Von Redaktion15. November 2021

Zunehmend attraktiv für Anleger: Aktienanleihen und Diskontzertifikate

Aktienanleihen und Diskontzertifikate werden sowohl für Anleihekäufer, als auch für Aktienbesitzer wieder attraktiv. Hauptgrund sind die weiteren Aussichten der Anleihe- und der Aktienmärkte.

Anleihen bieten aktuell keinerlei Verzinsung, vielfach ist die Rendite negativ. In einem Zinsumfeld, welches von steigenden Inflationsraten und einer geringeren Liquiditätsversorgung durch die Notenbank geprägt ist, sind Kursverluste durch steigende Renditen zusätzlich möglich. Eine Investition in defensive Aktienanleihen macht Anleger unabhängig von einer negativen Entwicklung an den Zinsmärkten. Dafür ist ein gewisses Aktienrisiko zu tragen. Dieses ist aber weiterhin überschaubar, da langfristige massive Einbrüche an den Aktienmärkten nicht zu erwarten sind.

Ein attraktives defensives Investment könnte für Investoren folgende Aktienanleihe sein, die beispielhaft erwähnt wird ist die 5 Prozent Aktienanleihe auf Münchener Rück (HSBC), Basispreis 220, aktueller Kurs 99,70 Euro, Laufzeit bis 18. August 2022, Sicherheitspuffer 11,30 Prozent.

Aktienanleihen: Erwartete Seitwärtsbewegung

Für Aktienanleger gilt: Aktienanleihen überzeugen mit ihren Stärken in Marktphasen, in denen Aktien seitwärts tendieren oder leicht fallen. Nach der kräftigen Hausse seit März 2020 in der sich der DAX fast verdoppelt hat, wird eine längere Seitwärtsbewegung immer wahrscheinlicher. Die wirtschaftlichen Auftriebskräfte schwächen sich ab und werden von globalen Themen wie Lieferkettenproblemen, Mangel an Computerchips und weltweit höheren Kosten für Rohstoffe negativ beeinflusst.

Die Notenbanken fangen aufgrund höherer Inflationsdaten an, die Geldversorgung der Wirtschaft und der Kapitalmärkte einzuschränken. Der US-Notenbankchef Powell kündigte dies auf einer Rede am 18. Oktober explizit an. Die Störfeuer für die Aktienmarktentwicklung stehen im 4. Quartal 2021 am Anfang und werden im Jahr 2022 weiter bestehen bleiben. Darüber hinaus werden die zukünftigen Unternehmensgewinne ab jetzt negativ von höheren Kosten auf der Rohstoffseite und bei den Personalkosten negativ beeinflusst.

Alles in Allem ein Szenario, welches eine verhaltene Entwicklung für das 1. Halbjahr 2022 erwarten lässt. China, das Land welches die Pandemie als erstes überwunden hatte, kann als Blaupause der Entwicklung dienen. Die dortige Notenbank begann im Februar 2021 die Geldversorgung der Wirtschaft zu drosseln. Seitdem laufen die breiten Indices, so zum Beispiel der CSI300, seitwärts.

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Diskontzertifikate als Alternative

Seitdem wäre eine Investition in Diskontzertifikaten die bessere Alternative gewesen. So hat ein Diskontzertifikat der Societe General auf Xiaomi (Basispreis 22 HKD) von Anfang März bis heute rund sechs Prozent zugelegt. Die Aktie verlor im gleichen Zeitraum knapp fünf Prozent. Unterstellt man nun, dass wir im 1. Halbjahr 2022 eine Seitwärtsentwicklung an den europäischen Aktienmärkten sehen werden, dann bieten Aktienanleihen bzw. Diskontzertifikate das bessere Chance/Risikoverhältnis.

Beispielhaft sei folgendes Zertifikat erwähnt: Diskontzertifikat auf die Deutsche Telekom (HSBC), Basispreis 14 Euro, aktueller Kurs ca. 13,40 Euro, Laufzeit bis 16. September 2022. Die Maximalrendite beträgt jährlich ca. vier Prozent und der Sicherheitsabschlag (Diskont) ca. 17,50 Prozent. Aktueller Kurs der Aktie 16,40 Euro.

Bei zunehmender Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung sind diese strukturierten Wertpapiere eine interessante Alternative zu klassischen Aktien und Anleihen. Die Risiken sind überschaubar, die Renditemöglichkeiten attraktiv.

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Über den Autor: Uwe Wiesner

Uwe Wiesner istVermögensverwalter der Hansen & Heinrich Aktiengesellschaft in Berlin