Von Thomas Brummer14. Juli 2022
Tierisch gute Aussichten für den Haustiermarkt

Tierisch gute Aussichten für den Haustiermarkt

In Deutschland beherbergen bereits 47 Prozent der Haushalte ein Tier, in USA sind es sogar 68 Prozent. Mit einem ETF auf den Haustiermarkt kannst du profitieren.

Bist du auch ein Freund von Katzen oder Hunden? Klar, der Besitz eines Haustiers bedeutet eine langjährige Verpflichtung. Doch offenbar sind immer mehr Menschen bereit, diese auf sich zu nehmen. Der Haustiermarkt profitiert von einem Wandel in der Kultur, aber auch der Demografie. Rahul Bhushan, Mitgründer des thematischen ETF-Anbieters Rize ETF erklärt, warum es sich lohnt, diesen Markt genauer anzusehen.

Haustiermarkt wächst deutlich

Die Heimtierbranche erlebt ein explosives Wachstum. Nach Angaben des US-amerikanischen Branchenverbands American Pet Products Association (2020) ist der Anteil der US-Haushalte mit Haustieren in den letzten 30 Jahren von 56 Prozent auf 68 Prozent gestiegen. In Deutschland beherbergen nach Angaben des Statistischen Bundesamts schon knapp die Hälfte aller Haushalte ein Haustier. Das Marktvolumen für Heimtierbedarf betrug hierzulande zuletzt mehr als 5,8 Milliarden Euro. Damit ist Deutschland einer der wichtigsten europäischen Märkte dieses Sektors. „Wir sehen einen grundlegenden kulturellen Wandel in der Haustierhaltung im Umgang und der Versorgung von Haustieren. Daneben spielen aber auch technologische Entwicklungen und der Megatrend Nachhaltigkeit eine bedeutende Rolle“, sagt Rahul Bhushan. So habe das Researchhaus Euromonitor die wichtigsten Treiber des Marktes identifiziert.

Demografie: Das Haustier gehört zum Lifestyle der Jüngeren

Neben den derzeit jüngsten Erwachsenen, der Generation Z, prägt vor allem die Generation der Millennials den Trend zum Heimtier der letzten Jahre. Die Rolle eines liebenden Haustierbesitzers füllt diese Generation sehr viel stärker aus als frühere Generationen. Allein 62 Prozent aller Haustierbesitzer entfallen auf Haushalte jüngerer Personengruppen. Die Millennials verkörpern mit 31 Prozent die größte Gruppe.

Vermenschlichung: Mehr Mensch als Tier 

So hat Euromonitor herausgefunden, dass tierischen Begleiter jetzt als ein geachtetes Teil der Familien angesehen werden. Egal ob es sich um Kleidung, Pflegeprodukte, hochwertiges Futter, Leckerlis oder Spielzeug handelt – die Vermenschlichung von Haustieren ist auf dem Vormarsch. Die Tierhalter – vor allem Nordamerikaner, Westeuropäer und die Bewohner Australasiens – behandeln ihre Tiere zunehmend wie Kinder und verwenden immer häufiger Produkte für ihre tierischen Mitbewohner, die denen ähneln, die sie für sich selbst verwenden.

Premiumisierung: Klasse statt Masse

Das Beste ist für die neue Garde der Tierhalter gerade gut genug. Die Nachfrage nach Premiumprodukten treibt Bhushan zufolge Innovationen in der Heimtierhaltung voran, insbesondere bei der Heimtiernahrung. So habe eine von Just Right Pet Food im vergangenen Jahr 2021 durchgeführte Umfrage ergeben, dass über alle Altersgruppen von Hundebesitzern hinweg die jüngeren Generationen am meisten an personalisierten Ernährungsoptionen für Hunde interessiert sind. Besonders die 18 bis 34-Jährigen seien im Vergleich zu älteren Generationen dreimal so häufig an einer individuellen Hundenahrung interessiert. Qualität der Inhaltsstoffe und die individuellen Vorlieben des Hundes seien für die Befragten die wichtigsten Kriterien bei der Auswahl der Tiernahrung gewesen.

E-Commerce: Online statt Gassi  

Der Ausbruch der Pandemie habe die Entwicklung im digitalen Handel mit Haustierprodukten befeuert. 2020 konnte laut der American Pet Products Association ein Fünftel des weltweiten Umsatzes im Heimtierbereich online generiert werden. Die weltweiten Umsätze im elektronischen Haustier-Handel seien seit 2015 jedes Jahr gestiegen und könnten den Prognosen des Verbands zufolge bis 2025 einen Anteil von fast 30 Prozent des Gesamtmarkts erreichen. 

Nachhaltigkeit: Mein Hund isst vegan 

Die Haltung vieler Menschen zur Umweltthemen hat sich in Europa entscheidend geändert – und dies hat auch auf den Haustiermarkt großen Einfluss. Nachhaltigkeit sei, so Bhushan, der wahrscheinlich wichtigste Innovationsbereich in der Heimtierbranche in der Zukunft. Laut Euromonitor sei der weltweite Gesamtumsatz im Bereich Nachhaltigkeit im Jahr 2020 im Vergleich zu 2019 um elf Prozent gestiegen.

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Bhushan kommentiert: „Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Trend, der sich durchsetzen wird. Akteure im Bereich der Heimtierpflege, die sich auf Nachhaltigkeit konzentrieren, werden wahrscheinlich belohnt werden. Dazu gehören beispielsweise Unternehmen, die wieder verwendbare und umweltfreundliche Verpackungen sowie neue Inhaltsstoffe entwickeln. Tiernahrung auf Insektenbasis und vegane Tiernahrung werden von Tierhaltern, die sich Gedanken über die Nachhaltigkeit ihrer Ausgaben machen, genau beobachtet“. Für Unternehmen der Heimtierbranche werde es zunehmend wichtig sein, eine nachhaltige Strategie zu entwickeln, die ein klares Ziel verfolgt und dieses den Tierhaltern vermittelt. 

Tierisch gute Aussichten

Bhushan eröffnet Anlegern interessante Perspektiven: „In den vergangenen beiden Jahren hat sich die Telearbeit in vielen Bereichen etabliert. Viele Menschen werden in Zukunft mehr Zeit zu Hause verbringen, das erleichtert die Heimtierhaltung erheblich.“ Auf kurze Sicht werde mit der Wiederbelebung der Wirtschaft der Verbrauch von Heimtierprodukten steigen, da die Verbraucher mehr für Leckerlis, Pflegeprodukte, Spielzeug und Zubehör ausgeben werden – mehr als für Dinge des täglichen Bedarfs wie Tierfutter. Analysen der American Pet Products Association, zufolge könnten die Ausgaben bis 2025 allein in USA pro Haushalt und pro Haustier um über 45 Prozent steigen.