Von Bernd Lammert12. Mai 2022
Emerging Markets-ETF: Gerade jetzt für Anleger interessant

Emerging Markets-ETF: Gerade jetzt für Anleger interessant

Trotz vergleichsweise hoher wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Risiken bleiben die asiatischen Schwellenländer für Anleger interessant. Das hohe Wachstumspotenzial ist einfach zu verlockend. Ein Emerging Markets-ETF trägt dem Rechnung.

In China stottert der Exportmotor. Darunter leidet die ganze Wirtschaft, der Außenhandel trägt immerhin zu rund einem Drittel der Wirtschaftsleistung der Volksrepublik bei und beschäftigt rund 180 Mio. Menschen. Das ruft auch Peking auf den Plan. Premier Li Keqiang sprach jüngst von einer schwierigen Beschäftigungssituation.

„Die Stabilisierung der Beschäftigung ist wichtig für das Wohlergehen der Menschen“, sagte Li Keqiang. „Es ist auch eine wichtige Stütze für die Wirtschaft, um in einem vernünftigen Rahmen zu operieren.“ Die Regierung kündigte weitere Konjunkturmaßnahmen an, „um ihre 5,5-Prozent-Wachstumsvorgabe in diesem Jahr zu erreichen“. Ob Chinas Wirtschaft das Ziel erreicht, ist durchaus fraglich. Im ersten Quartal lag das Wachstum deutlich darunter, zähe und strenge Lockdowns würgen jegliche Dynamik ab. 

Hohes Wachstumspotenzial

Das Beispiel China zeigt, das Risiko von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verwerfungen ist in den Emerging Markets höher einzuschätzen als in den Industrieländern. Für Dyrk Vieten, Geschäftsführer der ficon Vermögensmanagement, gehören die Emerging Markets dennoch in jedes Portfolio. Einfacher Grund: Deren Wachstumspotenziale seien langfristig positiv. „Auf kurze Sicht übertreffen viele Schwellenländer sogar die Konjunkturerwartungen der westlichen Industrienationen“, sagt Vieten. Das mache sie für Anleger interessant. Beispiel Indien: Asiens drittgrößte Volkswirtschaft nach China und Japan solle in diesem Jahr allein ein Wirtschaftswachstum von 7,5 Prozent aufweisen und für 2023 sogar acht Prozent.

Aufgrund der wirtschaftlichen Dynamik hat sich die Bank of India jüngst getraut, den Leitzins erneut anzuheben. Auch Bangladesch, Malaysia, Vietnam und die Philippinen dürften laut der Asiatischen Entwicklungsbank mit prognostizierten Wachstumsraten von sechs bis sieben Prozent weit überdurchschnittlich wachsen. „Zwar haben die Emerging Markets schon immer eine erhöhte Risikobereitschaft erfordert, dennoch sind in diesen Ländern sehr werthaltige und vor allem günstig bewertete Aktien zu finden“, so Vieten. Damit seien die Emerging Markets auch für value-orientierte Anleger interessant.

Emerging Markets-ETF mit eingebauten Risikoschutz

Anleger, die ihre Portfolio mit einem Emerging-Markets-Engagement auffüllen möchten, können sich auch unter Risikogesichtspunkten den iShares Edge MSCI EM Minimum Volatility UCITS ETF USD (Acc) (WKN: A1J782) näher anschauen. Der Benchmark-Index versucht, die Performance-Merkmale eines Teils der Wertpapiere des übergeordneten MSCI Emerging Markets Index durch Risikodiversifikation mit der niedrigsten Renditevolatilität abzubilden.

iShares Edge MSCI EM Minimum Volatility UCITS ETF USD (Acc)

WKN: A1J782 ISIN: IE00B8KGV557
Kurs 29,33 €
Kosten (TER) 0,40 %
Fondsvolumen 407 Mio. €
Indexabbildung Physisch
1 Monat -5,10 %
Lfd. Jahr -2,48 %

Der ETF bündelt über 320 Unternehmen aus dem asiatischen Teil der Emerging Markets. Chinesische Titel kommen auf einen Anteil von 25 Prozent, danach folgen Unternehmen aus Taiwan, Indien, Saudi-Arabien und Korea. Mit einem Plus von mehr als 12 Prozent performte der ETF in diesem bisher so stürmischen Börsenjahr überdurchschnittlich erfolgreich. Die Kosten belaufen sich auf 0,40 Prozent im Jahr. 

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