Auch Tierliebe hat ihren Preis

Dass „Kleinvieh auch Mist macht”, weiß der Volksmund schon lange. Doch dass man das Sprichwort – entgegen seiner übertragenen Bedeutung, wonach viele kleine Beträge (oder Münzen) schließlich zum finanziellen Erfolg beitragen –, auch wörtlich nehmen kann, ist neu: gemeint sind Haustiere.

Der weltweite Umsatz für Heimtierbedarf wurde im Jahr 2017 auf knappe 100 Milliarden US-Dollar geschätzt. Für 2019 liegen keine aktuellen Zahlen vor. Aber erste Schätzungen, die postulieren, dass der als angeblich krisenfest geadelte Haustiermarkt bis 2025 weltweit auf 202 Milliarden US-Dollar wachsen soll. Das entspräche einer Verdoppelung innerhalb von acht Jahren.

Deutsche geben immer mehr aus für ihre Haustiere

Laut dem Online-Portal Statista beziffert sich allein die Anzahl der Haustiere in Deutschland auf 34,3 Millionen – darunter befinden sich 14,8 Millionen Katzen und 9,4 Millionen Hunde, die in deutschen Haushalten leben. Laut dem Zentralverband Zoologische Fachbetriebe Deutschland (ZZF) haben Unternehmen, die Tiernahrung und Accessoires wie Kratzbäume, Halsbänder oder Spielzeug für Tiere vertreiben, im Jahr 2018 einen Umsatz von rund 4,2 Milliarden Euro erzielt – Tendenz steigend.

Der Marktführer beim Verkauf von Bedarfsartikeln für Haustiere, Fressnapf, konnte seinen Umsatz im Jahr 2019 um ganze 10 Prozent auf eine Summe von insgesamt 2,3 Milliarden Euro steigern – nur 110 Millionen Euro erzielte Fressnapf allerdings im Online-Handel. Dort machte ein anderer „Riese” von sich reden: Der 1999 gegründete Online Händler Zooplus, der seine Produkte in etwa 30 Ländern vertreibt.

Gibt es einen „Haustier-ETF“?

Es liegt also nahe, dass das Interesse an einem Haustier-ETF nicht nur unter Tierliebhabern groß ist. Es gibt zwar mit dem ProShares Pet Care ETF (ISIN: US74348A1455) ein US-amerikanisches Finanzprodukt, aber dieses ist in Deutschland aus gesetzlichen Gründen für Privatanleger nicht handelbar. Wann ein entsprechender „Haustier-ETF” für den deutschen Markt zugelassen wird, ist derzeit noch nicht absehbar.

Sparplanfähige Zooplus-Aktie als alternative Anlage

Während die Fressnapf Holding SE mit über 1.650 Märkten in elf europäischen Ländern als größte Fachhandelskette für Haustierbedarf in Europa und als drittgrößte weltweit den Börsengang (noch) nicht getan hat, können interessierte Anleger jedoch die Zooplus-Aktie (WKN: 511170) handeln. Sie ist bei drei Brokern sogar sparplanfähig.

Die Aktie war in den letzten fünf Jahren recht volatil und ist besonders 2019 stark gesunken, was im starken Kontrast zu den Umsatzzahlen 2019 steht. Im letzten Jahr steigerte Zooplus seinen Umsatz mit dem Verkauf von Tiernahrung, Nahrungsergänzungsmittel, Accessoires und Spielzeug um gute 180 Millionen auf circa 1,5 Milliarden Euro insgesamt. 

Zooplus-Aktie auf Erholungskurs

Wie ist das zu erklären? Laut Recherchen des Handelsblatts hatte dieses Wachstum seinen Preis und Zooplus musste viel Geld in die Gewinnung von Neukunden investieren. Doch seit Februar 2020 haben sich die Zooplus-Aktien mit einem vergleichbar hohen Kurszuwachs wieder erholt.

Während Experten durchaus unterschiedliche Ansichten vertreten, wie das Kursziel (am Ende des Jahres) der Aktie aussehen könnte – Schätzungen schwanken zwischen 52 Euro (Hauck & Auffhäuser), über 160 Euro (Liberum) bis hin zu 185 Euro (JP Morgen) –, könnte der niedrige Preis von derzeit circa 89 Euro für Anleger einen günstigen Zeitpunkt darstellen, in die „Haustier-Aktie” einzusteigen. 

Bedenken sollte man, dass der Konkurrenzkampf im Markt groß ist – frei nach der Devise: nicht jedes Kleinvieh produziert unbedingt Mist.