Hochzinsanleihenmarkt verändert sich

Neue Branchen erobern den High-Yield-Markt. Das bringt neue Chancen, glauben Experten.

Hochzinsanleihen gelten als interessante Beimischung zu bestehenden Depots. Nicht selten handelt es sich bei den Emittenten um Unternehmen aus der Industrie, die attraktive Kupons zahlen. Doch der technologische Wandel und damit verbundene säkulare Risiken treffen auch den Markt für High-Yield-Papiere. „Die Auswirkungen von neuen Wettbewerbern, technologischen Innovationen, Veränderungen in der Konsumentenneigung oder regulatorischen Neuerungen bezeichnen wir als säkulare Risiken. Sie haben substantielle negative Auswirkungen auf die langfristigen Wachstumsaussichten“, beschreibt Mark Vaselkiv, Chief Investment Officer Fixed Income und Head of Global High Yield bei T. Rowe Price „Und davon sind wertorientierte Unternehmen und somit vor allem High-Yield-Unternehmen traditionell am stärksten betroffen.“ Allerdings berge der Wandel auch Chancen.

High Yield: Markt im Wandel

Zunehmend würden auch attraktive Wachstumsunternehmen in den High-Yield-Sektor drängen. Beispiele sind Uber oder auch Netflix. Letzteres Unternehmen generiere jährlich zwar einen Cashflow von zwei Milliarden US-Dollar, gebe aber zugleich zehn Milliarden US-Dollar für Produktionen aus. „Einige Sektoren des High-Yield-Anleihenmarktes erscheinen besonders anfällig für Disruptionen. Zeitgleich hat es aber auch zu einer neuen Generation von High-Yield-Unternehmen geführt, die attraktive Opportunitäten bieten“, sagt Vaselkiv. Insgesamt würde ein Investment in Hochzinspapiere aufgrund der zunehmenden säkularen Risiken zwar schwieriger, jedoch würden sich auch Chancen ergeben. Diese Chancen versuchen Portfoliomanager, wie die von T. Rowe Price mit aktiven Managementansätzen zu heben.

Hunderte Hochzinsanleihen in einem ETF

Investoren, die auch diese Selektionsleistung verzichten können, finden auch bei ETFs interessante Alternativen. Ein Beispiel ist der iShares $ High Yield Corp Bond UCITS ETF (WKN: A1H5UN), der aktuell 968 Papiere bündelt. 90 Prozent der Emittenten stammen aus den USA, der Rest verteilt sich über die Eurozone, Kanada und Großbritannien sowie weitere. Aktuell sind 3,03 Milliarden Euro investiert. 2019 ging es für den ETF bislang um 9,6 Prozent nach oben. Die Gesamtkostenquote liegt bei 0,5 Prozent.