Ein ETF-Portfolio trotzt dem Coronavirus

Seit Anfang des Jahres machen sich die Auswirkungen des Coronavirus an den internationalen Börsen bemerkbar. Spätestens seit Februar wurden vermehrt Reisen und Veranstaltungen abgesagt, Lieferketten bekamen Risse, und erste Unternehmen (z. B. Lufthansa, KLM) kündigten Sparmaßnahmen an. 

Kein Wunder, dass diese und andere Meldungen die Gewinnerwartungen an den Märkten trüben. In der letzten Februarwoche drohte laut der ARD sogar „die schlimmste Börsenwoche seit der Finanzkrise”.

„Krisenfeste” Portfolios?

Man kann der zu beobachtenden Ausverkaufsstimmung aber auch positive Nachrichten entgegensetzen: Die Redaktion von extraETF.com hat sich verschiedenste ETF-Musterportfolios genauer angesehen und sie hinsichtlich ihrer „Krisenfestigkeit” im Bärenmonat Februar analysiert. Eines davon verzeichnete im Februar 2020 sogar eine positive Rendite: Das Allwetter-Portfolio von Ray Dalio, ein sogenanntes „Expertenportfolio“.

Wozu und warum ETF-Portfolios?

Wenn Finanzexperten ein ausgewogenes Portfolio zusammenstellen, machen sie sich die gegensätzlichen Kursbewegungen verschiedener Anlageklassen (Assets) zunutze. Im Idealfall soll es selbst in kritischen Marktphasen, eine möglichst stabile Wertentwicklung bei geringen Kursschwankungen garantieren.

In etwa so wie es die moderne Portfoliotheorie besagt: Für langfristig orientierte Anleger empfiehlt sich eine breit diversifizierte Anlagestrategie mit Aktien und Anleihen aus der ganzen Welt. Viele Portfolios enthalten zusätzlich Rohstoffe. Der Hintergrund ist schlicht der, dass Anleihen zwar viel bescheidener wachsen als Aktien, dafür aber meist konstant. Und Rohstoffe „korrelieren negativ” mit Aktien, verhalten sich also i.d.R. gegenläufig zu deren Kursentwicklung. Das sorgt für zusätzliche Sicherheit insbesondere in kritischen Marktphasen.

Das Allwetter-Portfolio von Ray Dalio im Detail

So erwirtschaftete das Allwetter-Portfolio von Ray Dalio im Februar 2020 eine Rendite von 1,75 Prozent. Das Finanzprodukt besteht zu 55 Prozent aus US-Staatsanleihen. Insgesamt 40 Prozent des Portfolios machen 30-jährige US-Bonds aus. Ihre zehnjährigen Gegenspieler erfahren dabei ein Gewicht von 15 Prozent. Das stellt das Allwetter-Portfolio von Ray Dalio auf ein solides Fundament: Rückrechnungen zeigen, dass die durchschnittliche Jahresrendite bei mehr als neun Prozent gelegen hätte, ohne dass es zu nennenswerten Abstürzen gekommen wäre.

Aktien- und Rohstoffanteile

Für den Schwung in guten Zeiten sorgt dabei der Aktienanteil, der mit insgesamt 30 Prozent zu Buche schlägt. Mit 18 Prozent liegt der Hauptschwerpunkt auf dem Standardindex der USA, dem S&P 500. Weitere drei Prozent wandern in die USA in Form von Small Caps, also kleineren Unternehmen. Anderen entwickelten Märkten weist Dalio ein Gewicht von sechs Prozent zu. Vier Prozent für Europa und zwei Prozent für Asien. Auch Schwellenländer sind mit drei Prozent vertreten. Aus Gründen der Diversifikation kommen schließlich Gold und sonstige Rohstoffe mit je 7,5 Prozent hinzu, um das Portfolio abzurunden.

Das Portfolio nachbauen?

Um das Allwetter-Portfolio nachzubauen, benötigen Anleger neun verschiedene ETFs, die nach einem bestimmten prozentualen Schlüssel gewichtet werden. Als „Experten-Portfolio” wird es übrigens deshalb bezeichnet, weil Ray Dalio ein berühmter Hedgefonds-Manager der 1990er Jahre war, der dieses Portfolio aus nur diesem einen Grund entwickelt hat: um jede Börsenphase gut zu überstehen. Ein Allwetter-Portfolio eben.

Tipp: Experten-Portfolios basieren auf den Anlagestrategien bekannter Anlageexperten. Auf extraETF.com stellen wir über 20 Experten-Portfolios sowie eine Reihe weiterer ETF-Musterportfolios vor.