese dürfte sich auch in 2021 nicht ändern. Aus dem Grund sollten Anleger in diesen Märkten nach einem intensiveren Engagement suchen. Das geht einerseits mit dem MSCI Emerging Markets aber auch über spezifische ETFs auf die jeweilige Region.

Zudem konnte nicht nur Amazon von der steigenden Nachfrage nach Onlinehandel profitieren. Auch die asiatischen Pendants erfreuen sich einer stark gestiegenen Nutzung. Die starke E-Commerce Entwicklung zeigt sich in der Performance des HANetf EMQQ Emerging Markets Internet & E-Commerce UCITS ETF (WKN: (A2JR0G), der im Jahr n2020 ein Plus von 66 Prozent erzielt hat. Asien nimmt in dem zugrunde liegenden Index eine Gewichtung von ca. 80 Prozent ein.

ETFs zum Investieren in Emerging Markets