Die Lage ist ernst, auch für Schwellenländer-ETFs?

Vor allem in Schwellenländern bleiben strukturelle Großtrends über die Krise hinaus intakt. Ist jetzt der richtige Zeitpunkt für Schwellenländer-ETFs gekommen?

Nach Ansicht der Marktexperten von Federated Hermes dürfte das Coronavirus die Wachstumsentwicklung auch in Schwellenländern im laufenden Jahr deutlich dämpfen. Wie die Anlageprofis erwarten, dürfte das chinesische Bruttoinlandsprodukt 2020 um einige Punkte niedriger ausfallen. Dennoch blieben strukturelle Wachstumstrends auch weiterhin intakt. „Auf lange Sicht gibt es eindeutig größere Risiken für die Weltwirtschaft. Während das Coronavirus einen großen Gegenwind für das kurzfristige Wachstum darstellt, sind die Gesamtauswirkungen auf das globale BIP auf lange Sicht überschaubar. Vieles hängt von der haushaltspolitischen Reaktion auf die Epidemie ab. So unterstützt die chinesische Regierung beispielsweise die betroffenen Wirtschaftssegmente und räumt den Infrastrukturausgaben Vorrang ein. Das dürfte sicherstellen, dass das Wachstum nur vorübergehend beeinträchtigt wird“, betont Kunjal Gala, Global Emerging Markets Co-Portfoliomanager bei Federated Hermes.

Trends bei Schwellenländer-ETFs bleiben intakt

Weiterhin konstatiert Gala einen Bewertungsunterschied zwischen Unternehmen aus Schwellenländern und denen aus klassischen Industrieländern. „Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für Schwellenländer wird mit einem Abschlag von 21 Prozent gegenüber Industrieländern gehandelt, während sich der Kurs-Buchwert-Rabatt auf 37 Prozent erhöht hat“, erläutert Gala und glaubt, dass dieser Abschlag eine Chance darstellen könnte. Langfristig fokussiert sich das Team um Gala auch weiterhin auf strukturelle Trends wie Digitalisierung, 5G, IoT, die wachsende Mittelschicht, Infrastruktur oder das Gesundheitswesen. So könnten potenzielle Probleme bei der Anleihequalität abgemildert werden.

ETF bündelt Emerging-Market-Corporates

Obwohl es gute Gründe für sorgsam selektierte Anleihen – beispielsweise aus dem Hause Federated Hermes – gibt, können Anleger auch mittels ETFs in Anleihen aus Schwellenländern investieren. Der SPDR ICE BofAML Emerging Markets Corporate Bond UCITS ETF (WKN: A1JXYR) schüttet Erträge aus und büßte 2020 bislang einen Verlust von über 5 Prozent ein. Damit zeigten sich die Anleihen deutlich robuster als Aktientitel aus Schwellenländern. Der ETF bündelt 122 Positionen und hat neben einem Anteil an Unternehmensanleihen in Höhe von 81,24 Prozent auch Staatsanleihen (17,72%) im Portfolio. Die Gesamtkostenquote liegt bei 0,5 Prozent.

SPDR ICE BofAML Emerging Markets Corporate Bond UCITS ETF

WKN: A1JXYR ISIN: IE00B7LFXY77
Kurs 88,91 €
Kosten (TER) 0,50 %
Fondsvolumen 10 Mio. €
Indexabbildung Physisch
1 Monat +0,91 %
Lfd. Jahr -1,48 %

Tipp: Weitere Informationen zur Diversifikation sowie einer möglichen Investition in Schwellenländer finden Sie in unserem Anlageleitfaden: Investieren in Emerging Markets.