Zehn unerhörte Vorhersagen für 2020: Was liegt jenseits des Tellerrandes?

Alle Jahre wieder? Nun ja: Seit immerhin zehn Jahren veröffentlicht die Saxo-Bank ihre sogenannten „Outrageous Predictions”, zu deutsch: „unerhörte” oder „ungeheuerliche Vorhersagen”, die mittlerweile fast schon Kultstatus genießen. Bei den „Predictions” der Saxo-Bank handelt es sich aber weniger um einen offiziellen Ausblick, als vielmehr um ein Gedankenspiel, das Investoren ermutigen soll, auch mal über den Tellerrand hinaus zu sehen.

extraETF.com stellt die unglaublichen Prognosen der Saxo-Bank für 2020 vor und präsentiert zu jeder der gewagten Thesen (mehr oder weniger) passende Investitionsmöglichkeiten.

These 1: Schlechte Aussichten für die Halbleiterindustrie  

Laut Saxo Bank droht 2020 ein neuer „KI-Winter” für die Halbleiterindustrie. Ein Großteil aller gefertigten Halbleiterbauelemente basieren auf Industriemetallen. Interessierte Anleger können mit sogenannten ETCs (Exchange Traded Commodities) in über 200 Rohstoffe investieren. Was Industriemetalle anbelangt zum Beispiel in Aluminium, Blei, Kupfer, Nickel, Rhodium, Zink oder Zinn.

Wer sich der Meinung der Saxo Bank anschließen möchte, dem stehen vier Short-ETFs zur Verfügung, um darauf wetten, dass die Umsätze von gewissen Industriemetallen einbrechen werden.

These 2: US-Dollar verliert massiv an Wert

Allen anderen Experten zum Trotz: Die „Outrageous Predictions” der Saxo Bank geben zu Bedenken, dass die amerikanische Notenbank, kurz: FED, den Leitzins 2020 doch noch weiter senken und ihre Bilanzen aufblähen könnte. Die Folge: der US-Dollar büßt weltweit an Wert ein.

Für Anleger, die kurzfristig in den US-amerikanischen Geldmarkt investieren möchten, lassen sich derzeit auf extraETF.com zwei entsprechende ETFs finden:

  • Xtrackers II USD Overnight Rate Swap UCITS ETF (WKN: DBX0A0)
  • ComStage FED Funds Effective Rate Index UCITS ETF (WKN: ETF101)

These 3: EZB zieht die Zinsen wieder an

Anders als bei der FED geht die Saxo Bank bezüglich der europäischen Notenbank von einer Kehrtwende in der Zinspolitik aus und so lautet die Prognose: Die EZB zieht die Zinsen gehörig an, der Euro-Stoxx steigt in 2020 um satte 30 Prozent.

Anleger, die dieser (gewagten) Prognose mit einem Investment Taten folgen lassen wollen, können aus mehr als 15 ETF-Produkten wählen, die in die 50 erfolgreichsten Unternehmen der Eurozone investieren. Einer davon, der UBS ETF – EURO STOXX 50 ESG UCITS ETF (WKN: A2PGD1), investiert auch nachhaltig.

These 4: Öl- und Gasindustrie überraschenderweise auf der Siegerseite

Egal wie sehr nachhaltige Investments das Thema der Stunde sind, die Saxo Bank wagt die gegenteilige Prognose: Die Nachfrage aus Asien nach fossilen Brennstoffen wird 2020 steigen und damit auch die Gewinne der Gas- und Ölindustrie.

Rohstoff-ETFs, also ETCs, gibt es für beide Brennstoffe. Für Erdgas lassen sich auf extraETF.com acht Finanzprodukte finden, für Öl sogar 32. Wer dagegen lieber in saubere Energien investieren möchte, findet auch hierzu zwei passende ETFs.

These 5: Südafrika strauchelt

Warum, fragt die Saxo Bank, sollte ein Land weiter für Investorengelder interessant sein, wenn es seit Jahren daran scheitert, seine Finanzen und seine Regierung auf Vordermann zu bringen? Demnach lautet die Prognose: Finger weg von Südafrika.

Investoren, die anderer Meinung sind, können derzeit mit drei Südafrika-ETFs in das südlichste Land des afrikanischen Kontinents investieren. Die beiden größten ETF-Produkte von iShares und Lyxor erzielten in den letzten fünf Jahren eine Performance-Steigerung von über sieben Prozent und im laufenden Jahr von mehr als 12 Prozent. Hier sehen sie beide ETFs im direkten Vergleich.

These 6: America-First-Steuer stört Lieferketten weltweit

Der Albtraum für Investoren: Um sich durch den Wahlkampf zu retten, beschließt Präsident Trump kurzerhand eine „America-First-Steuer”, also eine pauschale Mehrwertsteuer von 25 Prozent auf alle Einnahmen, die aus ausländischer Produktion stammen. Dann, so die Prognose, könnten US-Staatsanleihen 2020 eine Rendite von sechs Prozent erzielen.

Dabei hätten Anleger die Möglichkeit in mehr als 40 ETFs zu investieren, die sich auf US-amerikanische Staatsanleihen setzen.

These 7: Schweden reagiert empfindlich auf globale Konjunkturschwäche

Laut den „Predictions” stecke Schweden schon länger in einer Rezession und reagiert über die Maßen empfindlich auf globale Konjunkturschwächen. Die derzeitige Krise befällt Gesellschaft und Wirtschaft gleichermaßen und das, so die Prognose, schreit geradezu nach einem groß angelegten Wandel.

Anlegern, die hauptsächlich in Schweden investieren möchten, können dies derzeit nur über den iShares OMX Stockholm Capped UCITS ETF (WKN: A2ARPW) tun. Das Finanzprodukt investiert zu 93 Prozent nur in schwedische Aktien und hält in seinen Top-Positionen die Aktien bekannter schwedischer Firmen wie Ericsson, Volvo oder Hennes & Mauritz (besser bekannt als H&M).

These 8: Trump verliert die US-Wahl

Die USA vor einem Linksruck? Klingt unwahrscheinlich, aber laut den „Predictions” könnten die Demokraten nicht nur die Präsidentschaftswahl gewinnen, sondern auch eine Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat erringen. Dann würde die Gesundheitsbranche leiden und ihre Aktien um bis zu 50 Prozent fallen, so die Prognose.

Die letzten 5 Jahre sah es jedenfalls anders aus, da lag die Performance verschiedener Healthcare-ETFs zwischen 40 Prozent und teilweise gar über 50 Prozent. Die entsprechenden ETFs und weitere Informationen finden Sie auf der Themenseite Investieren in Gesundheit.

These 9: Ungarn verlässt die EU

Seit dem EU-Beitritt konnte Ungarn einen beachtenswerten, wirtschaftlichen Erfolg verbuchen. 2020 reicht es Orbán laut Saxo-Report dann endgültig die EU, mit der er im Dauerclinch liegt: Die Folge dieses Huxit (Hungary + Exit)? Der ungarische Forint bricht in sich zusammen.

Wie der Brexit könnte auch ein Huxit Investments in die Eurozone gefährden.

These 10: Asien erfindet neues Währungsmodell

Last but not least: Um den US-amerikanischen Drohungen zu trotzen, den US-Dollar als Druckmittel im eskalierenden Handelsstreit zu gebrauchen, führt die Asian Infrastructure Investment Bank eine neue Währung ein, die Asian Drawing Right (kurz: ADR), so die letzte „unerhörte” Prognose der Saxo-Bank. Die Folge wäre: der Dollar würde 2020 einbrechen und der Goldpreis deutlich die Grenze von 2.000 US-Dollar (aktuell bei circa 1400 US-Dollar) pro Unze übertreffen.

Auf extraETF.com gibt es 18 ETC-Produkte, mit denen Anleger in Gold investieren können. Zwei davon sind sogar sparplanfähig. 

Zum Wahrheitsgehalt solcher Prognosen?

Wie viel Glauben darf man solchen Prognosen schenken? Zugegeben: Die Vorhersagen sind jedenfalls kreativ, aber das macht sich nicht unbedingt glaubhafter. Wie Winston Churchill schon sagte: „Prognosen sind äußerst schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen”. Dass dieses Zitat auch Mark Twain oder Kurt Tucholsky zugeschrieben wird, sollte schließlich ein Grund mehr sein, Prognosen skeptisch gegenüberzustehen. Die gibt es schließlich Jahr für Jahr, drücken eher Tendenzen als Gewissheiten aus und treffen nur sehr selten direkt ins Schwarze.