Wisdomtree setzt Handel mit WTI-Öl-ETPs aus

Der ETP-Anbieter Wisdomtree hat beschlossen, die Ausgaben bestimmter ÖL-ETPs auf Basis von WTI vorerst auszusetzen.

Die Entwicklung des Öl-Preises zeigt sich in den vergangenen Wochen äußert turbulent. Darauf hat nun Wisdomtree reagiert. Aufgrund einer noch nie zuvor beobachteten Volatilität bei WTI-Rohöl-Kontrakten sind die Risiken für Investoren in Short-Leveraged-ETPs, die diese Kontrakte nachbilden, deutlich gestiegen, wie der Anbieter erklärt. Deshalb hat man nun die Reißleine gezogen und sich entschieden, die Ausgaben zweier Short-Leveraged-ETPs, die WTI-Rohöl nachbilden, bis auf Weiteres auszusetzen. Diese Entscheidung gilt zum einen für den WisdomTree WTI Crude Oil 2x Daily Leveraged (WKN: A2BDEB), der den WTI-Öl-Preis mit Faktor zwei nachbildet. Das andere Produkt, welches betroffen ist, ist der WisdomTree WTI Crude Oil 1y Daily Short (WKN: A0V9XY), das den WTI-Preis invers, also umgekehrt zur tatsächlichen Entwicklung darstellt. Es handelt sich also um einen Short-ETF.

WisdomTree prüfe die Marktbedingungen fortlaufend und wäge alle verfügbaren Optionen ab, um die Interessen der Anteilsinhaber zu schützen und die Aufrechterhaltung geordneter Marktverhältnisse zu gewährleisten. Die Rücknahmen der beiden ETPs würden durch die Aussetzung der Ausgaben in keiner Weise eingeschränkt werden.

Gibt es Folgen für Privatanleger?

Die Aussetzung der Ausgaben bedeutet, dass der Emittent keine neuen Wertpapiere für diese ETPs ausgeben wird, um die Nachfrage zu befriedigen. Die Aussetzung der Ausgabe betrifft ausschließlich den sogenannte Primärmarkt. Der Primärmarkt ist der Markt, auf dem die autorisierten Teilnehmer direkt mit dem Emittenten in Handel treten. Privatanleger sind hier ohnehin nicht eingebunden. Durch die Einschränkung der Ausgaben bei den obigen ETPs soll vor allem das Wachstum dieser ETPs eingeschränkt werden, sodass die Menge der ausgegebenen Anteile die Menge zum Zeitpunkt der Aussetzung nicht übersteigt.

Übrigens: Bei der Aussetzung der Ausgabe wird insbesondere der Arbitrage-Mechanismus gestört, durch den der Briefkurs des ETPs an den Zeitwert des Briefkurses seines Basiswerts angepasst wird. Dadurch wird die Fähigkeit der Investoren beeinträchtigt, das ETP zu einem Preis zu kaufen, der dem Zeitwert des Basiswerts des ETPs entspricht. Folglich wird das ETP, abhängig von der Nachfrage nach dem ETP, gegenüber seinem Zeitwert mit einer Prämie gehandelt, das heißt, zu einem höheren Wert.