Ein ETF zum Frauentag? Dank Equileap-Index Ja!

Hinter dem Namen Equileap verbirgt sich eine der weltweit führenden Organisationen, die sich für die Gleichstellung der Geschlechter engagiert und dafür reihenweise Daten und wissenschaftliche Erkenntnisse zur Verfügung stellt.

So war Equileap das erste Unternehmen weltweit, das Tausende von Unternehmen auf der ganzen Welt anhand von 19 Kriterien auf die Gleichstellung der Geschlechter hin bewertet und in ein „Gender-Ranking” gegossen hat.

Gleichstellungsindex

Dabei ist für Anleger besonders interessant: Equileap stellt nicht nur eine umfassende Datenbank zum Thema bereit, sondern hat auch Gleichstellungsindizes konzipiert, die in den letzten Jahren von Dutzenden von Finanzprodukten verwendet wurden, so dass Anleger ihr Portfolio an deren Werten ausrichten können.

Konkret zielt der Index auf Unternehmen, die in Sachen Nachhaltigkeit und Geschlechtervielfalt führend sind. Die Idee dahinter wurde unlängst in etlichen Studien bestätigt. Demnach können Unternehmen, die Geschlechtergerechtigkeit und Diversität hochhalten, beachtliche wirtschaftliche Vorteile daraus ziehen, weil sie:

  1. eine besser Organisations- und Kommunikationskultur besitzen
  2. vielfältige Standpunkte besser annehmen können
  3. ihre Zielgruppen besser verstehen und erreichen
  4. ein attraktiveres Arbeitsumfeld bieten
  5. weniger anfällig für Korruption sind

Wer kommt in den Index? „Moderne” Arbeitgeber?

Viele der Forderungen, die der Index an Unternehmen stellt, berühren Themen des viel zitierten „Modernen Arbeitsplatzes“.  Über den „Modern Workplace” mit seinen Großraumbüros („Open Office”) und „flexiblen Arbeitsmodellen” wird schon seit mehr als einem Jahrzehnt laufend berichtet. Und während einige Unternehmen erst damit anfangen, denken die „Großen” wie Amazon bereits um und gehen wieder weg vom Großraumbüro und anderen (hochgejazzten) Ideen, die nicht immer den erdachten Effekt mit sich brachten. Die Zeit sprach von einer möglichen „Trendumkehr“.

Doch hat die Diskussion um den „Modern Workplace” auch Türen mit aufgestoßen, die sich wohl so schnell – oder besser: Gott sei dank – nicht wieder schließen werden. So lautet eines der Hauptkriterien des Solactive Equileap Gbl Gender Eqa NR USD Index „Gleiche Vergütung und Work-Life-Balance”. Die gleiche Vergütung bezieht sich natürlich darauf, dass vergleichbare Stellen und gleiche Tätigkeiten auch mit dem gleichen Gehalt vergütet werden. Unter „Work-Life-Balance” werden dem Index entsprechend Unternehmen begünstigt, die flexible Arbeitsorte und Arbeitszeiten bieten (Modern Workplace), aber zum Beispiel auch bezahlte Urlaubsprogramme für die Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Personen bereitstellen – was natürlich sowohl für Frauen als auch Männer gelten soll. 

Neben wahrnehmbaren Arbeitnehmerrechten wie Mutterschaftsurlaub und Vaterschaftsurlaub lauten die wesentlichen Kriterien des „Gender Equality Index”:

  1. Ausgewogenheit der Geschlechter in Führung und Belegschaft
  2. Politik zur Förderung der Gleichstellung der Geschlechter
  3. Verpflichtung zu Transparenz und Rechenschaftspflicht

Zwei „Gender-ETFs” nehmen den Index als Grundlage

Der UBS (Irl) ETF plc – Global Gender Equality UCITS ETF (WKN: A2H5JL) bildet den Solactive Equileap Global Gender Equality 100 Leaders Index ab, der explizit aus 100 Unternehmen besteht, die in den genannten Kriterien führend sind. In den vergangenen acht Jahren hat er eine überdurchschnittlich gute Performance erzielt: der ETF konnte den breiten Markt (MSCI World) um durchschnittlich 1,52 Prozent schlagen.

Darüber hinaus zahlt der UBS ETF (IE) Global Gender Equality ETF (WKN: LYX0XS) auf das UN Sustainable Development Goal 5 (UN SGD 5) ein. Dazu werden fünf Prozent der für den ETF erhobenen Managementgebühren über die UBS Optimus Foundation für gemeinnützige Projekte verwendet, die die Ziele der Vereinten Nationen unterstützen.

Eine Alternative bietet der Lyxor Global Gender Equality ETF. Dieser ETF bietet Zugang zu führenden Unternehmen, die eine sehr hohe Geschlechtergerechtigkeit aufzeigen. Der Referenzindex umfasst 150 Unternehmen weltweit, die nach den 19 definierten Kriterien von Equileap als besonders gut bewertet werden. Unternehmen, die an Waffen, Glücksspielen oder Tabak beteiligt sind, oder auf der Liste des norwegischen Ethikrates stehen, sind, den Regeln des Index folgend, ausgeschlossen. Anders als der ETF von UBS ist der Lyxor-Gender-ETF sparplanfähig. Seine Gesamtkostenquote (TER) liegt bei 0,20 Prozent.

Haben Frauenquoten Erfolg?

Eine aktuelle Studie von Equileap verweist dezidiert auf den Erfolg von Frauenquoten. In Deutschland zeigte die 2016 eingeführte Frauenquote laut Equileap sichtbare Wirkung. Bei allen neu zu besetzenden Aufsichtsräten der börsennotierten Unternehmen in Deutschland gilt seitdem eine Frauenquote von 30 Prozent oder mehr. Betrachtet man die 30 DAX-Konzerne – so die Studie – liegt der aktuellen Frauenanteil schon bei 36 Prozent. Eine erfreuliche Nachricht zum Frauentag 2020.