NASDAQ 100 – Ein Index für die Zukunft?

Der amerikanischen Hightech-Index, der Nasdaq 100, wurde durch Corona stark in Mitleidenschaft gezogen. Nachdem er im Februar 2020 noch ein Rekordhoch von über 9700 Punkte zeichnete, fiel er im Zuge der Coronakrise auf etwa 6700 Punkte zurück. Momentan treibt eine erhöhte Nachfrage den Nasdaq 100 wieder in die Höhe.

Was steckt drin im Nasdaq 100?

Als möglicher Grund für die derzeit hohe Nachfrage des Nasdaq 100 wird angeführt, dass der Index die 100 größten (Nicht-Finanz-) Unternehmen nach Marktkapitalisierung versammelt, die an der gleichnamigen Computerbörse in den USA, genauer am Times Square in New York, gelistet sind. Viele dieser Unternehmen sind Hardware-, Software-, Telekommunikation- oder Biotechnologie-Konzerne, allesamt Branchen also, denen ein großes Zukunftspotenzial attestiert wird.

Und schaut man sich die im Index versammelten Unternehmen näher an, erblickt man viele omnipräsente Firmen, die wohl so schnell nicht wieder von der Bildfläche verschwinden: Wer in den Nasdaq 100 investiert, holt sich Aktien von Firmen wie Activision Blizzard, Apple, Adobe, Alphabet, Amazon, Ebay, Electronic Arts, Facebook, Microsoft, Netflix, Pepsi, Starbucks, Tesla u.v.m. in den Korb. Die 10 größten im Index vertretenen Unternehmen sind: 

Apple (11,36 %*), Microsoft (10,54 %), Amazon (8,06 %), Facebook (4,31 %), Alphabet (4,06 %), Intel (2,9 %), Comcast (2, 29%), Cisco (2,26 %), Pepsi (2,13 %) und Adobe (1,78 %). 

Nasdaq 100 ETFs – Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Bei den insgesamt neun ETFs, die den Nasdaq 100 abbilden, kann diese Top-Ten-Gewichtung zwar abweichen, aber in den meisten Fällen handelt es sich dabei nur um Nuancen. Blickt man hingegen auf das Fondsvolumen stechen mit dem iShares NASDAQ 100 UCITS ETF (WKN: A0YEDL) mit einem Volumen von fast drei Milliarden Euro und dem Invesco EQQQ NASDAQ-100 UCITS ETF (WKN: 801498) mit einem versammelten Vermögen von über 2 Milliarden Euro zwei Produkte besonders heraus. Beide Vehikel investieren schwerpunktmäßig mit je knapp über 40 Prozent in Technologie- und je knapp über 20 Prozent in Kommunikationsunternehmen.

Doch auch die Produkte der Mitbewerber Lyxor Nasdaq-100 Ucits ETF (WKN: LYX00F), ComStage Nasdaq-100 UCITS ETF (WKN: ETF011), Amundi Nasdaq-100 UCITS ETF (WKN: A2H577) haben mit je einem Fondsvolumen zwischen knappen 300 bis über 400 Millionen Euro ausreichend Vermögen versammelt, sodass sie als sichere Fonds gelten können, die wohl nicht über Nacht geschlossen werden. Für Anleger, die besonders auf die Kosten schauen, könnte der Amundi Nasdaq-100 ETF einen Blick Wert sein. Mit einer Gesamtkostenquote (TER) von 0,23 Prozent ist er zusammen mit dem ComStage Nasdaq-100 ETF (0,25 Prozent) deutlich günstiger als die Produkte der Mitbewerber, die eine TER von 0,30 Prozent und mehr ausweisen. Was allerdings die Tracking Difference (TD) anbelangt, auch ein wichtiger indikator beim Blick auf die Kosten, geben wiederum der ETF von Amundi und der ETF von Invesco mit je einer durchschnittlichen TD von 0,11 und 0,12 Prozent eine gute Figur ab.

Ein kritischer Zeitpunkt?

Ob gerade ein günstiger Zeitpunkt ist, einen dieser ETFs zu kaufen oder hinzuzukaufen, kann pauschal nicht gesagt werden. Solange deutliche Signale noch ausbleiben, wann der wirtschaftliche Alltag wieder zum Laufen kommen wird, ist jedenfalls weiterhin mit starken Schwankungen am Markt zu rechnen. Andererseits ist der Nasdaq 100 tief gefallen und daher könnte insbesondere für junge Anleger mit einem langen Anlagehorizont der Zeitpunkt sehr gelegen sein, auf die größten Technologie-, Telekommunikation- oder Biotech-Konzerne aus den USA zu setzen.

Beate Sander, eine der bekanntesten Millionärinnen Deutschlands, liebevoll auch „Börsenoma” genannt, gab vor ein paar Tagen ein Interview im Focus und empfahl darin fünf ETFs, in die „Neulinge” nun, während des Corona-Crashs, investieren sollten – darunter auch der Nasdaq 100.

Tipp: Unter folgendem Link finden Sie alle ETFs, die den Nasdaq 100 abbilden auf extraETF.com. Dort finden Sie nützliche Informationen und Analysen zu den einzelnen Produkten.

(*Stand: 31.01.2020)