Japan reif für eine Überraschung

2019 ging es für Japans Aktienmarkt schleppend voran. Das könnte sich bald ändern, glauben Experten.

Wenn es um Investments in Industrieländern geht, spielt Japan neben den USA und Europa eine wichtige Rolle. Doch viele Anleger scheuen das hochtechnisierte Land nach wie vor: „Unbestritten dämpft die Frage, ob die Weltwirtschaft auf dem Weg in eine Rezession ist, die Entwicklung der Märkte. Die Konjunkturindikatoren liefern keine klare Tendenz und auch für Japan sind die Aussichten nicht eindeutig. Der Abschwung des nationalen Einkaufsmanagerindex (PMI) und die zu Jahresbeginn geringe Inflation haben in Japan zu einem sehr schwachen Börsenumfeld geführt“, erklärt Tim Griffen, Portfoliomanager der Lazard Japanese Equity Strategie.

Erholung mit hohem Tempo voraus?

Jedoch bestehe für Investoren Hoffnung. Eine derart große Volkswirtschaft wie Japan werde sich auch in einem schwächeren Umfeld behaupten können. Hinzu komme, dass die Bank of Japan bereits signalisiert habe, einer schwächeren Konjunktur entgegen wirken zu wollen. „In Japan selbst verfügen viele Unternehmen über hohe liquide Mittel, während ihre Kapazitäten nicht ausgelastet sind. Somit kann sich jeder Hinweis, dass sich die Dinge besser als erwartet entwickeln, sehr positiv auf den dortigen Aktienmarkt auswirken. Angesichts der aktuell extrem negativen Grundstimmung könnte eine Erholung dann mit hohem Tempo erfolgen. Das ist aus unserer Sicht die wahrscheinlichste Prognose für den japanischen Aktienmarkt“, betont der Japan-Experte.

Großer Zuspruch für Japan-ETF

Um gezielt in Japan zu investieren, können Anleger Griffens Fonds nutzen, der aktiv geeignete Aktientitel aus Japan selektiert. Um bereits vorab einen Fuß in die Tür zu stellen oder taktische Anpassungen vorzunehmen, können Anleger allerdings auch auf ETFs setzen. Diese bilden Aktienindizes passiv ab und glänzen mit geringeren Kosten. Beliebt ist beispielsweise der  iShares Core MSCI Japan IMI UCITS ETF (WKN: A0RPWL), der aktuell Anlagekapital in Höhe von 3,2 Milliarden Euro auf sich vereint. Der Index baut auf 1.284 japanische Aktientitel und ist damit breit gestreut. Im laufenden Jahr ging es für den ETF um knapp acht Prozent nach oben. Die Gesamtkostenquote liegt bei schmalen 0,15 Prozent.