Von Bernd Lammert28. März 2022
Platin-ETC: zur Beimischung interessant

Platin-ETC: Zur Beimischung in einem diversifizierten Portfolio interessant

Die Aussichten für das Edelmetall sind günstig. Doch wegen der starken Preisschwankungen ist ein Engagement in den Rohstoff Platin nur in einem breiteren Depot interessant. 

Nehmen die Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten zu, suchen Anleger gerne nach einem sicheren Hafen. Besonders beliebt sind in Krisenzeiten Edelmetalle wie Gold. Doch während sich das gelbe Metall einer hohen Nachfrage erfreut und der Preis in Richtung 2.000 Dollar tendiert, steht mit Platin ein weiteres Edelmetall abseits im Schatten. Und das, obwohl Platin-Metall 30-mal seltener ist als Gold. Die Notiz dümpelt bei 1.000 Dollar je Unze, seit Anfang März läuft eine Seitwärtsbewegung.

Hauptgrund für den niedrigeren Preis ist der hohe Angebotsüberschuss auf dem Platinmarkt. Im vergangenen Jahr lag der Überschuss bei über 1,2 Mio. Unzen, wie Daten des World Platinum Investment Council (WPIC) zeigen. Die Angebots-Nachfrageschere klafft auseinander: Während das Angebot im vergangenen Jahr um 21 Prozent zulegte, fiel Nachfrage des Hauptabnehmers, der Automobilindustrie, aufgrund von Lieferkettenproblemen um neun Prozent.

Angebots-Nachfrageschere klaffte 2021 auseinander

Der Preis des Brudermetalls Palladium ist im Zuge des Ukraine-Krieges zuletzt steil nach oben geschossen. Auch hier sind die Gründe schnell zur Hand: Knapp 40 Prozent der weltweiten Palladium-Produktion stammt aus Russland. Das vor allem in Auto-Katalysatoren zum Einsatz kommende Metall wird üblicherweise in Flugzeugen transportiert. Doch das ist nach dem Kriegsausbruch und den westlichen Sanktionen nicht mehr möglich. Es werden andere Verteilmechanismen gefunden, beispielsweise Schiffsladungen, aber das wird dauern. Das bereits zuvor vorhandene Angebots-Defizit auf dem Palladiummarkt wird sich deshalb ausweiten.

Und so schoss der Preis nach oben und überwand erstmals die Marke von 3.000 Dollar/ Unze. Aufgrund des relativ hohen Palladium-Preises gibt es aber in der Industrie seit Längerem Überlegungen, den Einsatz des Metalls zu substituieren, und zwar durch das chemisch ähnliche Platin. „Der nach oben geschossene Palladium-Preis und die starke Abhängigkeit von Lieferungen aus Russland dürften die Tendenz verstärken, den Bedarf an diesem Edelmetall zu reduzieren oder es zu ersetzen“, sagt Stefan Böhm von Atlas Research. Die Spekulation darüber dürfte ein Grund dafür sein, dass auch der Platin-Preis zuletzt angezogen hat.

Geringerer Angebotsüberschuss in diesem Jahr

Das World Platinum Investment Council erwartet für dieses Jahr für den Platinmarkt ohnehin nur noch einen halb so hohen Angebotsüberschuss von 650.000 Unzen. Während das Angebot aufgrund einer geringeren Minenproduktion und dem Sonderfaktor Russland zurückgehen soll, dürfte die Nachfrage deutlich anziehen. Analysten rechnen für 2022 nun mit einem Anstieg des Bedarfs der Autofirmen um 19 Prozent.

Daneben soll die Investmentnachfrage deutlich zulegen. Russland steht für nur 10 Prozent der Platin-Produktion. Bei einem Wegfall dieses Angebots könnte sich der erwartete Angebotsüberschuss am Platin-Markt auch in ein Defizit verwandelt. Käme es zu einem Nachfrageüberschuss, dürfte der Preis ähnlich wie bei Palladium anspringen. 

Platin als Beimischung im Depot

Platin ist wegen der starken Preisschwankungen als Beimischung in einem breiteren Depot interessant. ETF-Investoren können beispielsweise mit dem Invesco Physical Platinum ETC (WKN: A1KX36) an der Wertentwicklung von Platin partizipieren. Bei dem Produkt handelt es sich um eine börsengehandelte Schuldverschreibung, die durch das physisch hinterlegte Edelmetall besichert ist.

Invesco Physical Platinum ETC

WKN: A1KX36 ISIN: IE00B40QP990
Kurs 85,02 €
Kosten (TER) 0,37 %
Fondsvolumen 42 Mio. €
Indexabbildung
1 Monat +2,29 %
Lfd. Jahr +3,82 %
Mehr Infos zum: Invesco Physical Platinum ETC
Mehr ETFs finden: ETF-Suche

Der thesaurierenden ETC, der im Jahr 0,37 Prozent an Gebühren veranschlagt, verteuerte sich in diesem Jahr um 10 Prozent. 2021 kam es allerdings zu einem Minus von knapp vier Prozent. Doch der Platin-Markt bleibt spannend und interessant: Nicht nur wegen der Möglichkeit Palladium zu ersetzen, sondern auch weil es für Brennstoffzellen benötigt wird. Hier könnte der Platin-Bedarf in Zukunft enorm steigen. 

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